Historie

Die mid-Zeitreise: 30 Jahre BMW 850i

29. März 2019, 11:04 Uhr
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9Die mid-Zeitreise: 30 Jahre BMW 850i
mid Groß-Gerau - Aufklappbare Scheinwerfer sind das Markenzeichen des sportlichen Klassikers aus Bayern. BMW
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Am 7.Mai 1990 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 45. Jahrgang über den BMW 850i, ein komfortables Sportcoupé und elektronisches Spielzeug.

Am 7.Mai 1990 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 45. Jahrgang über den BMW 850i, ein komfortables Sportcoupé und elektronisches Spielzeug.

Das neue BMW Sportcoupe 850i will trotz seiner 220 kW/300 PS kein Leistungsprotz sein. Das neue 135.000 DM teure Flaggschiff der weiß-blauen Automobilschmiede mit dem vom 750i her bekannten 5,0-Liter Zwölf-Zylinder-Aggregat sieht BMW-Pressechef Richard Gaul als das Produkt eines "progressiven Personalmanagements für frustrierte Ingenieure", die einmal all das zeigen konnten, was sie sonst bei Großserienfahrzeugen nicht dürfen.

Optisch ist der 1.841 Kilogramm schwere Technologie-Träger durch sein hohes und wuchtiges Heck und der typischen Frontniere ein echter BMW geblieben. Gegenüber seinem Vorgänger, dem 635 CSi, wartet der Neue mit einer etwas geringeren Länge, aber dafür größeren Breite (1,86 Meter) auf. Die dezente Keilform des Fahrzeugs erhält durch die fehlende B-Säule eine elegant langgestreckte Optik. Für Fahrlicht sorgen Klappscheinwerfer. Standlicht, Blinker und Lichthupe sind in einem schmalen Leuchtband über dem Frontspoiler untergebracht.

Das mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattete Sportcoupé lässt in puncto Leistung kaum Wünsche offen. Der Zwölfzylinder katapultiert das High-Tech-Gefährt in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. In freiwilliger Selbstbeschränkung wird das Kraftpaket bei einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h elektronisch abgeregelt. Aber auch bezüglich der Elastizität enttäuscht das Triebwerk nicht und beschleunigt immer noch zügig bei relativ geringen Geschwindigkeiten auch in hohen Gängen. Bei dieser elastischen Getriebeauslegung könnte man fast auf das als Option erhältliche Automatikgetriebe verzichten. Der Verbrauch wird im Drittelmix mit 13 Litern auf 100 Kilometer angegeben, erreicht aber bei zügiger Fahrt beinahe 20 Liter. Damit ist das 5-Liter-Aggregat nicht gerade besonders trinkfaul, auch wenn es lediglich Bleifrei-Normal benötigt.

In Sachen passiver und aktiver Sicherheit hat der neue BMW einiges zu bieten: Beim Anfahren oder bei der Kurvenfahrt verbessert ein automatisches Stabilitäts Control System (ASC+T) die Traktion. Rasche Lenkbewegungen gleicht die neu konzipierte Integral-Hinterachse aus. Gegen einen Aufpreis von 2.500 DM gibt es eine stabilitätsunterstützende intelligente Fahrwerksabstimmung, die Elektronische Dämpfer Control (EDC). Sie erlaubt auf Knopfdruck eine härtere oder weichere Abstimmung. Subjektiv bemerkbar sind die unterschiedlichen Dämpfungsprogramme jedoch nur bei hohen Geschwindigkeiten, besonders auf schlechtem Untergrund oder bei schneller Kurvenfahrt. Das Anti-Blockier-System von Bosch optimiert die Verzögerungsarbeit. Gerade bei kleinen technischen Details haben die Konstrukteure des 850i ihre Kompetenz bewiesen. So schliessen sich beispielsweise wie von Geisterhand bei Tempo 150 die vorderen Seitenfenster und ab 200 km/h das Schiebedach.

Der 2+2-Sitzer verfügt über einen immerhin 360 Liter fassenden Gepäckraum. Für die Urlaubsreise besteht auch die Möglichkeit, einen Dachträger zu installieren. Bei der Anordnung der Bedienelemente und Anzeigen liegt die Betonung auf Funktionalität und Übersichtlichkeit: Die wesentlichsten Informationen erhält der Fahrer über das primäre Sichtfeld hinter dem Lenkrad, während die Mittelkonsole beispielsweise das Multi-Informations-Display beherbergt. Klassische Elemente wie die Rundanzeigen für Drehzahl und Geschwindigkeit wechseln sich mit digitalen Anzeigen ab. Die serienmäßige Klimaanlage wird über einfache Rädchen geregelt. Die automatische Schadstoffkontrolle (AUC) erkennt eine steigende Schadstoffbelastung der Außenluft und schließt selbsttätig die Lüftungsklappen.

Eine Geschwindigkeits-Regelanlage, der sogenannte Tempomat, gehört zur Serienausstattung. Nicht alle automatischen Funktionen sind jedoch unproblematisch. So löst die elektrische Steuerung des Fahrersitzes gleichzeitig auch die Justierung des Lenkrades aus. Doch kann die Lenksäule auch unabhängig vom Sitz eingestellt werden. Die individuelle Sitzposition kann in einen Memory-Speicher eingegeben werden, den es für 840 DM als Option gibt. Ein echtes Manko: Die Niveausenkung des Beifahrersitzes funktioniert nur in Verbindung mit einer Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung der Sitzposition.

Mit den Sonderausstattungen kostet der gefahrene Testwagen rund 144.000 DM. Doch für echte 850i-Enthusiasten oder Technik-Freaks wird der Preis kein Thema sein.

Der Artikel "Die mid-Zeitreise: 30 Jahre BMW 850i" wurde am 29.03.2019 in der Kategorie Specials von Motor-Informations- Dienst (mid) mit den Stichwörtern Historie, Sportwagen, Fahrbericht, Event, Messe, veröffentlicht.

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