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Wann ist welche Kfz-Versicherung empfehlenswert?

5. August 2022
Redaktion
Wann ist welche Kfz-Versicherung empfehlenswert?
@ Mikes-Photography (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Um sich als Fahrzeughalter vor finanziellen Einbußen durch Unfälle, Diebstahl, Sturmschäden und Co. zu schützen, wird eine entsprechende Kfz-Versicherung benötigt. Welche Unterschiede zwischen Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko bestehen und welche Versicherung sich wann lohnt, wird im Folgenden erklärt.

Haftpflichtversicherung – der Pflichtschutz

Damit ein Fahrzeug in Deutschland zugelassen werden kann, ist eine Haftpflichtversicherung obligatorisch. Die im Volksmund oft kurz und knapp „Haftpflicht“ genannte Versicherung kommt für Schäden auf, die der Versicherungsnehmer an Dritten verursacht. Dabei sind sowohl Schäden an Fahrzeugen als auch Personenschäden mitinbegriffen.
Der Versicherungsumfang unterscheidet sich je nach abgeschlossenem Tarif und gewähltem Versicherer. Grundlegend umfasst eine Haftpflichtversicherung jedoch meist die folgenden Schadensarten:

Personenschäden an Dritten

• Behandlungskosten nach Personenunfall
• Schmerzensgeld
• Verdienstausfall des Geschädigten
• Hinterbliebenengeld
• Beerdigungskosten

Schäden an Fahrzeugen Dritter

• Reparaturkosten
• Abschleppkosten des Unfallwagens
• Wertminderung
• Wiederbeschaffungswert
• Nutzungsausfall
• Mietwagenkosten
• Bürokratische Kosten (Gutachter, An- und Abmeldung, Anwalt)

Darüber hinaus werden in der Regel auch Schäden abgedeckt, die beispielsweise an Gebäuden, Verkehrseinrichtungen oder der Umwelt entstehen.

Beim Abschluss der Kfz-Haftpflicht sollte stets darauf geachtet werden, dass die im Versicherungsvertrag aufgeführte Deckungssumme im Schadenfall ausreichend hoch ist. Gerade bei Personenschäden können – je nach Schwere der Schäden – Kosten in Millionenhöhe entstehen. Mit einer entsprechend hohen Versicherungssumme sichert sich der Versicherungsnehmer gegenüber den finanziellen Schadensansprüchen des Unfallopfers ab.

Wie beschrieben befasst sich die Haftpflichtversicherung ausschließlich mit der Kostenübernahme von Schäden an Dritten. Um Kosten am eigenen Fahrzeug abzusichern, die selbst verursacht wurden oder für die niemand haftbar gemacht werden kann, wird darüber hinaus eine (freiwillige) Kaskoversicherung benötigt.

Teilkaskoversicherung & Vollkaskoversicherung – der erweiterte Schutz

Eine Kaskoversicherung ist nicht verpflichtend, sondern kann optional zur Haftpflichtversicherung hinzugebucht werden. Bei der Kaskoversicherung wird zwischen Teil- und Vollkasko unterschieden.

Die Teilkasko besitzt einen geringeren Leistungsumfang und kommt für Schäden auf, die nicht selbst verschuldet wurden. Die Vollkasko umfasst alle Leistungen der Teilkasko und deckt darüber hinaus auch Schäden ab, die selbst oder durch Vandalismus verursacht wurden.

Die Teilkasko deckt unter anderem:

• Diebstahl
• Elementarschäden (Blitz, Hagel, Sturm etc.)
• Glasbruch
• Brandschäden
• Marderschäden
• Zusammenstöße mit Wildtieren

Die Vollkasko umfasst zum Beispiel:

• Alle Schäden der Teilkasko
• Vandalismusschäden
• Selbstverursachte Schäden

Besitzer eines Elektrofahrzeugs sollten vor dem Abschluss einer Teil- oder Vollkasko die Leistungsbestandteile der Versicherung besonders aufmerksam sichten. Denn inzwischen gibt es bei zahlreichen Versicherern spezielle Leistungsaspekte für Elektroautos. Zu diesen Leistungsaspekten gehört beispielsweise die finanzielle Abdeckung von Schäden an Akku oder Ladekabel nach Tierbissen oder Kurzschlüssen. Auch eine Allgefahrendeckung für die Batterie ist für Elektroautos dringend zu empfehlen.

