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Mobilität neu gedacht: Nicht nur Autos fahren längst mit Strom

28. September 2022
Redaktion
Mobilität neu gedacht: Nicht nur Autos fahren längst mit Strom
@ falco (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Deutschland steckt mitten in der Mobilitätswende. 2021 wurden mehr als 86 Prozent mehr Elektroautos produziert als im Vorjahreszeitraum. Für 2022 rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg. Elektromobilität boomt, doch nicht nur am Automobilmarkt. Weltweit steigt auch der Absatz von E-Flurförderfahrzeugen. Asien ist noch größter Abnehmer, doch auch in Deutschland steigt die Zahl der Elektro-Gabelstapler. Aus gutem Grund, denn sie sind nicht nur effizient, sondern auch äußerst geräuscharm.

Elektrostapler sind vor allem für leise Arbeiten geeignet

1971 galten die ersten E-Stapler aus dem Hause Linde noch als echtes Nischenprodukt. Die hohen Materialkosten und wenig effizienten Akkus machten die Stapler zu keiner ernst zu nehmende Konkurrenz für kraftstoffbetriebene Flurförderfahrzeuge. Das hat sich jedoch in den letzten Jahren geändert, vor allem im Windschatten der E-Mobilität.

Um den Klimawandel zu stoppen, gehört die CO₂-Reduktion längst zu den weltweit ehrgeizigen Zielen der größten Unternehmen. Durch die Weiterentwicklung der Batteriesysteme für die Automobilindustrie wurden auch die E-Stapler deutlich leistungsstärker und für Kunden interessanter.

Doch noch immer schreckt die Anschaffung der elektronischen Flurförderfahrzeuge viele Kaufinteressenten ab. Immerhin kosten Modelle mit einer Tragkraft bis 2,0 t zwischen 20.000 Euro bis 25.000 Euro. E-Stapler mit einem Motor bis 3,5 t sind sogar bis zu 40.000 Euro noch preisintensiver. Dieselmodelle sind deutlich günstiger, denn sie kosten maximal etwa 30.000 Euro. Wer Elektrostapler gebraucht erwirbt, kann beim Anschaffungspreis enorm sparen.

Eine Staplerbatterie hat eine Lebensdauer von ca. fünf bis sechs Jahren und leistet circa 6.000 Arbeitsstunden. Abhängig vom Ladeverhalten übersteht sie unter spürbaren Leistungsverlust ca. 300 bis 500 Zyklen. Mit dem Kauf eines gebrauchten Modells können Unternehmer nicht nur vom günstigen Preis profitieren, sondern auch von der zusätzlichen Abschreibung. Laut Afa-Tabelle lassen sich E-Flurförderfahrzeuge mit acht Jahren Nutzungsdauer abschreiben.

E-Stapler sind für Hallen optimal

Während Dieselstapler äußerst laut sein können, rollen die E-Stapler nahezu geräuschlos über den Boden. Damit sind sie optimal für Arbeiten in der Halle und machen auch auf glatten Böden eine gute Figur. Der Kauf gebrauchter Modelle spart auch Ressourcen und unterstützt den Nachhaltigkeitsgedanken. Für die Herstellung neuer Gabelstapler werden größere CO₂-Mengen benötigt. Erwerben Unternehmen ihre Stapler gebraucht, unterstützen sie die CO₂-Reduktion und können auch bei ihren künftigen Ladungen sparen. Mit dem richtigen Ladegerät und optimiertem Strom ergeben sich Einsparungspotenziale von mehr als 16 Prozent.

Viele Unternehmen nutzen die Chance und installieren Solarzellen auf dem Firmengelände. Die benötigte Energie für die E-Stapler und andere Geräte generieren sie durch die Kraft der Sonne selbst. Zusätzlich profitieren sie von den interessanten Förderanreizen, welche die Bundesregierung bei der Installation von Fotovoltaikanlagen in Form von KfW-Angeboten ausspricht.

Die richtige E-Stapler-Nutzung spart zusätzlich

Mehr als einmal täglich sollte die Batterie für eine lange Lebenszeit nicht geladen werden. Auch eine kurze Ladephase, beispielsweise in der Mittagspause, kann sich negativ auf die langfristige Speicherung auswirken. Vorausschauende Planung hilft dabei, die Batterie während der Arbeiten zu schonen. So sollten Steigungen oder Arbeiten an Regalen nach Möglichkeit reduziert oder vermieden werden. Da die Hubaktivität und Motoren-Leistungsanforderungen deutlich stärker sind, wird mehr von der Batterieladung genutzt.

E-Stapler stoßen bei manchen Arbeiten an ihre Grenzen

Die Elektronik in den Staplern ist besonders sensibel und deshalb weniger für Arbeiten im Freien geeignet. Feuchtigkeit und große Temperaturschwankungen können dafür sorgen, dass sich die Batterie schneller entlädt. Ein ähnliches Prinzip kennen Autofahrer von ihrer eigenen Batterie im Wagen. Pünktlich zum Fall der Temperaturen im Winter versagen viele Batterien plötzlich den Dienst. Ursächlich dafür ist eine chemische Reaktion, welche die Leistung eingeschränkt und häufig nicht mehr genug Power zum Starten des Fahrzeuges bereitstellen kann.

Wer eine Stapler-Unterstützung für den Einsatz im Freien benötigt, sollte stattdessen auf die kraftvollen Diesel- oder Gas-Stapler zurückgreifen. Auch sie gibt es kostengünstiger als gebrauchte Modelle.

Der Artikel "Mobilität neu gedacht: Nicht nur Autos fahren längst mit Strom" wurde am 28.09.2022 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern Mobilität neu gedacht: Nicht nur Autos fahren längst mit Strom, Tipp & Infos, veröffentlicht.

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