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E-Mobilität aus zweiter Hand

8. September 2021, 08:44 Uhr
Rudolf Huber
E-Mobilität aus zweiter Hand
mid Groß-Gerau - Interessenten sollten unbedingt abklären, ob beim gebrauchten E-Auto die Garantie für den Akku noch greift und ob ein Nachweis über dessen Wartung vorhanden ist. ERGO Group
Das Angebot an gebrauchten E-Autos wächst stetig. Worauf sollten Interessenten grundsätzlich beim Kauf von Second-Hand-Fahrzeugen achten und was ist speziell bei Stromern wichtig? Hier sind die Antworten.


Das Angebot an gebrauchten E-Autos wächst stetig. Worauf sollten Interessenten grundsätzlich beim Kauf von Second-Hand-Fahrzeugen achten und was ist speziell bei Stromern wichtig? Hier sind die Antworten.

Unabhängig davon, ob der Gebrauchtwagen mit Diesel, Benzin oder Strom betrieben wird: "Einige Dinge sollten Käufer immer beachten", so Frank Mauelshagen, Kfz-Experte von Ergo. "Dazu gehört, das Fahrzeug auf Beschädigungen wie etwa Dellen oder Rostflecken sowie den Innenraum auf Wasserflecken zu prüfen." Diese könnten beispielsweise ein Hinweis auf undichte Fenster oder ein undichtes Schiebedach sein.

Sind Zulassungsbescheinigung und Serviceheft vorhanden? Kann der Verkäufer weder ein Serviceheft, noch Belege von regelmäßigen Checks bei einer Werkstatt nachweisen, sollte der potenzielle Käufer vorsichtig sein. Der Kfz-Experte empfiehlt zudem eine Probefahrt. Davor sollten Interessenten die Reifen prüfen und dabei auf klappernde Geräusche achten sowie die Bremsen testen. "Stimmt der Verkäufer einer Probefahrt nicht oder nur ungern zu, ist von dem Kauf des Fahrzeugs eher abzuraten", so der Auto-Fachmann.

Ein E-Auto hat im Vergleich zu einem Verbrenner weniger Verschleißteile, die der potenzielle Käufer überprüfen sollte. "Hier ist vor allem die Leistungsfähigkeit des Akkus entscheidend", so Mauelshagen. "Käufer sollten daher unbedingt abklären, ob die Garantie für den Akku noch greift und ein Nachweis über dessen Wartung vorhanden ist."

Weil die Batterie im Laufe der Zeit an Kapazität verliert ist es wichtig, die Anzahl der verbliebenen Ladezyklen zu prüfen. Bei den in E-Autos am häufigsten eingesetzten Lithium-Ionen-Akkus kann der Fahrer von 1.500 bis 2.500 Ladezyklen ausgehen. Danach liegt die Batterieleistung nur noch bei maximal 80 Prozent.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann den Akku von einer Kfz-Werkstatt prüfen lassen. Die liest dabei wichtige Batteriedaten aus, um Aufschluss über die Restkapazität zu geben und kann beispielsweise feststellen, ob der Akku durch eine Tiefenentladung beschädigt wurde. Ein weiterer Rat: Eine längere Probefahrt einplanen und dabei darauf achten, wie schnell die Reichweite wegschmilzt. Auch die Auswirkungen von Heizung und Klimaanlage auf die Reichweite können dabei interessant sein.

Die Bremsen bei einem E-Auto kommen wegen der Rekuperation oft weniger zum Einsatz als bei einem Verbrenner. "Dadurch bildet sich leicht Rost, der wiederum die Bremswirkung verzögern kann", informiert der Kfz-Experte. Käufer sollten daher einen genauen Blick darauf werfen. Ebenso wichtig ist es, Leitungen und Ladekabel auf Risse und Marderbisse zu checken. Doch Vorsicht: Vor allem die orangefarbenen Hochvolt-Leitungen auf keinen Fall berühren!

Nicht nur beim Gebrauchtwagencheck, sondern auch bei der Kfz-Versicherung spielt der Akku eine wichtige Rolle. Doch in vielen Versicherungsbedingungen kommt er gar nicht vor. "Als eines der teuersten Bestandteile des E-Autos ist seine Absicherung aber besonders wichtig", so der Kfz-Experte. Reparatur- oder Austauschkosten liegen schnell bei mehreren tausend Euro. Mauelshagen rät Käufern deshalb, unbedingt zu überprüfen, ob der Akku oder beispielsweise auch das Abschleppen des Fahrzeugs bei leerem Akku mitversichert sind.

Der Artikel "E-Mobilität aus zweiter Hand" wurde am 08.09.2021 in der Kategorie New Mobility von Rudolf Huber mit den Stichwörtern Auto, Elektroauto, Gebrauchtwagen, Ratgeber, New Mobility, veröffentlicht.

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