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MPU kaufen: Ein kritischer Blick auf einen problematischen Trend

1. September 2023
Redaktion
MPU kaufen: Ein kritischer Blick auf einen problematischen Trend
@ Bild von Gerd Altmann auf Pixabay (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
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Was ist die MPU?

Die medizinisch-psychologische Untersuchung ist eine wissenschaftliche Methode, bei sicherheitsbedenklichen Auffälligkeiten eines Führerschein-Inhabers, etwa nach Alkoholdelikten, Drogenkonsum, hoher Aggressivität oder einer Überzahl an Punkten in Flensburg, um dessen Eignung zu prüfen, den Führerschein behalten zu dürfen. Auch bei Neubeantragung des Führerscheins, etwa nachdem dieser wegen Verkehrsdelikten abgegeben werden musste, ist diese Untersuchung Pflicht. In einem gewissen Rahmen hat die Führerscheinstelle Ermessensspielraum, ob sie die MPU einsetzt.

Die MPU besteht aus drei Teilen: einem medizinischen Gesundheitscheck, einem Test der Leistungsfähigkeit und einem Gespräch mit einem Psychologen. Der Ablauf wird dokumentiert, auf Wunsch auch auf Band mitgeschnitten.

Warum versuchen einige, eine MPU zu kaufen?

Prüfungsängste oder das Bewusstsein, die Anforderungen dieser Untersuchung nicht erfüllen zu können (oder zu wollen), kann Betroffene dazu verleiten, einen anderen Weg zu beschreiten und eine MPU kaufen zu wollen. Tatsächlich gibt es dafür einen Schwarzmarkt, im Darknet oder über Kontakte zu korrupten Dienstleistern im Umfeld der MPU Erstellung. Schließlich sind Leute, die über einen illegalen Weg ein so wichtiges Dokument zu erlangen versuchen, bereit, viel Geld dafür zu bezahlen. Das eröffnet Geschäftsmöglichkeiten im Bereich der Bestechung und der Urkundenfälschung. Es mag jemandem mit viel Geld wie eine einfache Methode erscheinen, mühelos und zeitnah zu einem neuen Führerschein zu kommen, oder zu verhindern, dass er überhaupt einen Führerschein entzogen bekommt. Ein Suchtkranker unterdessen braucht sich keine Illusionen zu machen, dass seine Abhängigkeit von Drogen oder Alkohol unbemerkt bleiben würde, und weiß im Voraus, dass der Versuch vergeblich wäre.

Die rechtlichen Risiken des MPU-Kaufs

Die Führerscheinstelle weiß natürlich, dass es Möglichkeiten gibt, MPUs zu fälschen oder komplett erfundene Bescheide zu kaufen. Sie wird vorgelegte Dokumente einer Prüfung auf Echtheit unterziehen, oder im Zweifelsfall Nachforschungen anstellen, wie die vorliegenden Daten zustande gekommen sind. Je nachdem, wie man zu einer falschen MPU-Bescheinigung gekommen ist, bestehen verschiedene Möglichkeiten, bei Entdeckung rechtlich belangt zu werden. Das kann Urkundenfälschung (§ 267 StGB) sein. Ist Bestechung (§ 334 StGB) im Spiel, erwarten auch den Empfänger von Zahlungen rechtliche Konsequenzen und er wird neben einer Anklage wegen Bestechlichkeit (§ 332 StGB) wohl seinen auf einem Vertrauensverhältnis basierenden Job verlieren. Die Strafen wären bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafe. Die Urkundenfälschung wird höher gewichtet, das Strafmaß geht hier bis fünf Jahre.

Die ethischen Bedenken des MPU-Kaufs

Es ist klar, dass der Korruption Tür und Tor geöffnet werden würde, wenn es leicht und folgenlos wäre, eine MPU zu kaufen, oder wenn die Justiz untätig bliebe, diese Handlungen zu verfolgen und zu ahnden. In der Folge wären die Straßen voll mit Fahrzeugführern, die gegebenenfalls verantwortungslos handeln. Ziel der MPU ist es, den sicheren Verkehr zu wahren und gefährliches Verhalten zu unterbinden.

Legale Alternativen zur MPU-Bestellung

Die Anwärter eines neuen Führerscheins, oder Betroffene von Verfahren, die eingeleitet wurden, um ihre Fahrtauglichkeit zu untersuchen, können jedoch ganz legal Dienstleister in Anspruch nehmen, die dabei helfen können, die MPU zu bestehen. Das kann durch beratende Gespräche geschehen, durch Tests, die denen der Untersuchung ähneln, oder eine Schulung. Damit werden voraussichtlich die Chancen steigen, eine MPU erfolgreich zu absolvieren. Die Dienstleister können in Berufen arbeiten, die für die Durchführung einer MPU typischerweise herangezogen werden (Arzt, Psychologe, Fahrlehrer), werden aber keinesfalls dieselben Personen sein, die die MPU mit dem Betroffenen durchführen, um nicht in die Nähe eines Vorwurfs der Bestechlichkeit und Vorteilsgewährung (§ 333) zu kommen. Das wäre ein Fall von Interessenkonflikt zwischen der Tätigkeit als externer Dienstleister und Tätigkeit als Amtsperson.

Fazit: Der richtige Weg zur MPU

Die Notwendigkeit, eine MPU abzulegen, ist schon ärgerlich genug. Sie sollten Ihre Lage nicht verschlimmern, indem Sie illegale Wege beschreiten, um zur Bescheinigung zu kommen. Nicht nur gibt es Strafen dafür, es wird auch das Ziel, den Führerschein zu behalten oder wiederzubekommen, wahrscheinlich zunichtemachen. Falls Sie wirklich Bedenken haben, die Untersuchung mit eigenen Kräften erfolgreich zu absolvieren, sollten Sie sich legalen Anbietern zur Unterstützung zuwenden und sich nicht auf Betrugsversuche einlassen. Schließlich ist schon der Versuch strafbar und Sie können nicht wissen, ob der Deal nicht noch später auffliegt, wenn Sie die Sache längst überstanden haben. Denn bestechliche Amtsträger könnten später in einem anderen Fall auffliegen und dann auch Ihren Fall benennen, um geständig mit leichterer Strafe davonzukommen.

Der Artikel "MPU kaufen: Ein kritischer Blick auf einen problematischen Trend" wurde am 01.09.2023 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern MPU kaufen: Ein kritischer Blick auf einen problematischen Trend, Tipp & Infos, veröffentlicht.