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Essen lässt Autos ohne Elektromotor abschleppen

22. September 2017, 14:24 Uhr
Lars Wallerang 2
2Essen lässt Autos ohne Elektromotor abschleppen
mid Essen - Die Luftqualität hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert - nicht zuletzt auch aufgrund der Emissionseinsparungen durch Elektroautos wie den Nissan Leaf. Nissan
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Die Stadt Essen macht Ernst: Elektroautos dürfen bestimmte Busspuren benutzen und genießen noch andere Vorzüge. Beispielsweise gibt es für sie kostenlose City-Parkplätze mit Ladesäule. Doch wehe dem, der sein konventionell angetriebenes Fahrzeug dort abstellt.


Die Stadt Essen macht Ernst: Elektroautos dürfen bestimmte Busspuren benutzen und genießen noch andere Vorzüge. Beispielsweise gibt es für sie kostenlose City-Parkplätze mit Ladesäule. Doch wehe dem, der sein konventionell angetriebenes Fahrzeug dort abstellt. "Das Ordnungsamt wurde angewiesen, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, die auf für Elektroautos reservierten Parkplätzen stehen, abzuschleppen", sagt die Essener Stadtbeigeordnete Simone Raskob. Die Maßnahme gehört zum neuen Zwölf-Punkte-Plan in der Kooperation zwischen der "Grünen Hauptstadt 2017" und dem Fahrzeughersteller Nissan.

Zu den Kernpunkten des Plans gehören die Umsetzung der E-Mobilitätsgesetze, der Ausbau der Lade-Infrastruktur, die Förderung von Elektro-Taxis und EV-Carsharing, sagt Nissans Europa-Geschäftsführer Thomas Hausch bei der Präsentation der Maßnahmen in Essen. "Essen ist die ideale Elektromobilitäts-Stadt", freut sich der Manager. "Sie hat sich von einer klassischen Stahl- und Kohlestadt zu einer der grünsten Städte Europas entwickelt. Das bestätigt auch der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen: "Die Luftqualität hat sich immens verbessert." Sie sei heute deutlich höher als noch vor fünf oder gar zehn Jahren.

Gleichzeitig warnt Nissan-Manager Hausch davor, konventionelle Antriebe zu verteufeln. "Wir sollten nicht auf die Verbrenner einhauen", betont Hausch. Der Diesel sei hinsichtlich der CO2-Emissionen sehr effizient. Daher müssten nicht gleich alle Diesel verschwinden. "Früher war der elektrisch angetriebene Nissan Leaf mein Dienstfahrzeug, heute ist es der Micra Diesel." Gleichwohl gehöre die Zukunft der Elektromobilität, zeigt sich Hausch überzeugt. 2017 habe sich die Zahl der Elektroautos deutlich erhöht. Warum das? Beim Kunden würden sie immer besser ankommen. Der neue Leaf habe ein Reichweite von bis zu 378 Kilometer. Das nehme bisherigen Skeptikern die sogenannte "Reichweitenangst". Die Furcht, mit einem E-Auto stromlos auf der Strecke zu bleiben verschwinde immer mehr. Daher glaube er auch, dass das Ziel, bis 2020 bundesweit eine Million Elektroautos auf die deutschen Straßen zu bringen, durchaus noch erreicht werden könne.

Laut Nissan kommt immer mehr Dynamik in den Markt für E-Autos: Allein im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im vergangenen Jahr 1.814 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. 2017 wurde dieser Wert bis zur Jahresmitte fast schon erreicht, was einer beinahen Verdopplung der Zulassungszahlen gleichkomme. Der Umwelt-Beitrag der Elektromobilität werde derweil mit den Jahren noch steigen, da immer mehr Strom durch die Gewinnung erneuerbarer Energien bereit gestellt werde. Dicke Luft gibt es dann wohl nur, wenn ein Auto mit Verbrennungsmotor von Essener Ordnungshütern auf einem E-Parkplatz vorgefunden wird.

Lars Wallerang / mid

Der Artikel "Essen lässt Autos ohne Elektromotor abschleppen" wurde am 22.09.2017 in der Kategorie New Mobility von Lars Wallerang mit den Stichwörtern Auto, Elektroauto, Mobilität, Emissionen, Umwelt, New Mobility, veröffentlicht.

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