Ratgeber

Fortbewegung auf dem Prüfstand: Elektro, Hybrid oder Verbrenner?

18. April 2023
Redaktion
Wenn Sie einen Blick auf den Neu- und/oder Gebrauchtwagenmarkt werfen, werden Sie schnell feststellen, dass die Zahl der Marken und Modelle niemals zuvor so vielfältig war. Diese Entwicklung ist der Tatsache geschuldet, dass sich unter der Haube ein Elektro-/Hybrid-Antrieb oder ein klassischer Verbrenner verbirgt. Dabei besitzen die Antriebssysteme jeweils entscheidende Eigenschaften.

Für wen eignet sich welche Antriebsvariante

Wenn Sie der Umwelt zuliebe auf ein Elektroauto umsteigen möchten, müssen Sie zwingend darauf achten, dass der Strom aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen wird. Andernfalls müssen Sie Abstriche in Sachen Umweltfreundlichkeit hinnehmen. Sofern Sie lange Strecken am Stück fahren müssen/möchten, kann die Reichweite des Fahrzeugs Ihrem Anspruch nicht zuträglich sein.

In diesem Zusammenhang kann der Hybrid-Antrieb eine interessante Alternative für Sie darstellen. Bei Bedarf können Sie flexibel auf den klassischen Verbrenner zurückgreifen und weitaus längere Fahrtstrecken bewältigen. Insbesondere im ländlichen Raum mit einer weniger gut ausgebauten Ladeinfrastruktur können die halbelektrischen Fahrzeugen durchaus ihre Stärken ausspielen und aus Kostensicht einen erheblichen Mehrwert darstellen.

Wenn Sie beispielsweise aus zeitlichen Gründen lang andauernde Ladevorgänge nicht in Kauf nehmen können, dürfte für Sie der klassische Verbrennermotor nach wie vor eine akzeptable Wahl sein. Darüber hinaus profitieren Sie natürlich bei langen Fahrstrecken von einer idealen Infrastruktur. Wer das Auto selten benötigt und in städtischen Gebieten mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, dürfte sich aus Kostensicht in einem rentablen Bereich bewegen. Dabei gelten etwa Benziner als ideale Kurzstreckenfahrzeuge, da der Motor vergleichsweise schnell warm gefahren ist.

Die Zulassung

Im Hinblick auf das offiziell gültige Zulassungsverfahren in Deutschland werden keine Unterscheidungen zwischen Elektro-, Hybrid- und Verbrennermotoren gemacht. Vor diesem Hintergrund gilt also der Grundsatz, dass die notwendige Zulassungsbescheinigung für ein Fahrzeug nur dann ausgestellt wird, wenn dessen technischer Zustand einwandfrei ist. Die Kosten für eine Kfz-Zulassung belaufen sich auf rund 26 Euro (Allgemeine Betriebserlaubnis).

Im Rahmen des Zulassungsprozesses bedarf es zudem der Beschaffung eines gültigen Kennzeichens für das Fahrzeug. Elektrofahrzeuge erhalten ihr Kfz-Kennzeichen den für sich sprechenden Zusatz "E". Die Reservierung eines (Wunsch-)Kennzeichens kann wahlweise über einen Dienstleister im Internet, wie zum Beispiel bei Kennzeichenmax zu vergleichsweise günstigen Konditionen erfolgen. Auf diese Weise sparen Sie sich an dieser Stelle letztendlich nicht nur Zeit, sondern auch Kosten. Diese hängen wiederum davon ab, welche Kennzeichen-Variante (Carbon, Größe, etc.) von Ihnen gewünscht wird.

