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Homeoffice - Die ungewohnte Freiheit richtig nutzen

23. April 2021
WM-Redaktion
Homeoffice - Die ungewohnte Freiheit richtig nutzen
@ ID 377053 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Corona hat unser Leben mächtig verändert, und zwar in fast allen Aspekten. Einer davon ist natürlich das Berufsleben. Wer nicht selbstständig in der Gastronomie arbeitet, sondern vielleicht in einem Angestelltenverhältnis im Bürobereich steht, kommt nun öfter in den Genuss, die Arbeit von zu Hause aus erledigen zu dürfen.

Das empfinden manche Arbeitnehmer als Traum, der sich endlich wie von Zauberhand erfüllt. Diese Menschen können ihr Glück kaum fassen und genießen die neuen Arbeitsbedingungen. Für andere Menschen ist es das blanke Gegenteil, nämlich geradezu ein echter Albtraum. Auch die Freiheit fühlt sich nicht immer "frei" an. Beim Arbeiten im sogenannten Homeoffice kann es sehr herausfordernd sein, mit den Freiheiten richtig umzugehen.

Freiheit: Privat ein Muss, beruflich ein Schreckgespenst?

Irgendwie ist es paradox: Da werden unsere Freiheiten eingeschränkt, was auf wenig Gegenliebe stößt und mancherorts Massenproteste und Widerstand auslöst. Bei den Freiheitsbeschneidungen im privaten Bereich sind sich mehr oder weniger alle Betroffenen einig: Das geht gar nicht! Vorschriften und Restriktionen gehören nicht in eine Demokratie und passen, nebenbei bemerkt, auch überhaupt nicht an einen Ort wie Husum. Werden wir aber ins Homeoffice geschickt, was auf den ersten Blick den Grad der Freiheit in die Höhe schnellen lässt, ist das Entsetzen bei manchem Betroffenen riesig. Plötzlich fehlt der schützende Rahmen, der den Tagesablauf und die Struktur vorgibt. Nein, so eine Art Freiheit möchten viele Arbeitnehmer dann auch wieder nicht. Der Grund? Da gibt es viele. Einer davon ist sicherlich, dass die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen. Bei den ganz Fleißigen kann das dazu führen, dass die Freizeit nicht mehr genutzt wird, da der Pausengong im Kopf nicht funktioniert. Darum gleich vorab: Pausen sind beim Arbeiten im Heimbüro absolut essentiell. Diese müssen sich klar von der Arbeit abgrenzen, indem man die Aktivität während der Erholungsphase konsequent ändert. Spielen ist immer eine gute Idee (hier eine Liste mit beliebten Vorschlägen).

Die Tage bekommen einen neuen Rhythmus - Wenn man es zulässt

Und somit hätten wir auch schon den Übeltäter identifiziert, der das Homeoffice für manchen unfreiwilligen Heimarbeiter als Ort des Grauens erscheinen lässt. Die Struktur ist es, die nicht mehr so offensichtlich von Dritten vorgegeben wird. Der Blick auf die Uhr, der bisher immer automatisch erfolgte, wird bei den meisten Heimarbeitern schließlich immer seltener praktiziert, sofern man sich die Zeit frei einteilen kann. Endlich besteht die Gelegenheit, alles etwas geruhsamer angehen zu lassen. Der Wecker klingelt? Ach, noch einmal Umdrehen muss doch erlaubt sein. Der Morgenkaffee wird vielleicht länger zelebriert, dann klingelt auch noch das Telefon. Sitzt man dann endlich am Schreibtisch, wandert der Blick vielleicht noch zum Bügelbrett oder zum Fenster, das auch mal wieder geputzt werden könnte. Dies und das wird noch erledigt und plötzlich verschiebt sich die Arbeitszeit. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben! Es ist ja nicht so, dass wir nicht fleißig wären, ganz im Gegenteil! Wir füllen die Stunden mit Aufgaben, meist im Haushalt, die wir noch nicht einmal wahrgenommen hätten, wenn wir "auswärts" arbeiten würden. Arbeiten in den eigenen vier Wänden erfüllt leider oft nicht die Erwartungen nach einem viel entspannteren Tag. Es verschiebt den Tagesrhythmus und man könnte sie manchmal verfluchen, diese neu gewonnene Flexibilität.

