Auto

Wann sich das H-Kennzeichen lohnt

6. Juli 2022, 09:35 Uhr
Rudolf Huber
Wann sich das H-Kennzeichen lohnt
mid Groß-Gerau - Vor der Erteilung eines H-Kennzeichens muss erst ein Ingenieur das Auto überprüfen und die Originalität beurteilen. GTÜ
Exakt drei Jahrzehnte nach ihrer Erstzulassung können Autos ein H-Kennzeichen bekommen. Aber längst nicht alle Oldtimer fahren auch mit H. Denn das ist nicht immer günstiger und hat zudem einige Verpflichtungen zur Folge. Wann sich ein H-Kennzeichen lohnt, schildert die Zeitschrift Auto Straßenverkehr in ihrer aktuellen Ausgabe 16.


Exakt drei Jahrzehnte nach ihrer Erstzulassung können Autos ein H-Kennzeichen bekommen. Aber längst nicht alle Oldtimer fahren auch mit H. Denn das ist nicht immer günstiger und hat zudem einige Verpflichtungen zur Folge. Wann sich ein H-Kennzeichen lohnt, schildert die Zeitschrift Auto Straßenverkehr in ihrer aktuellen Ausgabe 16.

- Vorteile: Die Kfz-Steuer für Autos mit H-Kennzeichen beträgt unabhängig von Hubraum und Schadstoffausstoß 191,73 Euro pro Jahr. Das macht sich vor allem bei alten, großvolumigen Motoren bezahlt, die bei einer herkömmlichen Zulassung schnell die 1.000-Euro-Grenze überschreiten. Zudem darf man mit H-Kennzeichen in Umweltzonen fahren - auch ohne grüne Plakette. Für Oldtimer mit H auf dem Schild gelten bei den meisten Versicherungen zudem günstigere Tarife, jedoch fordern die Assekuranzen kostenpflichtige Wertgutachten von anerkannten Bewertern wie Classic-Analytics oder Classic Data.

- Nachteile: Vor der Erteilung eines H-Kennzeichens muss erst ein Ingenieur von Dekra, TÜV, GTÜ oder KÜS das Auto überprüfen und die Originalität beurteilen. Daraus ergibt sich, ob das Auto ein erhaltenswerter Klassiker ist oder ein verbrauchter Alltagsgegenstand. Dieses Urteil wird bei jeder Hauptuntersuchung neu geprüft - und muss bezahlt werden.

- Saisonkennzeichen: Wer seinen Oldtimer nicht das ganze Jahr fahren will, kann sich für ein Saisonkennzeichen entscheiden und so Kfz-Steuer und Versicherungsbeiträge sparen. Saisonkennzeichen dürfen für minimal zwei und maximal elf Monate gelten und lassen sich auf jedes Fahrzeug anwenden. Das kann sich auch für Autos rechnen, die eigentlich schon ein H-Kennzeichen bekommen könnten. Besonders bei Autos mit kleinen Motoren und Abgasreinigung kann es sich lohnen, das Auto normal zuzulassen, weil die Kfz-Steuer dann unter dem Pauschalbetrag von 191,73 Euro liegen kann.

Zum 1. Januar 2022 gab es in Deutschland laut VDA 648.000 Autos, die älter waren als 30 Jahre. Aber nur 57,3 Prozent oder rund 370.000 Fahrzeuge trugen auch ein H-Kennzeichen. Die meisten Oldtimer mit H-Zulassung tragen einen Mercedes-Stern (158.843), gefolgt von VW (125.438). Dahinter folgen mit deutlich niedrigeren Werten die Hersteller Porsche (43.261), BMW (37.006) und Opel (27.370).

Der Artikel "Wann sich das H-Kennzeichen lohnt" wurde am 06.07.2022 in der Kategorie Ratgeber von Rudolf Huber mit den Stichwörtern Auto, Oldtimer, Ratgeber, Tipp & Infos, veröffentlicht.

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