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Praxistest Mazda MX-5: Driftender Freiluftsportler

13. März 2018, 13:06 Uhr
Marcel Sommer 9
9Praxistest Mazda MX-5: Driftender Freiluftsportler
mid Groß-Gerau - Die Cabrio- und Roadster-Zeit bricht so langsam aber sicher wieder an. Besitzer eines Mazda MX-5 wird es freuen. Marcel Sommer / mid
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Die Tage werden wieder länger, die Temperaturen kratzen an der Zweistelligkeit und das eine oder andere Autoverdeck wurde bereits aus seiner Verankerung gelöst und sicher verstaut. Denn: Die Cabrio- und Roadster-Zeit bricht so langsam aber sicher wieder an. Hier der Praxistest des Mazda MX-5.

Die Tage werden wieder länger, die Temperaturen kratzen an der Zweistelligkeit und das eine oder andere Autoverdeck wurde bereits aus seiner Verankerung gelöst und sicher verstaut. Denn: Die Cabrio- und Roadster-Zeit bricht so langsam aber sicher wieder an. Kaum eine andere Fahrzeuggruppe löst so viele Emotionen aus, weckt so viele Tagträume und sorgt für so viele strahlende Gesichter wie die der dachlosen Sportler. Frei nach dem Motto "Lass die Sonne rein" rollen die kleinen und auch großen Cabriolets entweder mit oder ohne Saisonkennzeichen auf die Straßen. Da spielen sogar Temperaturen rund um den Gefrierpunkt so manches Mal keine Rolle. Die Chance einen "Freiluft-Verrückten" bei Minustemperaturen zu sehen, ist zwar gering, aber gegeben. Entweder aus reiner Lust am offenen Fahren oder notgedrungen, da mit geschlossenem Verdeck an eine schmerzfreie Fahrt nicht zu denken wäre. Beispiel gefällig?

Der Roadster Mazda MX-5 ist ein tolles Auto. Keine Frage. 160 PS in Kombination mit einem knapp eine Tonne leichten, schicken Körper, einer knackigen Sechsgang-Schaltung mit kurzen Schaltwegen und reinem Heckantrieb lassen schon auf dem Papier auf puren Fahrspaß schließen. Und ja, das stimmt. Schon das Anlassen des 2,0 Liter großen Vierzylinder-Benzinmotors stellt die Fahrer auf die Probe. "Ist das wirklich nur ein Vierender mit dem Hubraum von zwei Tüten Milch?" So sonor wirkt er schon im Stand. Im hohen Drehzahlbereich kommt der Fahrer kaum noch aus dem Strahlen heraus. Erst recht, wenn der Pilot jeden Wechsel in den nächst tieferen Gang mit einem kernigen Zwischengasstoß zelebriert, um dem Kopfnicken vorzubeugen. Die Bose-Soundanlage unterstützt ein wenig das toll klingende Zylinderorchester mithilfe der in den Kopfstützen eingebauten Lautsprecher. Lautsprecher, die nicht nur dem Motorenklang oder der Soundanlage dienen, sondern auch ein Freisprecheinrichtungs-Telefonat bei offenem Verdeck zu einer ruhigen und klar verständlichen Angelegenheit machen.

Um das Verdeck zu öffnen, bedarf es zweier Hände, von denen eine die kleine Entriegelung und die andere den großen Entriegelungshebel bedient. Große Fahrer können während des manuellen Öffnungs- und Schließungsvorgangs sitzen bleiben. Einfach das Verdeck nach hinten schieben, draufdrücken, fertig. Soviel zu den Vorteilen eines großen, über 1,90 Meter großen Fahrers. Denn ab diesem Gardemaß war es das mit dem gemütlichen Roadster-Feeling bei geschlossenem Dach. Der Begriff "Eins sein mit dem Auto" gewinnt angesichts des steten Kopf- und Kniekontaktes zwischen Fahrer und Fahrzeug eine völlig neue Dimension.

Lange Rede kurzer Sinn: Große Menschen passen nicht in den Mazda MX-5. Entweder sie sind gewillt, selbst bei sibirischer Kälte offen zu fahren - was mit einer guten Mütze und einer normalen Jacke inklusive Schal überhaupt kein Problem ist - oder sie lassen die Finger von dem knapp 30.000 Euro teuren Japaner. Einen Kompromiss gibt es nicht. Und spätestens bei einsetzendem Regen kommt auch der härteste Roadsterfahrer an seine Grenzen. Da hilft auch die gute Mütze nichts mehr. Die Finger werden bei korrekt eingestellten Lüftungsdüsen übrigens zu keinem Zeitpunkt kalt, ebenso wie der untere Rücken. Der Sitzheizung seit Dank.

Gehört der Besitzer des Mazda MX-5 nicht zu der nach oben hin aus der Art geschlagenen Menschen, wird er mit ihm viel Freude haben. Na gut, der Kofferraum mit seinen 127 Litern Fassungsvermögen wirkt nicht gerade sehr beladungsfreundlich. Doch passen bei geschickter Winkelkunde zwei Getränkekisten nebeneinander hinein. Nur gut, dass das Verdeck bei geöffnetem Zustand dieses Volümchen in keiner Weise zusätzlich beschneidet. Einem Ausflug ins Grüne mit Picknick-Korb und Badesachen steht also nichts im Wege - auch bei Minustemperaturen.

Marcel Sommer / mid

Technische Daten Mazda MX-5 Sakura

Länge/Breite (o. Sp.)/Höhe/Radstand in mm: 3.915/1.735/1.230/2.310; Wendekreis: 10,04 m; Gewicht: 1.090 kg; Zuladung: 245 kg; Sitzkapazität: 2; Kofferraumvolumen: 127 l; Tankinhalt: 45 l; Testwagenbereifung: Continental Winter Contact TS 850 P 205/45 R 17 V XL
Motor: Vierzylinder-Benziner; Hubraum: 1.998 ccm; Leistung: 118 kW (160 PS) bei 6.000 U/min; Drehmoment: 200 Nm bei 4.600 U/min; Höchstgeschwindigkeit: 214 km/h; 0-100 km/h: 7,3 s, Antrieb: Heck; Getriebe: 6-Gang-Manuell; Verbrauch: 6,6 l/100 km; CO2-Ausstoß: 154 g/km; Effizienzklasse: F; Schadstoffklasse: Euro 6; Preis: 30.250 Euro

Der Artikel "Praxistest Mazda MX-5: Driftender Freiluftsportler" wurde am 13.03.2018 in der Kategorie Fahrbericht von Marcel Sommer mit den Stichwörtern Auto, Praxistest, Cabrio, Roadster, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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