E-Bikes

Sicherheit im deutschen Straßenverkehr: Verzerrtes Bild durch Corona?

9. Juni 2021
Redaktion
Sicherheit im deutschen Straßenverkehr: Verzerrtes Bild durch Corona?
Bild: ©istock.com/Canetti
In vielen Monaten von 2020 sahen die deutschen Straßen so ruhig aus wie nie zuvor.

Dies führte zu entsprechend weniger Konflikten und einer positiven Statistik. Allerdings ist dieses Bild wahrscheinlich nicht von Dauer.

Mehr unterschiedliche Verkehrsmittel bevölkern die Straßen

Der Trend zum Auto nimmt in Großstädten zwar ab, allerdings bedeutet das nicht, dass der Straßenverkehr dadurch ruhiger und sicherer wird. Denn Fahrräder, E-Bikes und seit wenigen Jahren auch noch E-Scooter gewinnen weiter an Beliebtheit – was an den Übergängen zwischen Straße, Radweg und Bürgersteig immer wieder zu Risikosituationen führt.

Und gerade durch die Koexistenz ganz unterschiedlicher Verkehrsmittel, die jeweils gerne auf ihr vermeintliches Vorrecht bestehen, leidet die Übersicht zusätzlich. Dabei auffällig: Die sogenannten Pedelecs, also Fahrräder mit E-Trittunterstützung bei bis zu 25 Stundenkilometern, sind überdurchschnittlich oft in schwere Unfälle verwickelt. Im Gegensatz zu klassischen Fahrrädern, bei denen die Zahl der tödlich verunglückten Fahrer 2020 um rund 14 Prozent sank, nahm sie bei Pedelec-Fahrern um über 22 Prozent zu.

Die Gründe dafür sind offensichtlich: Aufgrund der technischen Unterstützung lockt das Pedelec Menschen in den Straßenverkehr, die andernfalls nicht daran teilnehmen würden. Als bestes Beispiel dafür gelten Senioren. Gleichzeitig ermöglichen die E-Zweiräder höhere Geschwindigkeiten auch ohne entsprechenden Fitnesszustand; berechnet man dann noch das enorme Gewicht der Pedelecs sowie die tendenziell schlechteren Reaktionszeiten älterer Menschen mit ein, erscheint das Risikopotenzial keineswegs überraschend.

Weiterhin wichtig: Rechtsschutz und Versicherungsthemen

Trotz immer besserer Technologie, die sich bei allen fahrbaren Untersätzen zeigt, bleibt die Verkehrssicherheit somit eine heikle Angelegenheit. Das erklärt, warum Produkte wie die Verkehrsrechtsschutzversicherung weiterhin hoch im Kurs stehen, denn gerade dann, wenn die Schuldfrage nicht eindeutig geklärt ist, wird die Beratung durch einen Anwalt schnell notwendig. Kommt es tatsächlich zum Rechtsstreit, übernimmt der Verkehrsrechtsschutz die Kosten in versicherten Fällen.

Der Rückgang, der 2020 an Verkehrsunfällen verzeichnet wurde, führt bei dieser Entscheidung gerne zu trügerischer Sicherheit. Schließlich ist zu beachten, dass aufgrund der Pandemie insgesamt deutlich weniger Straßenverkehr stattfand, da viele Menschen dauerhaft im Homeoffice blieben. Die historischen Tiefstände, die sich daraus ergaben, lesen sich zwar positiv, sind aber mit Vorsicht zu genießen. Es ist nämlich davon auszugehen, dass die alte Normalität spätestens nach Ende der Coronakrise wieder zurückkehren wird: Der Mensch möchte schließlich weiterhin mobil bleiben und die immer individuellere Auswahl an Verkehrsmitteln sorgt dafür, dass dieser Wunsch auch erfüllt wird.

Der Artikel "Sicherheit im deutschen Straßenverkehr: Verzerrtes Bild durch Corona?" wurde am 09.06.2021 in der Kategorie E-Bikes von Redaktion mit den Stichwörtern Sicherheit im deutschen Straßenverkehr: Verzerrtes Bild durch Corona?, E-Bikes, veröffentlicht.

Sicherheit im deutschen Straßenverkehr: Verzerrtes Bild durch Corona?

Weitere Meldungen

20. Juli 2021

Porsche Macan: Modellpflege 2.0

2014 ist der Porsche Macan gestartet, inzwischen gab es ein Facelift. Eigentlich wäre also jetzt allmählich ...