Konsequent sein und sich selbst beschummeln

Ein Patentrezept, um das genannte (Luxus?-)Problem zu lösen, gibt es nicht. Manchem hilft es, sich selbst ein kleines Schauspiel zu liefern. Nun ist man selbst zuständig, sich den notwendigen Druck zu machen. Ein seltsamer, aber wirksamer Trick: Der Erwerbstätige hört den Wecker klingeln, steht auf, erledigt seine Morgenroutine. Er tut so, als sei zum Beispiel 8 Uhr Arbeitsbeginn. Also heißt es: Fertig machen für die Arbeit! Die Bluse oder das Hemd wird aus dem Schrank geholt, die Schuhe vielleicht nochmal geputzt. Erst so richtig "öffentlichkeitstauglich" wird dann losgegangen. Der Arbeitsweg besteht aus zehn Schritten bis zum Schreibtisch. Diese recht witzige Vorgehensweise mag absurd erscheinen, aber kann enorm hilfreich sein. Manche von uns sind so darauf konditioniert, erst im Business-Look in den Arbeitsmodus zu schalten, dass sie es nur noch mit Hilfe dieser Maßnahmen schaffen. Privat- und Berufsleben sollten möglichst getrennt werden. Das widerspricht zwar dem Wunschbild vieler Arbeitnehmer, leger im Morgenmantel oder Hausanzug ihrem Job nachzugehen, aber die Realität erfordert eben manchmal besondere Mittel. Hauptsache, es funktioniert. Der Trick mit dem Anziehen der Berufskleidung wirkt übrigens auch ziemlich gut als Präventivmaßnahme gegen plötzliche Arbeitswut im Haushalt. Die Hausarbeit wird dann erledigt, wenn man Feierabend hat und andere Kleidung trägt.

Arbeitszeiten splitten? Das kann nicht jeder

Zu Hause kann das Zeitgefühl sich sehr verändern. Während die Zeit im Büro von der Ankunft bis zur Mittagspause subjektiv betrachtet vielleicht oft sehr schnell verflogen ist, kann sie in den eigenen vier Wänden schleichen. Erschwerend kommt dann manchmal noch hinzu, dass der Hund oder die Katze davon überzeugt ist, dass die Pause längst fällig wäre. Manche versuchen dann, die Arbeitsphasen zu entzerren. Man muss ja nicht unbedingt 8 Stunden am Stück durchackern, sondern könnte doch vier Stunden morgens und weitere vier abends absolvieren, oder etwa nicht? Das funktioniert für einige Menschen wirklich recht gut. Für andere ist die zweite "Schicht" dann eine Qual, denn mit der Hausarbeit und anderen Verpflichtungen vor der Nase verkommt oft der gesamte Tag zum "Arbeitstag". Im Hinterkopf bleibt oft das nagende Gefühl, dass immer noch Arbeit wartet. Das etappenweise Aufsplitten der Arbeitszeit sollte behutsam ausgetestet werden. Es scheint eine "Typfrage" zu sein, ob diese Art der Zeiteinteilung zur Be- oder Entlastung beiträgt.

Fazit: Da müssen wir wohl durch und nur eines hilft

Eine Wahl haben die meisten von uns vorerst nicht. Schön für diejenigen, die das Homeoffice genießen, eine Herausforderung für "die Anderen". Alle, die im Heimbüro arbeiten, sollten sich zu Herzen nehmen, dass eine Selbstdisziplin bei der Durchstrukturierung des Tagesablaufs Pflicht ist. Dazu gehören unbedingt Pausen! Meist ist es hilfreich, die Arbeit morgens zu erledigen, damit sie das Gewissen nicht mehr belastet. Eine strikte Trennung zwischen "Beruf" und "Privat" scheint ein absolutes Muss zu sein, was auch erklärt, warum das Tragen von Bürokleidung als psychologischer Trick meist so gut funktioniert. Und da wäre noch eine Sache: Vergessen Sie nie, wie schön Husum "draußen" ist und genießen Sie Ihre Pausen an der frischen Luft, so oft es geht!

Der Artikel "Homeoffice - Die ungewohnte Freiheit richtig nutzen" wurde am 23.04.2021 in der Kategorie Ratgeber von WM-Redaktion mit den Stichwörtern Homeoffice - Die ungewohnte Freiheit richtig nutzen, Tipp & Infos, veröffentlicht.

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