Kosten für Neu- und Gebrauchtwagen

Beim Kauf eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs können Sie von einem attraktiven Umweltbonus profitieren. So erscheint der auf den ersten Blick recht hohe Kaufpreis des E-Autos oftmals deutlich geringer. Ähnliche Bedingungen gelten für Plug-in-Hybrid-Modelle. Trotz Umweltbonus können Sie damit rechnen, dass Ihnen der Händler weitere Rabatte für den Kauf des Fahrzeugs einräumt. Musterrechnungen ergeben allerdings auch, dass Verbrenner bei einem theoretischen Nachlass in Höhe von 10 Prozent in einigen Fällen kostengünstiger ausfällt. Selbst bei hohen Kraftstoffpreisen kann der Erwerb eines klassischen Benziners die bessere Alternative sein.

Gleichzeitig herrscht derzeit auf dem Gebrauchtwagenmarkt spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie eine stark gestiegene Nachfrage in nahezu allen Fahrzeugsegmenten. In Deutschland bezahlen Sie für einen Stromer durchschnittlich 40.239 Euro. Hybride Modelle kosten mit 40.941 Euro etwas mehr. Benziner - noch immer die stärksten Vertreter auf dem Markt für gebrauchte Fahrzeuge - kosten im Schnitt 26.787 Euro.

Wiederverkaufswert/Wertverlust

Erste Analysen verschiedener Institutionen zeigen, dass E-Fahrzeuge im Vergleich zu Verbrenner deutlich wertstabiler sind. So waren Stromer innerhalb der vergangenen 24 Monate noch immer rund 79 Prozent ihres Neupreises wert. In einigen Einzelfällen erzielen die Modelle einen Wiederverkaufswert in Höhe von 73 Prozent. Verbrenner kommen im gleichen Zeitraum auf 69 Prozent.

Hybrid-Autos scheint das bereits bekannte "Diesel-Schicksal" zu ereilen. Eine wesentliche Voraussetzung für einen drastischen Wertverlust dürfte in diesem Zusammenhang der Wegfall der bislang geltenden Förderprämien im laufenden Jahr sein. Auf dieser Basis haben Marktbeobachter prognostiziert, dass Hybrid-Fahrzeuge nach rund zwei Jahren lediglich die Hälfte ihres einstigen Neupreises wert sein werden. Sowohl für Elektro- als auch Hybrid-Modelle fehlt allerdings die Langzeiterfahrung, weshalb die bislang ermittelten Zahlen durchaus hinterfragt werden dürfen.

Laufende Kosten

Die laufenden Kosten für einen Pkw umfassen unter anderem Werkstattkosten sowie Versicherungsbeiträge und die jährlich anfallende Steuer. Letzterer Kostenfaktor setzt sich bei Verbrennern und Hybriden mitunter aus Hubraum sowie der Erstzulassung zusammen. Für Elektroautos berücksichtigt der Fiskus ausschließlich das Gesamtgewicht. Wiegt das Fahrzeug beispielsweise 2.500 Kilogramm, müssen Sie 76 Euro pro Jahr bezahlen.

Im Bereich der Wartungskosten fallen Hybrid- und E-Fahrzeuge aufgrund von nicht vorhandenen Verschleißteilen finanziell deutlich geringer ins Gewicht. Im Schnitt sind die Kosten in diesem Bereich rund 35 Prozent niedriger als bei einem Verbrenner. Umgekehrt verhält es sich bei Reparaturen. Elektro- und Hybrid-Autos besitzen kostenintensive Bauteile (Akku), welche darüber hinaus spezielle Anforderungen erfüllen müssen. Oftmals erheben Werkstätten zusätzliche Gebühren.

Bei Versicherungen dürfen Sie sich als Besitzer eines E- oder Hybrid-Modells über teilweise starke Rabatte freuen. Dennoch gilt es nach wie vor, die jeweiligen Leistungen der einzelnen Anbieter miteinander zu vergleichen. Abhängig vom Modell können Stromer im Vergleich zu Verbrennern bis zu 24 Prozent günstiger versichert werden.

Der Artikel "Fortbewegung auf dem Prüfstand: Elektro, Hybrid oder Verbrenner?" wurde am 18.04.2023 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern Fortbewegung auf dem Prüfstand: Elektro, Hybrid oder Verbrenner?, Tipp & Infos, veröffentlicht.