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Neue Studie zu Assistenzsystemen

21. Februar 2022, 16:36 Uhr
Jutta Bernhard
Die Fachzeitschrift Autohaus berichtet über eine aktuelle Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), wobei Assistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen für weniger Unfälle und mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen sollen. Dennoch werden die Entschädigungsleistungen der Kfz-Versicherer bis 2040 kaum sinken, so der Verband.


Die Fachzeitschrift Autohaus berichtet über eine aktuelle Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), wobei Assistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen für weniger Unfälle und mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen sollen. Dennoch werden die Entschädigungsleistungen der Kfz-Versicherer bis 2040 kaum sinken, so der Verband.

"Die neuen Assistenzsysteme machen das Autofahren sicherer, sie verbreiten sich aber nur langsam. Unter dem Strich werden die Entschädigungsleistungen der Kfz-Versicherer bis 2040 durch die neuen Systeme daher nur um rund zwölf Prozent sinken", sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Im Bezugsjahr 2019 hatten die Versicherer Schäden in Höhe von rund 25 Milliarden Euro reguliert.

Für ihre Studie haben die Versicherer insgesamt sieben Systeme analysiert: Spurhaltesystem, Spurwechselassistent, Notbremsassistent, Park- und Rangierassistent, Autobahnpilot, City-/Landstraßenpilot sowie Abbiegeassistent für Lkw. Dabei zeigten sich insbesondere für die Kaskoversicherungen, also bei Schäden am eigenen Auto, nur geringe Auswirkungen.

"Ein Grund hierfür ist, dass Assistenzsysteme Reparaturen im Schadenfall teurer machen", so Asmussen. "Selbst bei sehr schneller Verbreitung der Systeme würden die Entschädigungen in den Kaskoversicherungen um maximal sieben Prozent sinken. Größer sind die erwarteten Effekte in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Hier könnten die Entschädigungen bis 2040 um rund 17 Prozent sinken."

Die vergleichsweise geringen Auswirkungen der Fahrassistenzsysteme führt die Studie auf die folgenden Ursachen zurück:

Assistenzsysteme haben auf viele Schäden keinen Einfluss

Ein Autobahnpilot hilft gegen Autodiebe ebenso wenig wie eine Einparkhilfe vor Steinschlag, Hagel oder Marderbissen schützt. Auch der beste Notbremsassistent ändert nichts an den physikalischen Gesetzen für den Bremsweg eines Autos.

Die neue Technik verhindert in der Praxis weniger Schäden als in der Theorie

In Baustellenbereichen oder bei widriger Witterung können Assistenzsysteme an Grenzen stoßen, zudem nutzen die Fahrer die Systeme nicht durchgehend. Im realen Straßenverkehr werden daher weniger Schäden verhindert, als es unter idealen Bedingungen möglich wäre.

Die Systeme verbreiten sich langsam

Neue Assistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen werden nur für Neuwagen angeboten und auch hier zunächst für wenige. Erst viele Jahre nach der Markteinführung ist die neue Technik in nahezu allen Fahrzeugen vorhanden.

Zusätzliche Technik macht Reparaturen teurer

Der Einbau weiterer Sensoren und neuer Technik erhöht im Schadenfall die Reparaturkosten. Ein Assistenzsystem macht etwa den Austausch einer Windschutzscheibe um rund 25 Prozent teurer.

Unterdessen sind Fahrzeughersteller technologisch schon sehr weit: Entsprechend hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) jetzt die weltweit erste Typgenehmigung im Bereich des automatisierten Fahrens für ein automatisches Spurhaltesystem (Automated Lane Keeping System - ALKS) in der S-Klasse und im EQS von Mercedes-Benz erteilt.

Der Artikel "Neue Studie zu Assistenzsystemen" wurde am 21.02.2022 in der Kategorie News von Jutta Bernhard mit den Stichwörtern Studie, Assistenzsystem, Automobil, News, veröffentlicht.