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Höhenflug der Autopreise

1. März 2022, 15:57 Uhr
Rudolf Huber
Es ist Fakt: Immer weniger Neuwagen sind selbst in der spartanischen Basisversion unter 20.000 Euro zu haben. Während der Coronakrise haben die Hersteller die Preise zum Teil deutlich erhöht, zuletzt zum Jahreswechsel.


Es ist Fakt: Immer weniger Neuwagen sind selbst in der spartanischen Basisversion unter 20.000 Euro zu haben. Während der Coronakrise haben die Hersteller die Preise zum Teil deutlich erhöht, zuletzt zum Jahreswechsel. Laut der Fachzeitschrift Auto Straßenverkehr gibt es zur Zeit nicht einmal mehr 40 Modelle, bei denen der Einstiegspreis des Basismodells ohne Extras und mit kleinstem Motor unter 20.000 Euro liegt.

Ein paar Beispiele gefällig? Einen VW Golf gibt es gar nicht mehr unter 20.000 Euro, der kleinere Polo kostet inzwischen mindestens 19.345 Euro nach Liste - mit einem 700-Euro-Extra an Bord reißt er bereits die Preis-Schallmauer. Wer deutlich unter 20.000 Euro bezahlen will, muss schon auf Kleinstmodelle wie VW Up, Citroën C3, Fiat Panda, Hyundai i10 oder die Preisbrecher von Dacia zurückgreifen.

Wie stark die Listenpreise in den vergangenen Jahren gestiegen sind, zeigt exemplarisch der Verkaufsschlager Polo. Von 2002 bis zum Start der aktuellen Generation 2016 verteuerte sich das Basismodell kaum, nämlich von 11.225 auf 12.600 Euro. Dann wurden die Preise dadurch massiv erhöht, dass die günstigen Einsteiger-Modelle mit zwei Türen und günstiger Motorisierung nicht mehr zu haben waren. Seit Januar 2022 kann der Polo nur noch ab der Ausstattungsstufe Life ab 19.345 Euro bestellt werden. Damit hat sich der Kleinwagen seit 2017 um mehr als 6.000 Euro verteuert - zuvor in gut 15 Jahren um nicht einmal 2.000 Euro.

Natürlich bieten die heutigen Basisversionen deutlich bessere Technik und Ausstattungen. Dennoch wird der Einstieg für Geringverdiener immer schwerer. Und die Situation dürfte sich noch verschärfen. Denn die strengeren Vorgaben der EU für einen Flottenverbrauch von 95 Gramm CO2 pro Kilometer schaffen auch Kleinwagen nicht ohne zusätzliche, teure Technik. Die Folge: Immer mehr Baureihen bekommen keinen Nachfolger mehr oder werden durch vom Staat per Kaufprämie subventionierte Elektroversionen ersetzt.

Die Folge: Von den knapp 40 Baureihen, die aktuell noch in der Basisausstattung unter 20.000 Euro liegen, kratzen schon viele an der Preisgrenze: Die Listenpreise für Citroen C3 Aircross, Hyundai i30, Nissan Juke, Opel Crossland, Seat Arona, Skoda Scala, VW Polo und VW Taigo liegen nur noch wenige Hundert Euro unter 20.000 Euro.

Der Artikel "Höhenflug der Autopreise" wurde am 01.03.2022 in der Kategorie News von Rudolf Huber mit den Stichwörtern Auto, Kleinwagen, Neuwagen, Preise, News, veröffentlicht.