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Skoda Karoq: Mainstream muss nicht schlecht sein

11. Oktober 2017, 14:58 Uhr
Mirko Stepan 10
10Skoda Karoq: Mainstream muss nicht schlecht sein
mid Sciacca - Der Skoda Yeti war gestern. Der Karoq ist ein Kumpel-Typ, der auch mal zupacken kann. Skoda
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Der Yeti war gestern. Die Zeiten, in denen man einen kompakten SUV mit Skoda-Emblem mochte oder hasste, sind vorüber. Jetzt hat der Mainstream Einzug gehalten. Der Karoq ist ein Kumpel-Typ, der auch mal zupacken kann.

Der Yeti war gestern. Die Zeiten, in denen man einen kompakten SUV mit Skoda-Emblem mochte oder hasste, sind vorüber. Jetzt hat der Mainstream Einzug gehalten. Der Karoq ist ein Kumpel-Typ, der auch mal zupacken kann. Der 4,38 Meter lange Karoq fährt im gewohnten Design der tschechischen Volkswagen-Tochter vor. Mit seiner kantigen Linienführung und dem markanten Grill ist er sofort als Skoda zu erkennen und erinnert dabei sogar ein wenig an den Rapid Spaceback. Am eigenständigsten ist die Heckansicht mit ihren nach innen gezogenen Rückleuchten - vielleicht das einzige Detail, das zumindest etwas polarisiert.

Innen gibt es nichts auszusetzen. Skoda-typisch und ordentlich sind Materialauswahl und Verarbeitung sowie ein mehr als ausreichendes Platzangebot. Zum Vergleich: Der Karoq bietet 40 Liter mehr Kofferraumvolumen als sein Schwestermodell Seat Ateca. Er überzeugt mit seiner großen Variabilität, vor allem wenn das Kreuz bei der optionalen VarioFlex-Sitzbank mit herausnehmbaren Einzelsitzen gesetzt wurde. Neu bei Skoda ist die elektrische Heckklappe mit Fußsensor und das Digitaldisplay, das gegen Aufpreis die analogen Rundinstrumente ersetzt und wichtige Informationen - etwa die Straßenkarte - hinter dem Lenkrad anzeigt.

Wer den Karoq als Packesel oder Zugpferd nutzen möchte, der ist mit dem ab Sommer 2018 in Deutschland verfügbaren Topdiesel 2.0 TDI mit Allrad und 7-Stufen-DSG bestens bedient. Seine Anhängelast beträgt rund zwei Tonnen. Dazu kommen 140 kW/190 PS und 400 Nm Drehmoment. Das intelligente Allradsystem packt zu, wenn es die Straßenverhältnisse erfordern. In Verbindung mit den wählbaren Fahrmodi, die sich auf Gasannahme und Lenkung auswirken, ist das SUV für alle Geschmäcker justierbar - so muss Mainstream sein.

Mit Blick auf die tatsächlichen Einsatzgebiete eines SUV ist der neue 1.5 Turbobenziner mit Frontantrieb sicher eine sehr sinnvolle Art, den Karoq zu bewegen. Der Vierzylinder mit 150 PS und einem maximalen Drehmoment von 250 Nm zwischen 1.500 und 3.500 Umdrehungen je Minute verfügt über eine Zylinderabschaltung, die beim Spritsparen hilft. Das sogenannte aktive Zylindermanagement (ACT) sorgt dafür, dass der zweite und dritte Zylinder kurzzeitig abgeschaltet werden, wenn ihre Leistung nicht benötigt wird. Das soll laut Skoda je nach Fahrstil bis zu 0,5 Liter auf 100 Kilometer sparen. ACT ist bis 130 km/h aktiv. Rund sechs Liter genehmigte sich das SUV bei teils flotterer Gangart auf kurvigen sizilianischen Landstraßen - ein akzeptabler Wert. Neben diesem Aggregat sowie dem erwähnten Diesel bietet Skoda auch noch einen Dreizylinder (1,0 TSI) mit 85 kW/115 PS, einen 1,6 TDI mit 85 kW/115 PS sowie den zwei Liter großen Turbodiesel mit 110 kW/150 PS an.

Zurück zum 1.5er-Triebwerk. Der Motor verleiht dem Karoq genügend Agilität, so dass nie das Gefühl von Schwerfälligkeit auftritt, was bei einem nur einen Liter großen Dreizylinder zu befürchten wäre. Das Gewicht von rund 1.400 Kilogramm macht sich jedenfalls nicht negativ bemerkbar. Lediglich in flott gefahrenen Kurven schiebt der Karoq naturgemäß über die Vorderräder. Das Fahrwerk ist auf Komfort ausgelegt und bei welligen Straßen etwas zu weich. Dann federt der Skoda deutlich spürbar durch. Das ist ein bisschen zu viel Sänfte. Hier kann die adaptive Fahrwerksregelung (DCC) mit drei Fahrwerksmodi Abhilfe schaffen. Im Sportmodus wartet der Karoq mit einem guten Mix aus Komfort und Straffheit auf.

In Sachen Sicherheit bleiben im Prinzip keine Wünsche offen - der Karoq bietet alles - natürlich in den meisten Fällen gegen Aufpreis - was im Skoda-Sortiment zu finden ist, zum Beispiel der aktive Tempomat mit Abstandskontrolle und Bremsassistent, der auf langen Strecken eine echte Hilfe ist. Bis zu neun Airbags, sieben davon serienmäßig, schützen die Passagiere. Der Karoq bringt also alles mit, was man braucht, um sich wohl und sicher zu fühlen - ein echt guter Kumpel. Und die Gemüter erhitzen wird er auch nicht, dafür ist er zu glatt. Anders als der Schneemensch Yeti. Aber der ist ja Geschichte. Und was kostet der Neue, der am 4. November im Deutschland auf den Markt kommt? Zunächst mit dem Dreizylinder und in der höheren Ambition-Ausstattung ab 24.290 Euro. Für den 1,5 Liter großen Bruder inklusive DSG werden mindestens 28.290 Euro, für den 2,0 TDI mit Allrad und DSG ab 33.090 Euro fällig.

Wie sich der neue Skoda Karoq anhört und wie er bewegt ausschaut, finden Sie hier: https://youtu.be/D8rFsgb5H4M

Mirko Stepan / mid

Technische Daten Skoda Karoq 1.5 TSI DSG

Fünftüriges SUV, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 4,38/1,84/1,60/2,64, Leergewicht: 1.378 kg, Zuladung: 613 kg, Kofferraumvolumen: 521 - 1.630 l.

Antrieb: Vierzylinder-Benzinmotor, Hubraum: 1.498 ccm, Leistung: 110 kW/150 PS bei 5.000- 6.000 U/min, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 1.500 - 3.500 U/min, 0-100 km/h: 8,6 s, Höchstgeschwindigkeit: 203 km/h, 7-Gang-DSG, Vorderradantrieb, Normverbrauch: 5,6 l, CO2-Ausstoß: 127 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 28.290 Euro.

Der Artikel "Skoda Karoq: Mainstream muss nicht schlecht sein" wurde am 11.10.2017 in der Kategorie Fahrbericht von Mirko Stepan mit den Stichwörtern Auto, SUV, Kompakter, Allrad, Benziner, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

Auto, SUV, Kompakter, Allrad, Benziner

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