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Die Tücken des Winters

26. Januar 2022, 13:51 Uhr
Andreas Reiners
Die Tücken des Winters
mid Groß-Gerau - Wer dennoch bei Schnee und Glätte nicht auf seinen Wagen verzichten will, muss sich darüber klar sein, dass man bei einem Unfall meist selbst haftet. Goslar Institut
Es ist auf den ersten Blick verwunderlich, dass sich im Winter im Vergleich der Jahreszeiten die wenigsten Unfälle mit Personenschäden ereignen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet. Experten erklären dies allerdings damit, dass die meisten Autofahrer wegen der risikoreichen Verhältnisse auf den Straßen von sich aus erheblich vorsichtiger unterwegs sind als in den übrigen Monaten des Jahres.


Es ist auf den ersten Blick verwunderlich, dass sich im Winter im Vergleich der Jahreszeiten die wenigsten Unfälle mit Personenschäden ereignen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet. Experten erklären dies allerdings damit, dass die meisten Autofahrer wegen der risikoreichen Verhältnisse auf den Straßen von sich aus erheblich vorsichtiger unterwegs sind als in den übrigen Monaten des Jahres. Auch bleibt das Auto öfter ungenutzt als zu anderen Zeiten.

Wer dennoch bei Schnee, Glätte und auch Blitzeis nicht auf seinen Wagen verzichten will (oder kann), muss sich darüber klar sein, dass man bei einem Unfall meist selbst haftet. Denn winterliche Straßenverhältnisse gelten keineswegs als höhere Gewalt und befreien den Autofahrer nicht von der Haftung. Vielmehr trägt er grundsätzlich die Verantwortung und hat laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), seine Fahrweise sowie Geschwindigkeit den Straßen-, Sicht- und Witterungsverhältnissen anzupassen. Dies bedeutet nichts anderes, als dass der Fahrer sein Fahrzeug jederzeit in der Gewalt haben muss, es problemlos steuern und rechtzeitig anhalten kann. Gegebenenfalls ist in solchen Situationen eben Schrittgeschwindigkeit angesagt.

Das Perfide an winterlichen Straßenverhältnissen ist, dass sie sich innerhalb kürzester Zeit verschlechtern können. Eben schien noch die Nachmittagssonne von einem blauen Himmel herab, die Außentemperatur befand sich im Plus-Bereich. Kurz darauf ist die Sonne verschwunden, es wird rapide kälter und die Straße rutschig. Wenn es ganz hart kommt, bildet sich "von jetzt auf gleich" Blitzeis, wenn Regen auf die nun kalte Fahrbahnoberfläche fällt. Und schon wird Autofahren zur "Rutschpartie", es gerät in den Bereich, wo der Fahrer sich nicht mehr sicher sein kann, sein Fahrzeug noch im Griff zu haben.

Wie die Rechtsprechung bei Winterunfällen hierzulande "tickt", lässt sich trefflich am Beispiel Blitzeis verdeutlichen. Diese unerwartete Vereisung der Fahrbahn bringt Autofahrer meist so plötzlich in die Bredouille, dass viele jenes Naturereignis für eine Form von "höherer Gewalt" halten. Doch Irrtum! Der deutsche Gesetzgeber verlangt von einem Autofahrer, dass er jederzeit Hindernissen ausweichen und rechtzeitig davor bremsen kann. Dementsprechend ist die Geschwindigkeit anzupassen, gegebenenfalls bis auf Schritttempo zu vermindern, und ein ausreichender Sicherheitsabstand zu wahren. Daher gilt auch bei einem Unfall infolge von Blitzeis, dass der Unfallverursacher für den entstandenen Schaden aufkommen muss. Diese Maxime kann in einem solchen Fall bedeuten, dass der Auslöser eines Unfalls bei der Schadensregulierung Probleme mit seinem Versicherer bekommt.

Vor diesem Hintergrund sollten Fahrzeuglenker bei winterlichen Witterungsverhältnissen unbedingt dem Anspruch Rechnung tragen, immer vorausschauend sowie an die Verkehrs- und Witterungssituation angepasst zu fahren: das heißt so unterwegs zu sein, dass sie auch bei plötzlichen Hindernissen oder Gefahrensituationen rechtzeitig anhalten können. Und wenn das Risiko auf glatten Straßen zu groß erscheint, sollte man das Fahrzeug besser stehen lassen.

Der Artikel "Die Tücken des Winters" wurde am 26.01.2022 in der Kategorie News von Andreas Reiners mit den Stichwörtern Winter, Verkehrssicherheit, Verkehrsunfälle, News, veröffentlicht.

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