Elektroauto

Kleinbus Toyota Proace Verso Electric im Test

18. Januar 2024, 17:46 Uhr
Mike Neumann 16
16Kleinbus Toyota Proace Verso Electric im Test
mid Groß-Gerau - Toyotas Kleinbus, der Proace Verso, ist als vollelektrische Variante erhältlich. Mike Neumann / mid
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Die sinnvollste Fahrzeugkategorie außer einem Kombi ist für Menschen, die in ihrem Automobil Platz benötigen, der Kleinbus. Toyota hat in diesem Bereich den Proace Verso sogar als vollelektrische Variante im Angebot. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat das Platzwunder zwei Wochen lang getestet.


Die sinnvollste Fahrzeugkategorie außer einem Kombi ist für Menschen, die in ihrem Automobil Platz benötigen, der Kleinbus. Toyota hat in diesem Bereich den Proace Verso sogar als vollelektrische Variante im Angebot. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat das Platzwunder zwei Wochen lang getestet. Die sinnvolle Fahrzeuggattung der Kleinbusse ist in letzter Zeit wieder im Aufschwung, neben dem wiederkehren der Kombis ein gutes Zeichen. Ein C-Segment Stadt-SUV hingegen brauchen die wenigsten.

Der Toyota Proace Verso ist in zwei Dieselvarianten oder wie in unserem Fall vollelektrisch erhältlich. In Kooperation mit dem Stellantis Konzern erhält der Proace Verso den bekannten 100 kW/136 PS Elektromotor, zur Seite steht ihm eine 75 kWh fassende Batterie. Super sportliche Fahreigenschaften sind also nicht zu erwarten, das maximale Drehmoment von 260 Nm und die Elektrofahrzeug typische, sehr flotte Reaktionszeit lassen die Leistung gefühlt höher ausfallen als es das Datenblatt bestätigt. Von 0-100 km/h geht es in gemütlichen 13,3 Sekunden, viel schneller wird es dann auf der Autobahn auch nicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h.

Reichweitentechnisch geht es nach WLTP Angabe bei voller Batterie bis zu 315 km weit, der Verbrauch wird mit 26,9 kWh/100 km angegeben, bei winterlichen Temperaturen darf man hier noch einige Kilometer abziehen. Im schlechtesten Fall standen bei uns noch 90 km Restreichweite bei 50 Prozent Akkustand auf der Anzeige, über 200 km weit sind wir trotzdem gekommen, bevor wir sicherheitshalber nochmal einen Ladestopp eingelegt haben. Geladen werden kann der Proace Verso mit 100 kW an der Schnellladesäule oder mit 11 kW an der heimischen Wallbox. Wer mehr garantiere Reichweite benötigt, ist mit der Dieselvariante definitiv besser beraten.

Das äußere Erscheinungsbild ist eher unspektakulär, form follows function. Dafür überzeugt der Proace Verso mit seinen inneren Werten. Um in den Innenraum mit acht Sitzen (zwei in der ersten Sitzreihe, drei in der zweiten Sitzreihe und nochmals drei in der dritten Sitzreihe) zu gelangen, kann man neben den Türen vorn eine von zwei großen Schiebetüren an der Seite nutzen. Zum Beladen öffnet sich die Heckklappe praktischerweise komplett nach oben.

Reicht einem das Ladevolumen von 550 Litern im Kofferraum nicht, lassen sich Sitzreihe zwei und drei noch entsprechend umklappen und auch in der Länge verschieben, über zwei Meter Ladelänge und 1,618 Meter Ladebreite sind möglich. Eine Besonderheit am Proace Verso sind die sechs vollwertigen Sitze im Fond, an denen sich jeweils ein Kindersitz per Isofix-Halterung befestigen lässt. Über die optional erhältliche Anhängerkupplung lasst sich ein Anhänger bis 1.000 kg (gebremst) ziehen.

An Ablagemöglichkeiten im Innenraum mangelt es nicht, die zweite Sitzreihe kann wie im Flugzeug kleine Tische von den Vordersitzen runterklappen, einige Staufächer sind ebenfalls an Bord. Die Klimatisierung für die Passagiere im hinteren Fahrzeugbereich lässt sich individuell einstellen. Das Infotainmentsystem wird auf einem sieben Zoll großen Multimedia-Display angezeigt, wirkt aufgeräumt aber optisch etwas altbacken. Dafür läuft es flott und ist intuitiv bedienbar.

Die Fahreranzeigen sind ebenfalls digital dargestellt, ein Head-up-Display wird über eine ausklappbare Plastikscheibe realisiert, unseren persönlichen Geschmack trifft diese Lösung nicht. Wir bevorzugen die Variante ohne Scheibe. Das Soundsystem mit seinen acht Lautsprechern spielt angemessen und ein Mobiltelefon lässt sich per Kabel mit Android Auto oder Apple CarPlay koppeln.

Preislich startet der Toyota Proace Verso Electric ab 64.530 Euro, unsere Team-Deutschland Edition inklusive Navigationssystem ist mit 66.160 Euro ausgeschrieben. Ein teurer Spaß für die aktuell preislich kaum günstigere Elektromobilität, die Dieselvariante startet 10.000 Euro günstiger und ist ab 54.875 Euro zu haben.

Der Toyota Proace Verso ist ein durchdachter und praktischer Kleinbus mit viel Platz ohne unnötigen Schnickschnack, für unser Fahrprofil würden wir aber die Dieselvariante wählen.

Mike Neumann / mid

Technische Daten Toyota Proace Verso Electric:

- Länge / Breite / Höhe: 4.959 / 1.920 / 1.899 Meter
- Motor: Permanentmagnet-Synchron-Elektromotor
- Getriebe: Automatik
- Batteriekapazität: 75 kWh
- Reichweite (WLTP): 315 km
- Leistung: 100 kW/136 PS
- max. Drehmoment: 260 Nm
- Ladeleistung: 11,0 kW Wallbox, DC: 100,0 kW
- Beschleunigung: 0 bis 100 km/h in 13,3 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
- Verbrauch WLTP kombiniert laut Hersteller: 26,9 kWh/100 km
- CO2-Emissionen: 0 g/km
- Preis: ab 64.530 Euro, Testwagenpreis 66.160 Euro

Der Artikel "Kleinbus Toyota Proace Verso Electric im Test" wurde am 18.01.2024 in der Kategorie Fahrbericht von Mike Neumann mit den Stichwörtern Elektroauto, Minibus, C-Segment, Fahrbericht, Praxistest, Importeur, Familie, Van, Bus, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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