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Kia Niro elektrifiziert - der Niro EV

14. November 2022, 17:07 Uhr
Mike Neumann 16
16Kia Niro elektrifiziert - der Niro EV
mid Groß-Gerau - Die rein elektrische Variante des Kia Niro nennt sich einfach Niro EV. Mike Neumann / mid
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Den Kia Niro gibt es seit dem Facelift in drei verschiedenen Motorisierungen zu erwerben, als Plug-in-Hybrid, als Vollhybrid und mit dem Nachfolger des Kia e-Niro als vollelektrischen Niro EV. Wie sich der vollelektrisierte Niro im Praxistest schlägt hat der Motor-Informations-Dienst (mid) im zweiwöchigen Praxistest geprüft.


Den Kia Niro gibt es seit dem Facelift in drei verschiedenen Motorisierungen zu erwerben, als Plug-in-Hybrid, als Vollhybrid und mit dem Nachfolger des Kia e-Niro als vollelektrischen Niro EV. Wie sich der vollelektrisierte Niro im Praxistest schlägt hat der Motor-Informations-Dienst (mid) im zweiwöchigen Praxistest geprüft.

Die erste Besonderheit des Niro EV: die Version mit der kleineren Batteriegröße (39 kWh) entfällt, der Niro EV kommt immer mit der 64,8 kWh fassenden, im Unterboden verbauten Batterie daher, was laut WLTP Messung eine Reichweite von 460 Kilometern verspricht. Um dies zu erreichen ist der Verbrauch des Kompakt-SUVs laut WLTP mit 16,2 kWh/100 km angegeben.

Je nach Fahrsituation kann dieser Wert in der Praxis sogar unterschritten werden. Ist man primär im städtischen Bereich unterwegs und stellt die Rekuperation mittels Schaltwippen auf maximal oder nutzt den i-Pedal Fahrmodus, welcher es erlaubt eine 1-Pedal Bedienung zu realisieren (der Niro EV stoppt dann bis zum Stillstand, wenn man das Gaspedal nicht mehr betätigt), kann man auch mit 14 kWh/100 km unterwegs sein. Wenn es eher um Landstraßen und Autobahnen geht, steigt der Verbrauch dann auf gemittelte 17,5 kWh/100 km, je nach Fahrweise auch entsprechend mehr. Realistisch ziehen wir vom WLTP Wert 90 Kilometer Reichweite ab und landen dann bei guten 370 Kilometern.

Um die Batterie zu laden nutzt man die vorn mittig angebrachte, beleuchtete Ladebuchse, wer öfter mal an öffentlichen Schnellladesäulen lädt, weiß diese Position direkt zu schätzen, meistens ist der Ladeanschluss der Säule vor und nicht neben dem Fahrzeug zu finden. Etwas zurückstecken muss der Niro EV in der maximalen Ladeleistung, diese beläuft sich auf nur 80 kW. Der Ladevorgang von 10-80 Prozent dauert also gute 45 Minuten, ein Kia EV6 braucht dank 800V Netz hingegen nur 18 Minuten. An der heimischen Wallbox lädt man mit 11 kW in 6 Stunden und 20 Minuten von 10-100 Prozent, das Ladekabel lässt sich im Frunk verstauen, dieser bietet 20 Liter Stauvolumen. Eine Wärmepumpe ist ebenfalls verbaut und eine Batterievorkonditionierung wird vom EV6 übernommen.

Der Niro EV verfügt über eine permanenterregte Synchronmaschine, welche 150 kW/204 PS liefert, an der Vorderachse verbaut ist und diese antreibt. Die Beschleunigung von 0-100 km/h ist in 7,8 Sekunden geschafft, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 167 km/h. Die 255 Nm maximales Drehmoment liegen dank Elektromotor immer direkt an, so fährt sich der Niro EV im Alltag wesentlich agiler, als es die technischen Daten auf den ersten Blick vermuten lassen.

Die Technik im Innenraum braucht sich nicht zu verstecken, ein tolles Head-up-Display liefert die fahrrelevanten Anzeigen. Hier wird sogar gemeldet, wenn sich ein Fahrzeug im toten Winkel befindet - manchmal sind es die kleinen Features die große Freude bereiten. Dazu zählen auch die beheiz-/belüftbaren, perforierten Sitze, welche guten Seitenhalt liefern, die Lenkradheizung und ein Infotainmentsystem, das dank Harman Kardon Soundsystem gut klingt und sehr einfach zu bedienen ist.

Auch die Touchbar unter dem Infotainmentdisplay lässt sich zwischen Klimasteuerung und Infotainmentbedienung umschalten, die Drehregler passen sich dann entsprechend des Modus an. Das spart tasten und sieht schick aus, auch wenn man während der Fahrt öfter mal schauen muss, welcher Modus gerade aktiviert ist, sonst wird es ungewollt entweder sehr warm oder sehr laut.

Parklücken sind ebenfalls ein Freund des Niro EV, dank hochauflösender 360 Grad Kamera mit Assistenzlinien wird parken zum Kinderspiel. Über Tasten am Fahrzeugschlüssel lässt sich der Niro EV sogar fernbedient nach vorn oder hinten fahren, sehr praktisch bei kleineren Garagen.

Eine Besonderheit bei Elektrofahrzeugen: der Niro EV darf einen (gebremsten) Anhänger mit bis zu 750 kg ziehen, bis zu 100 kg aufs Dach laden und die Stützlast der Anhängerkupplung beläuft sich auf 100 kg - damit lassen sich also locker auch zwei Elektrofahrräder transportieren. Die maximale Zuladung des 1.814 kg schweren Niros kann sich mit 443 kg ebenfalls sehen lassen.

Zwei Kindersitze lassen sich im Fond über Isofix Halterungen befestigen, der Kofferraum bietet Platz für 475 Liter, klappt man die Rückbank um lassen sich sogar 1.392 Liter verladen. Die Hutablage lässt sich einfach entfernen und wie ein Wurfzelt zusammenfalten - nimmt so kaum Platz in Anspruch und kann leicht im Kofferraumunterboden verstaut werden.

Den Kia Niro EV gibt es im Einstieg ab 47.590 Euro, unser Testwagen liegt mit ein paar Extra-Paketen bei 52.760 Euro, er überzeugt mit gutem Platzangebot, solider Verarbeitung, einfacher Bedienung und moderner Technik.

Mike Neumann / mid

Technische Daten Kia Niro EV:

- Länge / Breite / Höhe: 4.420 / 1.825 (inklusive Außenspiegel) / 1.585 Meter
- Motor: permanenterregte Synchronmaschine an der Vorderachse
- Leistung: 150 kW/204 PS
- max. Drehmoment (Systemleistung): 255 Nm
- Beschleunigung 0 bis 100 km/h: in 7,8 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit: 167 km/h
- Kraftstoffverbrauch WLTP kombiniert laut Hersteller: 16,2 kWh/100 km
- C02-Emissionen: 0 g/km
- Preis: ab 47.590 Euro

Der Artikel "Kia Niro elektrifiziert - der Niro EV" wurde am 14.11.2022 in der Kategorie Fahrbericht von Mike Neumann mit den Stichwörtern Importeur, Elektroauto, Fahrbericht, Praxistest, SUV, Plug-in-Hybrid, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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