E-Bikes

Test: Superstrata Electric mit Schaltung - Zweiter Versuch, besserer Eindruck

29. Dezember 2022, 09:02 Uhr
Mario Hommen/SP-X 9
9Test: Superstrata Electric mit Schaltung - Zweiter Versuch, besserer Eindruck
Nach der Rennradversion ohne Gangschaltung hat uns Superstrata noch eine Variante mit 11-Gang-Kettenschaltung für einen Test zur Verfügung gestellt Foto: SP-X/Mario Hommen
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Ein E-Rennrad ohne Gangschaltung? Im Praxistest haben wir den Sinn einer solchen Version in Frage gestellt. Superstrata hat uns deshalb eine alltagstauglichere Variante geschickt. Die fuhr sich anders und besser.

Leicht, sportlich und spartanisch? Oder vielleicht doch lieber alltagstauglich und urban? Beim E-Bike Superstrata aus dem 3D-Drucker haben Kunden die Wahl, die uns bei einem ersten Date mit der Single-Speed-Rennrad-Variante allerdings nicht in allen Punkten überzeugen wollte. Superstrata hat deshalb direkt aus seiner Fabrik in Vietnam ein zweites Testexemplar zu uns geschickt, das alltagstauglicher ist und dank Updates und Upgrades einen rundum besseren Eindruck hinterlassen hat.

Im Kern bleibt es beim auffällig-wuchtigen Intube-Akku-Rahmen, der sich dank 3D-Druckverfahren auf den Körperbau des Kunden anpassen lässt und darüber hinaus bei der Formgebung gewisse Freiheiten erlaubt. Auffällig ist das kurze Sitzrohr, das sich in zwei Sattelstreben teilt, die bereits kurz unterm Sattel Richtung Hinterrad abbiegen. Das sieht weiterhin luftig und lässig aus. Hinzu kommt ein neuer Effekt-Lack, der irgendwo zwischen Blau, Lila und Grün changiert. Die Farbe fällt auf und sorgt zusammen mit dem expressiven Design für Gesprächsstoff. Der Bling-Bling-Überzug scheint sich allerdings nicht allzu fest an seinen Untergrund zu klammern, wovon der ein oder andere kleine Lackplatzer zeugte.

Anders als noch beim ersten Testexemplar verzichtet Superstrata mittlerweile auf eine rahmenintegrierte Lichtanlage. An den Übergängen von Leuchteinheit und Rahmen haben wir unter anderem das Finish der Lackierung kritisiert. Die Leuchten waren außerdem weder StVZO-konform noch bei einem Defekt der Leuchtelemente reparierbar. Als einfache Lösung hat Superstrata deshalb separate Akkuleuchten mitgeliefert. Das ist regelkonform, allerdings sind gerade E-Bikes dazu prädestiniert, von der Traktionsbatterie gespeiste Lichtanlagen zu integrieren. Diese Chance hat Superstrata nicht genutzt. Im Gegenzug wirkt der Leitungen und Züge weitgehend integrierende Rahmen damit noch aufgeräumter.

Anders als bei der im Sommer getesteten Single-Speed-Version ist dieses Mal eine Kettenschaltung mit 11-Gang-Sram-Kassette und großer Spreizung am Hinterrad montiert. Die mächtigen Zahnräder der kurzen Übersetzungen sind optisch nicht sonderlich vorteilhaft. Für den Einsatz im Flachland würden ohnehin deutlich weniger Gänge reichen, da der Heckmotor kräftig schiebt. Doch mit Kettenschaltung und kraftvollem Antrieb dürfte das Superstrata vor allem für bergige Gegenden interessant sein, wo die größere Auswahl an Übersetzungsstufen und die große Spreizung sicherlich nicht schaden. Das Schaltwerk und die Radaufhängung hinten hinterlassen einen qualitativ guten Eindruck. Alles flutscht sauber, ein Springen der Kette unter Volllast, welches es uns die Single-Speed-Variante gelegentlich bescherte, ist uns dieses Mal nicht aufgefallen.

Dank des breiten und fast gerade Lenkers der Speed-Version nimmt man auf dem Superstrata eine entspannt-aufrechte Haltung ein, die dem Fahrer ein gutes Gefühl von Kontrolle vermittelt. Das auf schmalen Sportreifen stehende E-Bike erlebt man so als spaßigen City-Flitzer, mit dem man flott um Ecken fegen und mit viel Schub vom Bafang-Heckmotor aus Kurven herausbeschleunigen kann. Hydraulische Scheibenbremsen sorgen im Bedarfsfall für vehemente Verzögerung. Zumindest im E-Modus lässt sich das Bike klar dem unterhaltsamen Spektrum zuordnen. Allein mit Muskelkraft zu fahren oder den E-Antrieb jenseits von 25 km/h zu überstimmen, erlebten wir im Fall der Electric-Variante mit Kettenschaltung hingegen als wenig verlockend. Praktisch: Der kompakte Akku im Unterrohr erlaubt gut 100 Kilometer Reichweite.

Unverändert bietet Superstrata die passgenaue Anfertigung des Rahmens auf Grundlage biometrischer Daten des Kunden an. Hier muss der Käufer bei der Online-Bestellung einige wichtige Maße seines Körpers angeben, um einen für ihn angefertigten Rahmen zu erhalten. Entsprechend bietet Superstrata im Prinzip unendlich viele Rahmengrößen. Überschaubar sind hingegen die Möglichkeiten der Ausstattung. Zu den wenigen Optionen gehört die 11-Gang-Kettenschaltung, die den Preis der E-Bike-Variante um 500 auf glatt 4.000 Euro erhöht. Unserer Ansicht nach ein Aufpreis, der sich für die meisten Nutzer lohnen dürfte.

Der Artikel "Test: Superstrata Electric mit Schaltung - Zweiter Versuch, besserer Eindruck" wurde am 29.12.2022 in der Kategorie E-Bikes von Mario Hommen/SP-X mit den Stichwörtern Test: Superstrata Electric mit Schaltung, E-Bikes, veröffentlicht.

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