Fahrbericht

Der große Vergleich: Drei Mittelklasse-Roller im Test

6. August 2018, 11:17 Uhr
Rudolf Huber 7
7Der große Vergleich: Drei Mittelklasse-Roller im Test
mid Groß-Gerau - Ein munteres Dreigespann (v. l.): die Kymco-Mittelklasseroller People GT 300i, New Downtown 350i und Xiting 400i. Kymco
7 Bilder Konfigurator Versicherungsvergleich Steuerrechner Finanzierung ab 1,99%
Sie sind flott, praktisch und wendig, bieten zumindest ein bisschen Schutz vor Wind und Wetter - und sie machen jede Menge Spaß. All das führt dazu, dass das Geschäft mit den Mittelklasse-Rollern brummt. Der Motor-Informations-Dienst hat mit einem Dreier-Vergleich ausprobiert, was hinter dem Scooter-Boom steckt.


Sie sind flott, praktisch und wendig, bieten zumindest ein bisschen Schutz vor Wind und Wetter - und sie machen jede Menge Spaß. All das führt dazu, dass das Geschäft mit den Mittelklasse-Rollern brummt. Der Motor-Informations-Dienst hat mit einem Dreier-Vergleich ausprobiert, was hinter dem Scooter-Boom steckt.

Zum Test treten drei Vertreter des taiwanesischen Herstellers Kymco an. Und zwar der People GT 300i, der New Downtown 350i und der Xiting 400i, die alle drei mit ABS ausgestattet sind. Drei Hubraumklassen, zwei verschiedene Konzepte: Während der Kleinste im Trio mit großen 16-Zöllern antritt, ist der 30er mit 14 Zoll vorne und 13 Zoll hinten ausgestattet, der 400er mit 15 und 14 Zoll. Das Leistungsspektrum liegt relativ nahe beieinander, die beiden kleineren Einzylinder mit 299 und 321 Kubik bringen es auf je 28 PS, der tatsächlich 400 Kubik messende Größte im Vergleichstest liefert 36 Pferdchen.

Konzeptionell unterscheidet sich der People GT von seinen beiden größeren Kollegen. Denn neben den größeren Rädern, die für reichlich Fahrkomfort und hohe Stabilität in Kurven sorgen, ist er auch deutlich schmaler - was für Wendigkeit im Stadtverkehr spricht. Auch die Sitzposition ist einen Tick aufrechter, der Fußraum ist ein wenig knapp - wer auf großem Fuß lebt, dessen Schuhwerk ragt über die Verkleidung hinaus. Ordentlich ist der Wind- und Regenschutz durch die knappe Scheibe vorne ausgefallen. Der Sitzplatz mit Stufe ist gut gepolstert, auch die Sozia sitzt zufriedenstellend. Das Display des 300i ist ziemlich klein ausgefallen, die Tacho-Skalierung ein wenig zu filigran.

Dank nur 182 Kilo fahrfertigem Gewicht und einer zeitnah auf Gasbefehle reagierenden Variomatik schlägt die Stunde des People GT beim Ampelstart oder beim Antritt auf dem Beschleunigungsstreifen: Der Kleine geht richtig gut ab, lässt wegen der Automatik auch manches kräftige Auto zumindest kurzfristig stehen. Bis auf 130 km/h beschleunigt der Taiwanese ohne erkennbare Mühe. Das ist nicht nur recht ordentlich, es macht auch noch richtig Spaß - auch wegen der Stabilität durch die großen Räder und das gute, tendenziell wie bei allen drei Kandidaten eher straff abgestimmte Fahrwerk.

Neun Kilo mehr bringt der Downtown 350i auf die Waage, die sind aber wegen des Hubraumvorteils und des dadurch etwas knackigeren Durchzugs kaum zu spüren. Wie auch der 400er gehört er zur Gattung der Reiseroller, das heißt, die Karosse baut breiter, die Sitzposition ist etwas entspannter, es gibt mehr Platz für die Füße - und fürs Gepäck, weil der Tank in den Rahmen integriert ist und nicht wie beim Kleinsten im Trio unter der Sitzbank. Dafür hat der 300ter ein Topcase serienmäßig, das sich lobenswerterweise mit dem Zündschlüssel auf- und zusperren lässt.

Auch der Downtown-Motor steht gut im Futter und bringt die Fuhre mit gutem Windschutz locker auf Tacho 140. Die kleineren Räder sorgen für sehr leichte Richtungswechsel, vermitteln aber nicht den Eindruck von Instabilität. ABS-geregelt gebremst wird wie beim 300i mit je einer Bremsscheibe vorne und hinten.

Weil beim Xiting 400i mit seinen munteren 36 Pferdchen auf Wunsch alles noch dynamischer vorangeht, hat ihm Kymco vorne zwei Bremsscheiben mit Vierkolben-Radialbremszange spendiert. Die haben die 209 Kilo Lebendgewicht und die Masse des Fahrers fest im Griff. Das ist auch gut so, denn auf der Autobahn zeigt der gut ablesbare Digital-Tacho gerne auch mal an die 160 km/h an.

Man kommt echt flott voran, dank des 12,5-Liter-Tanks und eines Testverbrauchs von 4,9 Liter je 100 Kilometer sind 200 Kilometer lange Etappen kein Problem. Der Durst der beiden kleineren Roller, die ebenso nach der Abgasnorm Euro 4 zertifiziert sind, bewegt sich mit Abweichungen im Zehntelliter-Bereich in ähnlichen Regionen. Sie werden in der Praxis einfach ein bisschen mehr gefordert, während der 400er seine größere Masse durch mehr PS und mehr Drehmoment ausgleicht.

Bis auf die auch beim Downtown zu filigrane Tachoanzeige gibt es im Bedienungs-Kapitel keine negativen Einträge im Test-Tagebuch. Dank ausreichend Stauraum, wertigen Materialien und versierter Verarbeitung ist das Trio nicht nur praktisch, es dürfte auch für eine längerfristige Liaison gut sein. Und das zu erschwinglichen Mittelklasse-Preisen ab 4.899, 5.290 und 5.999 Euro. Welcher der Roller am besten passt, hängt stark vom gewünschten Einsatzzweck und auch von der Statur des Piloten oder der Pilotin ab - ausführliche Testfahrten vor dem Kauf sind dringendst zu empfehlen.

Rudolf Huber / mid

Der Artikel "Der große Vergleich: Drei Mittelklasse-Roller im Test" wurde am 06.08.2018 in der Kategorie Fahrbericht von Rudolf Huber mit den Stichwörtern Roller, Test, Fahrbericht, Praxistest, Vergleich, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

ANZEIGE

Roller, Test, Fahrbericht, Praxistest, Vergleich

Weitere Meldungen

13. August 2018

Honda HR-V als Facelift: In der Ruhe liegt die Kraft

Honda hat den HR-V zur Schönheitskur geschickt. Im Oktober rollt die Neuauflage mit frischerem Design, aufgewertetem ...

Comments

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

comments powered by Disqus