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Test: Econic One Bandit - Treten hilft

27. Dezember 2022, 10:09 Uhr
Rudolf Huber/SP-X 8
8Test: Econic One Bandit - Treten hilft
Das Bandit von Econic One ist ein Crossover-Pedelec aus Bulgarien Foto: SP-X/Rudolf Huber
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Auch beim Crossover-Pedelec Econic One Bandit stammen die meisten Komponenten aus Asien. Seine Wurzeln liegen aber in Bulgarien.

Üblicherweise kommen einigermaßen erschwingliche bis billige Pedelecs aus China oder den USA. Doch die Globalisierung ist ein dynamischer Prozess. Und so versucht jetzt auch ein bulgarischer Hersteller, Europa und letztlich die ganze Welt mit seinen elektrifizierten Rädern zu beglücken. Er heißt Econic One, sein jüngstes Modell kostet weniger als 3.000 Euro, heißt Bandit wir haben es ausführlich getestet.

Was ,,ausführlich" in diesem Zusammenhang bedeutet? Die nackten Zahlen laut Bordcomputer: 668,5 Kilometer Fahrstrecke, 1.935 Minuten Fahrzeit, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20,7 und maximal 56 km/h. Was in diesen umgerechnet gut 32 Stunden im Sattel am meisten auffiel? Dass das Crossover-Bike extrem geschmeidig abrollt, mit und ohne E-Unterstützung wenig Krafteinsatz erfordert, nur 23 Kilo wiegt und dank der 29 Zoll großen und zwei Zoll breiten Continental Double Fighter-Reifen sehr leise dahinsaust. Im Vergleich mit anderen Pedelecs sammelte es deshalb reichlich Punkte in der Fahrwertung. Zumindest in der Ebene oder bei leichten Steigungen.

Beim Einsatz in den bayerischen Voralpen mit Anstiegen im zweistelligen Prozentbereich schwächelte das zwischen City-, Trekking- und Crossbike angesiedelte Zweirad deutlich. Sein hundertausendfach weltweit eingesetzter Antrieb, der Mittelmotor Bafang M410, bietet zwar nominell ein sattes Drehmoment von 80 Newtonmeter. Doch wenn es steil wird, geht ihm schnell die Puste aus, dann hilft nur kräftiges Mittreten. Hier wäre eine variable Anhebung der E-Unterstützung in den niedrigen Stufen der Zehngang-Schaltung (Shimano S-Ride M400) wie etwa bei den Performance-Motoren von Bosch wirklich sinnvoll.

Was beim Bandit sofort auffällt: Er ist komplett ungefedert, sogar die längst auch an Billig-Pedelecs obligatorische Federgabel vorne hat Econic One eingespart. Das weckt zunächst Befürchtungen über eine arge Schüttelei bei jedem Meter jenseits glatten Asphalts. Doch die sind überflüssig: Nach ein paar Kilometern wird dieses Thema abgehakt, der Komfort ist in Ordnung und auch ausgewaschene Forststraßen im Vorgebirge verursachen keine schmerzenden Gelenke. Der Sattel (Selle Italia X3) wirkt erst einmal ziemlich hart. Er passt aber ergonomisch, was sich auf einer knapp über 100 Kilometer langen Einführungs-Tour mit dem Test-Kandidaten herausstellte.

Gut 100 Kilometer - und das packt der Akku? Nun ja, man muss schon ordentlich menschliche Kraft dazusteuern, um eine solche Reichweite zu schaffen. Schließlich fasst der gelungen ins Unterrohr integrierte und herausnehmbare Strombehälter nur eher bescheidene 460 Wattstunden. Die sollen laut Hersteller für eben diese rund 100 Kilometer reichen. Wenn es dauernd eben dahingeht, ist das auch kein Problem, weil der Motor kaum gefordert wird. Auf unserer Langstrecke mit einem knapp sieben Kilometer langen Anstieg blieben dank fleißiger Tretarbeit am Schluss noch elf Prozent Restkapazität.

Zum Ablesen der Prozentangabe auf dem arg klein geratenen DP C240-Display von Bafang braucht man allerdings eine Lupe, die Anzeige ist winzig, bei hellem Sonnenschein sind nur das Tempo und mit Einschränkungen die gewählte Unterstützungsstufe ablesbar. Fünf Stufen gibt es übrigens, sie werden wie gewohnt über einen Remote neben dem linken Lenkergriff angesteuert.

Einen ordentlichen Eindruck hinterließen die hydraulischen Scheibenbremsen (Shimano BR-MT201 mit 180 und 160 Millimetern), die sich gut dosieren lassen und bei Bedarf kräftig zupacken. Fans ,,smarter" Funktionen können das Econic One-Bike per App mit dem Smartphone koppeln, dann lassen sich etwa Tempo, Route und zurückgelegte Strecke ablesen. Gegen 150 Euro Aufpreis kann das schick gestylte und gut verarbeitetete Pedelec über die App abgesperrt und alarmgesichert werden. Apropos Preise: Fürs ganze Rad verlangt Econic One faire 2.900 Euro, das Bandit kommt weitestgehend zusammengebaut im großen Karton ins Haus - und das innerhalb weniger Tage nach der Bestellung.



Technische Daten: Econic One Bandit
Antrieb: Mittelmotor, Leistung 250 Watt, maximales Drehmoment 80 Nm, Akkukapazität: 460 Wh, Schaltung: 10-Gang Shimano S-Ride M400, Bremsen: hydraulische Scheibenbremsen Shimano BR-MT201, Gewicht mit Akku: 23 kg, Preis: ab 2.899 Euro

Der Artikel "Test: Econic One Bandit - Treten hilft " wurde am 27.12.2022 in der Kategorie E-Bikes von Rudolf Huber/SP-X mit den Stichwörtern Test: Econic One Bandit, E-Bikes, veröffentlicht.

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