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Wenn’s poltert und „schwammig“ wird: Häufig ist Stoßdämpfer-Verschleiß ursächlich dafür

12. Mai 2022
Redaktion 2
2Wenn’s poltert und „schwammig“ wird: Häufig ist Stoßdämpfer-Verschleiß ursächlich dafür
Stoßdämpfer sind Verschleißteile, die spätestens alle 20.000 km überprüft und notfalls getauscht werden sollten. Falls nicht, werden sie zum echten Risiko im Straßenverkehr. @ stux (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
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Beim Fahren verhält sich das Fahrzeug plötzlich ungewöhnlich nachschwingend? Es quietscht sogar temporär bei Unebenheiten? Zeit, die Stoßdämpfer unbedingt überprüfen zu lassen. Bleibt ein Schaden an ihnen länger unentdeckt, kann das für das Fahrverhalten negative Folgen haben.

Das deutet auf einen Stoßdämpfer-Verschleiß hin

Schäden an Stoßdämpfern treten vor allem bei älteren Fahrzeugen auf. Doch auch Neuwagen sind bei übermäßiger Beanspruchung der Dämpfer nicht davor gefeit. Wer einen Gebrauchtwagen kaufen möchte, sollte besonders aufmerksam bei den Fahrgeräuschen und dem -verhalten des Wagens sein, denn defekte Stoßdämpfer werden schnell teuer.

Bevor die Unterschrift unter den Vertrag für den Gebrauchtwagen erfolgt, ist eine genaue Inspektion des Fahrzeuges Pflicht. Auch eine Probefahrt ist stets empfehlenswert, um Auffälligkeiten beim Fahrverhalten oder der Geräuschkulisse zu erkennen.

Defekte Stoßdämpfer machen sich auf ganz unterschiedliche Weise bemerkbar. So quietscht oder knarrt das Fahrzeug bei Fahrten über unebene Stellen. Ein erhöhtes Seitenempfinden oder ein "schwammiges" Kurvenverhalten können ebenso auf defekte Stoßdämpfer hindeuten. Wird der Mangel rechtzeitig erkannt, lässt er sich wahlweise in Eigenregie preisgünstig reparieren (u. a. wenn die Stoßdämpfer mit Oscaro instandgesetzt werden). Beim Kauf eines Gebrauchtwagens kann der erkannte Stoßdämpfer-Verschleiß den Kaufpreis reduzieren. Wer möchte, besteht auf die Behebung des Mangels vor dem eigentlichen Kauf.

Stoßdämpfer durch Experten testen lassen

Wer kein geschultes Gehör oder Gespür für das Fahrzeug hat, können die Stoßdämpfer auch durch Experten überprüfen lassen. Hierfür stehen unabhängige Prüfstellen, beispielsweise der ADAC oder Dekra, zur Verfügung. Der Test der Stoßdämpfer ist allerdings kostenpflichtig. Die Preise können, abhängig von der Prüfgesellschaft, variieren.

Wodurch wird Stoßdämpfer-Verschleiß ausgelöst?

Mit jeder Belastung verlieren Stoßdämpfer an Funktion. Je länger ein Fahrzeug über Asphalt und Co. rollt, desto wahrscheinlicher wird ein Stoßdämpfer-Vergleich. Erfahrungen zeigen, dass die Lebensdauer eines Stoßdämpfers abhängig vom Modell und der Beanspruchung bei ca. 60.000 km bis 200.000 km liegt.

Wann Stoßdämpfer tatsächlich nicht mehr eingesetzt werden können, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab. Wer beim Gebrauchtfahrzeugkauf erfährt, dass das Fahrzeug besonders lange ungenutzt stand, sollte die Stoßdämpfer in jedem Fall überprüfen. Auch wenn sich das Auto nicht bewegt, können Standzeiten Stoßdämpfer durch die fehlenden Schmierungen bei Fahrten verschleißen.

Ein Gespräch mit Verkäufern bringt viel Aufschluss über den Zustand des Fahrzeuges, vor allem bei den Stoßdämpfern. War das Fahrzeug vor allem stetigen Fahrten in feuchtem Gebiet oder im Winter ausgesetzt, könnte das die auf zunehmende Porosität der Dichtungen hindeuten. Wurden mit dem Fahrzeug viele schwere Gegenstände transportiert, fördert das den Verschleiß der Stoßdämpfer ebenfalls.

Das Fahren auf überwiegend schlechten Straßenverhältnissen mit Schlaglöchern oder eine besonders sportlich-ambitionierte Fahrweise können die Lebensdauer der Stoßdämpfer ebenso verkürzen. Vor allem sportliches Fahren nutzt die Kolbenstangendichtungen viel schneller ab.

