Recht

Gute Planung fürs tierische Reisevergnügen

15. Juli 2019, 11:38 Uhr
Lars Wallerang
Gute Planung fürs tierische Reisevergnügen
mid Groß-Gerau - Waldi darf auch mit, wenn Frauchen oder Herrchen die nötigen Vorbereitungen getroffen haben. Pexels / pixabay.com
Hund, Katze, Maus - wer mit seinen Haustieren verreist, muss sich gut vorbereiten. Vom Heimtierausweis über vorgeschriebene Impfungen bis hin zum korrekten Transport sollten Herrchen und Frauchen frühzeitig mit der Reiseplanung beginnen. Experten sagen, wie es geht.


Hund, Katze, Maus - wer mit seinen Haustieren verreist, muss sich gut vorbereiten. Vom Heimtierausweis über vorgeschriebene Impfungen bis hin zum korrekten Transport sollten Herrchen und Frauchen frühzeitig mit der Reiseplanung beginnen. Experten sagen, wie es geht.

Vieles ist dabei gesetzlich geregelt. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft dürfen nicht mehr als fünf Heimtiere - dazu zählen Hunde, Katzen und Frettchen - mit in den Urlaub. Sonst erwecken die Tierbesitzer den Anschein, sie wollten mit den Vierbeinern Handel betreiben. Nach Auskunft der ARAG Experten gibt es aber Ausnahmen: Wenn man beispielsweise zu Wettbewerben oder Sportveranstaltungen fährt, darf man auch mit mehr als fünf Tiere reisen, wenn sie mindestens sechs Monate alt sind. Zudem benötigen die Besitzer einen schriftlichen Nachweis, dass die Tiere für die entsprechende Veranstaltung registriert sind.

Für Reisen innerhalb der EU ist ein europäischer Heimtierausweis vorgeschrieben, den der Tierarzt ausstellt. In dieses Dokument werden die Daten des Besitzers sowie des Tieres eingetragen. Zudem enthält der Pass die Mikrochip-Nummer, Angaben zu Impfungen, tierärztlichen Untersuchungen, Wurmkuren sowie Behandlungen gegen Zecken. Wer mit seinem Haustier in ein außereuropäisches Land reisen möchte, sollte sich nach Angaben der Experten direkt bei der Botschaft des Ziellandes nach den jeweiligen Bestimmungen erkundigen.

Die Tollwutimpfung ist obligatorisch vorgeschrieben und in der Regel drei Jahre gültig. Die Erstimpfung muss mindestens 21 Tage vor Reisebeginn ausgeführt worden sein. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, wie die Experten betonen: In einigen europäischen Ländern genügt die einfache Art der Tollwut-Impfung nicht. Wer nach Irland, Malta, Finnland oder ins Vereinigte Königreich (Großbritannien und Nordirland) reist, benötigt eine sogenannte Tollwut-Antikörper-Bestimmung mit positivem Ergebnis. Diese Bestimmung darf frühestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung und muss mindestens drei Monate vor Einreise erfolgen. Für diese Länder gelten auch verschärfte Anforderungen an Bandwurmbehandlungen.

Für Fahrten mit dem Auto empfehlen die Sachverständigen eine fest verankerte Transportbox oder ein festes Metallgitter zwischen Laderaum und Rücksitzbank. Auch ein extra Hundesitz, der auf dem Rücksitz befestigt wird, ist eine Variante für den sicheren Transport des tierischen Familienmitgliedes. Eine weitere Möglichkeit, zumindest für Hunde, ist ein spezieller Sicherheitsgurt, mit dem der Vierbeiner auf dem Rücksitz angeschnallt werden kann. Eine Anschnallpflicht für Tier gibt es zwar nicht. Aber Tiere sind laut Straßenverkehrsordnung (StVO) wie eine Ladung zu behandeln. Und die muss so verstaut und gesichert werden, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegungen nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, sowie herabfallen kann (§22 StVO). Wer dagegen verstößt, muss bei Gefährdung mit einem Bußgeld von bis zu 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Bei Flugreisen gibt es keine einheitliche Regelung. Denn jede Fluggesellschaft hat ihre eigenen Bedingungen hinsichtlich Tiertransport. Manche Airlines nehmen erst gar keine Tiere mit. Dürfen Vierbeiner mitfliegen, fallen Gebühren für sie an und sie müssen in einer Transportbox reisen. Bei den meisten Fluggesellschaften dürfen nur kleinere Haustiere bis acht Kilogramm mit in die Flugkabine, größere Tiere reisen im Laderaum. Die Experten weisen darauf hin, dass es auch Flugverbote für bestimmte als gefährlich eingestufte Hunderassen geben kann, wie etwa für den Staffordshire Terrier, Bullterrier oder American Pitbull Terrier.

Der Artikel "Gute Planung fürs tierische Reisevergnügen" wurde am 15.07.2019 in der Kategorie Recht von Lars Wallerang mit den Stichwörtern Reise, Tiere, Ratgeber, Recht, Recht, veröffentlicht.

Reise, Tiere, Ratgeber, Recht

Weitere Meldungen

22. August 2019

Opel setzt den Rallye-Sport unter Strom

Ein elektrisches Gegenstück zur Formel 1 gibt es schon. Seit einigen Jahren elektrisiert die Formel E die Fans rund ...