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Wasserstofftechnologie: Relevanz in der Automobilbranche steigt

3. Mai 2021
Redaktion
Wasserstofftechnologie: Relevanz in der Automobilbranche steigt
@ akitada31 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Um Klimaschutzziele zu erreichen, bedarf es neuer Antriebstechnologien für Fahrzeuge, die zu einer deutlichen Emissionsreduzierung führen. Neben batterieelektrischen Lösungen hat insbesondere der Antrieb auf Basis von Wasserstoff hohes Potenzial. Das hat auch die Bundesregierung erkannt und forciert die Entwicklung mit ihrer „Nationalen Wasserstoffstrategie“ (NWS) und der Nationale Plattform Zukunft der Mobilität (NPM). Im April 2021 zieht diese eine positive Zwischenbilanz.

Laut einem aktuellen Bericht der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) stehen die Chancen gut, dass die Brennstoffzellentechnologie im Bereich der mobilen Anwendungen einen Durchbruch erzielt. Es seien gute Zeiten für die Brennstoffzellentechnologie angebrochen. Allerdings heißt es im Positionspapier auch: Es ist noch viel zu tun.

Ideal für Langstrecke und schwere Lasten

Klassische, batteriegebundene Elektrofahrzeuge haben bislang zwei große Defizite. Zunächst eignen sie sich aufgrund ihrer begrenzten Reichweite und den relativ langen Ladezeiten kaum für Langstrecken. Zudem stoßen sie schnell an ihre Grenzen, wenn es um Anwendungen mit hohen Leistungs- und Energieanforderungen geht. Wasserstofftechnologien sind hingegen in der Lage, selbst schwere Fahrzeuge wie Lkw auf große Distanzen effizient anzutreiben. Gerade im Nutzfahrzeugbereich ist der Einsatz entsprechender Lösungen daher von hoher Relevanz. Einige Hersteller - darunter Daimler und Bosch - arbeiten bereits konkret an Brennstoffzellen-Lkw.

Im Pkw-Bereich existieren seit längerem Wasserstoffkonzepte. Ein Beispiel ist der Toyota Mirai, dessen zweite Modellgeneration unlängst veröffentlicht wurde. Er fährt bis zu 650 km weit und lässt sich innerhalb weniger Minuten volltanken. Mit einem Listenpreis ab rund 64.000 Euro ist Toyotas Wasserstoffauto allerdings noch weit von einer Massentauglichkeit entfernt. Hinzu kommt ein noch kaum vorhandenes Netz an Wasserstofftankstellen.

Damit Wasserstoff-Pkw echte Relevanz erlangen, müssen nicht nur mehr Tankstellen bereitgestellt werden. Die Hersteller müssen auch eine kostengünstigere Fertigung ihrer Produkte in größeren Stückzahlen realisieren und weiter an der Effizienz ihrer Antriebe arbeiten. Die Politik scheint bereit, die Umsetzung dieser grundlegenden Aspekte zu unterstützen.

Politik forciert Wasserstofftechnologie

Im Jahr 2020 veröffentlichte die Bundesregierung ihre „Nationalen Wasserstoffstrategie“ (NWS), die unter anderem das Ziel hat, CO2-Emissionen im Verkehr deutlich zu verringern. Seither ist klar: Deutschland soll nach dem Willen der Politik eine führende Rolle beim Thema Wasserstoff einnehmen. Dies äußert sich mittlerweile anhand zahlreicher Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die staatlich gefördert werden. Eine Schlüsselrolle könnte beispielsweise schon bald das sogenannte Wasserstoff-Technologie-Anwendungszentrum, kurz WTAZ, spielen. Gleich drei solcher Zentren sollen in Deutschland entstehen.

Das WTAZ soll künftig Wasserstofftechnologien erforschen, entwickeln, prüfen, zertifizieren und standardisieren, um sie schließlich dem internationalen Markt zur Verfügung zu stellen. Eine wichtige Aufgabe wird es darüber hinaus sein, die deutsche Automobil- und Zulieferindustrie bei der Implementierung emissionsfreier Wasserstoff-Fahrzeugtechnologien zu unterstützen. Hierfür wird das WTAZ als Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie fungieren, wodurch sich der Technologie- und Know-how-Transfer beschleunigt. Neue, wasserstoffbasierte Fahrzeuge könnten so deutlich schneller zur Marktreife und Praxistauglichkeit gebracht werden.

MR PLAN Group treibt Wasserstoffnutzung im Mobilitätsbereich voran

Als Konsortialpartner des WTAZ Bayern ist die MR PLAN Group in all die zuvor skizzierten Überlegungen involviert. Der innovative Engineering-Dienstleister zählt somit zu den Technologietreibern beim Thema Wasserstoff. Eine besondere Affinität hat das Unternehmen mit Hauptsitz im bayerischen Donauwörth zur Automobilindustrie. Somit ist die Wasserstoffnutzung im Mobilitätsbereich nicht nur im Team der MR PLAN Group allgegenwärtig, sondern wird es auch im WTAZ Bayern sein. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Partnern - darunter BMW, Toyota, Hyundai, MAN und Schäffler - könnten hier also tatsächlich schon bald wegweisende Wasserstofftechnologien für die grüne Mobilität der Zukunft entstehen.

Fazit: Weichen stehen auf Erfolg

Politischer Rückenwind, staatliche Förderung, WTAZ: Die Chancen, dass in Deutschland schon bald wegweisende Wasserstofftechnologien für die grüne Mobilität der Zukunft entwickelt und produziert werden, stehen gut. Kommen dann noch attraktive Fahrzeugkonditionen, geeignete Wasserstoff-Infrastrukturen und günstige Wasserstoffpreise hinzu, kann Individualmobilität mit unbeschränkter Reichweite flächendeckend zur Realität werden.

Der Artikel "Wasserstofftechnologie: Relevanz in der Automobilbranche steigt" wurde am 03.05.2021 in der Kategorie New Mobility von Redaktion mit den Stichwörtern Wasserstofftechnologie: Relevanz in der Automobilbranche steigt, New Mobility, veröffentlicht.

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