Fahrbericht

Test Infiniti Q30 2.2d 7DCT AWD: Gratwanderung gelungen

10. Juli 2017, 10:40 Uhr
Peter Schwerdtmann, cen/ampnet 8
8Test Infiniti Q30 2.2d 7DCT AWD: Gratwanderung gelungen
Infiniti Q30. Foto: Auto-Medienportal.Net/Infiniti
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So alt ist die Edelmarke von Renault und Nissan noch gar nicht, dass sie sich schon einen Namen wie ,,Infiniti" zulegen dürfte.

So alt ist die Edelmarke von Renault und Nissan noch gar nicht, dass sie sich schon einen Namen wie ,,Infiniti" zulegen dürfte. Schließlich steht im Englischen ,,infinity" für Unendlichkeit. Aber in den USA werden Lautsprecher unter diesem Namen angeboten. Das passt schon besser zu unserem Infiniti Q30 2.2d mit Allradantrieb und Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe: Sein Design ist ,,laut" und will den kompakten Crossover mit volltönendem Äußeren vom Wettbewerb abheben.

Bei den Proportionen wird der Technikspender des Q30, der Mercedes-Benz A-Klasse, sichtbar: lange Motorhaube, weit zurückgesetztes und flaches Greenhouse. Doch damit haben sich die Ähnlichkeiten noch nicht erledigt, obwohl die Gestaltung des Japaners extensiv den Regeln des japanischen Karosserie-Barocks folgt mit stark gewölbten Flächen, schwungvollen Linien und scharfen Kanten, unterstrichen von Chrom, einem markanten schwarzen Kühlergrill, hoher Fensterlinie und den breiten Schultern der A-Klasse.

Hohe Fensterunterkante und flaches Dach bedeuten wenig Fläche an den Seitenfenstern. Die breite B-Säule und das massive Heck schränken die Sicht weiter ein. Gut, wenn sich eine gute Rückfahrkamera und ein hochauflösender Bildschirm an Bord befinden. Das gleicht die Nachteile des nach Art von Coupés flach abfallendem Dach in etwa aus. Zwei Einschränkungen lassen sich digital allerdings nicht wegbügeln: die niedrigen Vordertüren, die besonders beim Aussteigen zu tiefer Verbeugung zwingen und die kleinen hinteren Türen, die nicht gerade zum Einsteigen auf die Rücksitze einladen. Dort überrascht der Q30 jeden A-Klasse-Fahrer mit größerer Kopffreiheit.

Besonders bei der zweifarbigen Innenraumgestaltung schaffen es die Designer mit viel Geschick, die Grenze zum Übertriebenen - zum ,,too much" - gerade nicht zu überspringen. Sie hielten sich bei ihrer Gratwanderung die Möglichkeit offen, mit extravaganten Linien und edlen Materialien zu zeigen, wie sie in dieser Klasse den Begriff Luxus interpretieren. Mit dem auf den Fahrer ausgerichteten Cockpit, der asymmetrischen Gestaltung der Armaturentafel, die dem Beifahrer mehr Raum gibt, wirkt der Q30 edel.

Der Q30, den wir erlebten, hatte fast alles an Bord, was die Preisliste hergibt: Er rollte auf der gehobenen Basis Premium Tech als 2.2 d mit Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb für 38 690 Euro vor, plus Technikpaket für 1170 Euro, Sicherheitspaket für 2050 Euro, Premium-Audiosystem von Bose für 800 Euro, Panorama-Glasdach für 650 Euro, Metallic-Lackierung für 780 Euro und Style-Paket für 550 Euro. Die Liste der Extras ist kurz, der Inhalt der Pakete umfangreich. In der Summe ergibt das eine sehr gut ausgestattete Kompaktlimousine im A-Segment der Luxusklasse mit sehr gehobenem Ambiente und kompletter Sicherheits-, Komfort- und Infotainment-Technik zu einem Preis deutlich unter 50 000 Euro.

Das ist wettbewerbsfähig, auch angesichts des vollen Programms für Infotainment und Assistenzsysteme, das der Infiniti direkt vom Mercedes übernimmt. Nur an zwei Stellen werden Unterschiede spür- oder sichtbar. Der Bildschirm steht nicht - wie beim Daimler - auf der Mitte der Armaturentafel. Beim Q30 präsentiert er sich eingearbeitet und von feinem Leder umrahmt in dem Armaturenträger. Außerdem handelt es sich um einen Touchscreen.

Der 170-PS-Diesel, das Sieben-Gang-DSG und der automatisch zuschaltende Allradantrieb zeigen ihre Stärke mit schneller Gelassenheit. Dabei schiebt der Motor, ein guter Bekannter aus dem Daimler-Regal, mit seinen 350 Newtonmetern (Nm) Drehmoment schon ab 1400 Umdrehungen pro Minute (U/min) ordentlich kraftvoll an. Das Fahrwerk benimmt sich trotz ebenfalls straffer Abstimmung ausgewogener als das der A-Klasse. Kurze Stöße verdaut es und verkraftet auch die großen 18-Zoll-Räder besser als der Stuttgarter.

Mercedes-Benz hat mit seiner A-Klasse erfolgreich den Kontakt zur jungen Generation gesucht. Vom Charakter her orientiert sich der Infiniti Q30 eher an den reiferen Jahrgängen mit Sinn für die schönen Dinge des Lebens, auch schon in Kompakten. Aber die einen wollen jünger wirken, die anderen seriöser - beide werden am Infiniti Q30 ihren Spaß haben, zumal der schon zitierte japanische Karosserie-Barock nicht nur auf Käufer, sondern besonders auf unbeteiligte Betrachter wirkt. (ampnet/Sm)

Daten Infiniti Q30 2.2d 7DCT AWD Premium Tech

Länge x Breite x Höhe (m): 4,42 x 1,81 x 1,50 Radstand (m): 2,70 Motor: R4-Diesel, 2143 ccm, Common-Rail-Direkteinspritzung Leistung: 125 kW / 170 PS bei 3400 - 4000 U/min Maximales Drehmoment: 350 Nm von 1400 - 3400 U/min Max. Drehmoment: 350 Nm bei 1500 - 500 U/min Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,3 Sek. Verbrauch (Durchschnitt nach EU-Norm): 5,0 Liter CO2-Emissionen: 109 g/km (Euro 6) Leergewicht / Zuladung: min. 1573 kg / max. 627 kg Ladevolumen: 430-1200 Liter Max. Anhängelast: 1500 kg Wendekreis: 11,4 m Luftwiderstandsbeiwert: 0,31 Basispreis: 38 690 Euro

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Infiniti Q30 2.2d

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