Ab wann Teilkasko? Ab wann Vollkasko?

Ausschlaggebend für den Versicherungsabschluss ist meist der Wunsch nach mehr finanzieller Sicherheit im Falle eines Schadens am eigenen Fahrzeug. Dennoch sollte der Fahrzeughalter den Leistungsumfang immer individuell beurteilen, um die ideale Versicherung abzuschließen.

So ist eine Vollkasko beispielsweise sinnvoll, wenn es sich um einen Neuwagen oder ein Fahrzeug mit hohem Wiederbeschaffungswert handelt. Auf diese Weise kann der finanzielle Verlust im Falle eines selbst verschuldeten Unfalls aufgefangen werden. Bei Leasingfahrzeugen oder finanzierten Wagen kann der Abschluss einer Vollkaskoversicherung im Rahmen des Vertrages vorgeschrieben werden. Dies dient dem Leasing- oder Versicherungsgeber als zusätzliche Sicherheit.

Ist der Wert des Fahrzeuges überschaubar, kann auch eine Teilkasko ausreichend sein. Dies ist zwar etwas risikoreicher, da selbst verschuldete Schäden nicht abgedeckt werden, die anfallenden Versicherungsbeiträge sind dafür in der Regel jedoch geringer als bei einer Vollkaskoversicherung.

Handelt es sich um einen alten oder sehr preiswerten Wagen, dessen Verlust keinen hohen finanziellen Schaden verursachen würde, kann gegebenenfalls auf eine Kaskoversicherung verzichtet werden.

Ob eine Kaskoversicherung und, wenn ja, welche Versicherung abgeschlossen werden sollte, muss also jeder Fahrzeughalter im Hinblick auf seine Situation, seine Risikofreudigkeit und den Wert seines Autos entscheiden.

Wie viel kostet eine Kfz-Versicherung?

Pauschal lassen sich die Kosten für eine Kfz-Versicherung nicht beziffern, da sich diese aus verschiedenen Komponenten zusammensetzen. Die Beitragshöhe hängt beispielsweise davon ab, ob nur eine Haftpflicht oder auch eine Teil- oder Vollkasko abgeschlossen wird. Auch der Versicherungsumfang der jeweiligen Versicherung, optionale Zusatzleistungen sowie die Höhe der Selbstbeteiligung können sich auf den Preis auswirken. Letztere legt fest, welchen Betrag der Versicherungsnehmer im Versicherungsfall selbst beisteuern muss – meist liegt die Selbstbeteiligung zwischen 150 € und 300 €. Wird eine Versicherung ohne Selbstbeteiligung ausgewählt, sind die Beitragskosten oft etwas höher.

Immer mehr Anbieter bieten zudem die Möglichkeit, einen Telematik-Tarif abzuschließen. Bei diesem werden die Fahrdaten (Geschwindigkeit, Bremsverhalten, Beschleunigung, Kurvenverhalten) mittels einer App aufgezeichnet und an den Versicherer weitergeleitet. Bei einer guten, umsichtigen Fahrweise wird dann ein Rabatt auf den Versicherungstarif gewährt – so können Versicherungsnehmer bis zu 30 % sparen.

Vor dem Vertragsabschluss sollten also stets die Unterschiede zwischen Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko sowie die Versicherungstarife bei unterschiedlichen Versicherern verglichen werden. Je nach Versicherer und Versicherungsumfang kann es schließlich auch von Teilkasko zu Teilkasko oder Vollkasko zu Vollkasko preisliche Unterschiede geben. So kann es beispielsweise sein, dass ein Versicherungsanbieter eine Vollkaskoversicherung zum gleichen Preis anbietet wie ein anderer Anbieter die Teilkaskoversicherung. Ein Preisvergleich vorab kann also bares Geld sparen.

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