Wie lange hält ein beschädigter Stoßdämpfer durch?

Sobald der Stoßdämpfer defekt ist und seine Funktionalität (schrittweise) einbüßt, kann das für die Sicherheit im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen haben. Wird ein Defekt am Stoßdämpfer festgestellt, ist Handlungsbedarf angezeigt. Der Stoßdämpfer sollte unbedingt durch eine Fachwerkstatt oder durch fachkundige Eigenregie ausgetauscht werden.

Tipp: Bei regelmäßigen Werkstattbesuchen zur Wartung werden die Stoßdämpfer häufig überprüft. Dennoch ist aufmerksames Fahren mit regelmäßiger Selbstkontrolle empfehlenswert, denn schon das Fahren durch ein tiefes Schlagloch kann die Stoßdämpfer schädigen.

Gefahren durch defekte Stoßdämpfer

Wer mit einem defekten Stoßdämpfer weiterfährt, bringt nicht nur sich bzw. die Insassen des eigenen Kfz in Gefahr, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Praxistests zeigen, dass der Bremsweg bei defekten Stoßdämpfern um bis zu 20 % länger werden kann. Fatal, wenn es um kurzfristige Gefahrenbremsung geht, denn womöglich werden unbeteiligte Personen verletzt.

Durch die defekten Stoßdämpfer kann sich die Fahrzeugkarosserie beim Fahren auf unebenen Straßen stärker aufschwingen. Die Folge: Das Fahrzeug lässt sich schlechter kontrollieren, bricht schlimmstenfalls leichter aus.

Müssen Stoßdämpfer immer als Paar gewechselt werden?

In Praxis zeigt sich, dass nicht immer beide Stoßdämpfer im gleichen Umfang verschlissen sind. Wird beispielsweise nur ein Stoßdämpfer durch die Fahrt durch ein Schlagloch beschädigt, kann sich dies durch Geräusche bzw. "schwammiges" Fahren einseitig bemerkbar machen. Ist es trotzdem sinnvoll, beide Stoßdämpfer zu tauschen?

In Deutschland herrscht keine Pflicht, Stoßdämpfer paarweise zu wechseln. Dennoch empfehlen es Experten, um ein gleiches Schwingungsverhältnis herzustellen. Wird nur ein Stoßdämpfer getauscht, hat er volle Funktionalität, während die andere Seite durch übliche Abnutzungserscheinungen eingeschränkter ist. Diese Indifferenz kann ebenfalls zu einem unruhigen Fahrverhalten führen.

Welche Kostenbelastung hat ein Stoßdämpfer-Wechsel für mich?

Mit technischem Verständnis und handwerklichem Geschick könnten Stoßdämpfer auch in Eigenregie gewechselt werden. Wer dafür kein Händchen bzw. Zeit hat, kann die Aufgabe auch der Fachwerkstatt übertragen. Für den Tausch der Stoßdämpfer fallen abhängig vom Fahrzeugmodell Kosten zwischen 100 und 400 Euro für die Stoßdämpfer vorne und ca. 60 bis 250 Euro für die Stoßdämpfer hinten an.

Der Einbau dauert für versierte Hände maximal zwei Stunden, abhängig vom Modell bzw. dem Verbau. Sollte es Beanstandungen geben, hätte der Kunde ein Recht auf Nacharbeit in der Autowerkstatt. Wer den Tausch der Stoßdämpfer selbst durchführt, spart sich Arbeitskosten von ca. 400 Euro. Allerdings sollte dann sichergestellt sein, dass die Stoßdämpfer tatsächlich mit Expertise verbaut wurden.

Für Selbstschrauber: diese Fehler beim Stoßdämpfer-Einbau unbedingt vermeiden

Für den Tausch der Stoßdämpfer wird das Fahrzeug auf die Hebebühne genommen, um die Räder frei hängen zu lassen. Wer die Stoßdämpfer nach dem Einbau zu fest anzieht, gibt zu viel Spannung auf die Dämpfer. Stattdessen werden die Dämpfer erst, wenn das Fahrzeug wieder auf dem Boden steht, komplett festgezogen.

Die Verwendung von einem Schlagschrauber, um die Verschraubungen zu lösen, ist zwar komfortabel, in der Praxis allerdings ungeeignet. Der Schrauber kann Stoßdämpfer beschädigen. Die bessere Lösung: Geeignete Werkzeuge (auch keine Zange) nutzen. Auch für den Anzugsdrehmoment die empfohlenen Werkzeuge anwenden, um Beschädigungen oder Geräusche bei der Montage zu verhindern.

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