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Kia Stonic 1.6 CRDi: Kurz und gut

21. Februar 2019, 16:00 Uhr
Ralf Schütze 9
9Kia Stonic 1.6 CRDi: Kurz und gut
mid München - Schon für weniger als 16.000 Euro eröffnet der Kia Stonic den Einstieg in die Welt der praktischen Mini-SUV mit Lifestyle-Charakter. Kia
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Die Kleinen sind groß im Geschäft. Immer mehr sogenannte 'Mini-SUV' rollen auf unsere Straßen: vielseitige City-Flitzer mit weniger als 4,30 m Länge. Sie sind außen relativ kurz, trotzdem innen groß und bequem sowie dank hoher Sitzposition recht übersichtlich.


Die Kleinen sind groß im Geschäft. Immer mehr sogenannte "Mini-SUV" rollen auf unsere Straßen: vielseitige City-Flitzer mit weniger als 4,30 m Länge. Sie sind außen relativ kurz, trotzdem innen groß und bequem sowie dank hoher Sitzposition recht übersichtlich.

Diese SUV-Tugenden vereinen die Zwerg-Allrounder mit moderaten Preisen und Verbrauchswerten. Kein Wunder, dass Kia mit dem nur 4,14 m kurzen Stonic die Lücke zwischen dem Kleinwagen Rio und dem Kompakt-SUV Niro geschlossen hat. Bei uns im Test: Der Kia Stonic 1.6 CRDi.

Er basiert zwar technisch auf dem klassischen Kleinwagen Rio, doch er ist so viel praktischer, einladender und vor allem hipper: Der neue Stonic trifft den Nerv der Zeit. Die markentypische "Tigernase" am Frontgrill trägt er relativ dezent zur Schau. Stattdessen betonen Crossover-Akzente die Vielseitigkeit und Zweifarb-Lackierungen den Lifestyle dieses praktischen Fahrzeugkonzepts. Unser Test-Fahrzeug ist nur sieben Zentimeter länger als der Kleinwagen Rio und passt damit fast immer in dieselben Parklücken. Aber der Stonic ist um mehr als drei Zentimeter breiter und bietet dank besserer Raumausnutzung deutlich mehr Kofferraum und ein subjektiv großzügigeres Interieur.

Die Raumvorteile haben allerdings ihre Grenzen. Denn im Vergleich zu anderen Mini-SUV sitzt man im Stonic nicht allzu hoch, und auf der Rückbank outet sich der vielseitige Kia eindeutig als ideale Familienkutsche, nicht als Fünfsitzer für lauter Erwachsene. Der Kofferraum übertrifft zwar den Kleinwagen derselben Marke klar, aber direkte Stonic-Rivalen wie Opel Crossland X oder Seat Arona haben hier mehr zu bieten.

Dennoch: Vor allem Familien in Großstädten mit viel Verkehr und wenig Parkplätzen wissen die Vorteile eines Mini-SUV zu schätzen. Beim Stonic legt Kia wie bei all seinen Modellen die einzigartige Sieben-Jahres-Garantie in die Waagschale, was die praktischen Vorzüge des kleinen koreanischen Allrounders angenehm ergänzt.

Der 136 PS starke Vierzylinder-Diesel hat leichtes Spiel mit dem knapp 1,3 Tonnen schweren Crossover. Vor allem seine 280 Newtonmeter Drehmoment sind mehr als genug, denn sie üben schon bei nur 1.500 bis 3.000 U/min heftigen Nachdruck aus. Das führt dazu, dass sich der 1,6-Liter-Diesel extrem elastisch anfühlt: Zum Beispiel rollt man im 6. Gang bei 80 km/h mit 2.000 U/min entspannt und sparsam dahin und kann trotzdem, ohne den Gang zu wechseln, rasant beschleunigen.

Beim Anfahren verlangt der Stonic Diesel lediglich auf den ersten Metern etwas Feingefühl im Umgang mit Gas und Kupplung, danach wechselt der Antrieb schnell in den Kraftmodus. Die Handschaltung ist tadellos. Mit der Motor-Getriebe-Kombination im Kia Stonic 1.6 CRDi sind bei sparsamer Fahrweise 4,2 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer möglich - fast der WLTP-Normwert von 4,1 Liter. Selbst, wer das Gaspedal ordentlich durchdrückt, wird den Verbrauch kaum auf mehr als 6,0 Liter pushen. Der Diesel ist dank SCR-Abgasreinigung sauber (Euro 6d-Temp). Den reinigenden Harnstoff muss man nur alle 8.000 Kilometer nachfüllen.

Schwächen leistet sich der Stonic bei seinen inneren Werten. Die Sitzflächen könnten etwas länger sein. Den Innenspiegel kann man nicht für Sitzriesen einrichten, das ist schon ab 1,85 Meter Körpergröße ein ärgerliches Thema. Und die Materialanmutung verströmt das Flair von Sparmaßnahmen, denn die verwendeten Stoffe wirken einfach bis lieblos.

Das Fahrwerk offenbart im städtischen Stammrevier des Stonic leichte Schwächen beim Abrollkomfort oder Verarbeiten kurzer Schläge. In schnellen Landstraßenkurven hingegen führt es das kurze SUV wieselflink durch die Radien und lässt richtigen Fahrspaß aufkommen.

Regelrecht ins Schwärmen kommt man schließlich, wenn es um die Preise geht. Jeder Stonic rollt ab Werk mit Klimaanlage, Smartphone-Integration Apple CarPlay und Android Auto sowie mit einem Start-Stopp-System und einem Notbremsassistenten zum Händler. Insgesamt beginnt die Liste schon bei 15.990 Euro. Der von uns getestete 136-PS-Diesel ist ab weniger als 25.000 Euro zu haben.

Wer regelmäßig Langstrecke fährt und entsprechend die Sparsamkeit des kraftvollen 1,6-Liter-Diesels nutzt, ist mit diesem Antrieb bestens bedient - muss ihn sich aber auch etwas kosten lassen. Für 2.100 Euro weniger könnte es in diesem Fall auch der nur 116 PS starke Diesel tun, der das gleiche Drehmoment entwickelt. In beiden Fällen kann man den Kia Stonic auch ohne wesentliche Nachteile seiner eigentlichen Bestimmung zuführen: In der Stadt Spaß haben und praktische Vorteile genießen.

Ralf Schütze / mid

Technische Daten Kia Stonic 1.6 CRDi
Fünftüriges, fünfsitziges Kompakt-SUV, Länge/Breite(o. Spiegel)/Höhe/Radstand in mm: 4.140/1.760/1.520/2.580, Leergewicht: 1.270 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.720 kg, max. Zuladung: 450 kg, max. Anhängelast gebremst/ungebremst 1.110/450 kg, Kofferraumvolumen: 352-1.155 l, Tankinhalt: 45 l, Preis: 24.790 Euro.

Motor: Reihenvierzylinder-Diesel, Hubraum: 1.598 ccm, Leistung: 100 kW/136 PS bei 4.000 U/min, max. Drehmoment: 280 Nm bei 1.500 - 3.000 U/min, Sechsgang-Handschaltung, 0 - 100 km/h: 10,3 s, Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h, Vorderradantrieb, Normverbrauch: 4,1 l pro 100 km, CO2-emission: 108 g/km, Schadstoffklasse: Euro 6d-Temp.

Der Artikel "Kia Stonic 1.6 CRDi: Kurz und gut" wurde am 21.02.2019 in der Kategorie Fahrbericht von Ralf Schütze mit den Stichwörtern SUV, Auto, Fahrbericht, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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