Fahrbericht

Jazz modern interpretiert - Praxistest Honda Jazz Crosstar

12. November 2021, 13:24 Uhr
Solveig Grewe 5
5Jazz modern interpretiert - Praxistest Honda Jazz Crosstar
mid Groß-Gerau - Die Abenteuerversion des Honda Jazz lockt als Crosstar mit Applikationen aus dem Offroadbereich und erhöhter Bodenfreiheit. Simone Becker / mid
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In der Formel 1 drehen die Rennmotoren von Honda derzeit ganz groß auf. Beim kleinsten Honda für die Straße, dem Jazz, läuft alles in Richtung Elektrifizierung. In der vierten Generation bieten ihn die Japaner nur noch als Voll-Hybrid ohne Aufladung an.


In der Formel 1 drehen die Rennmotoren von Honda derzeit ganz groß auf. Beim kleinsten Honda für die Straße, dem Jazz, läuft alles in Richtung Elektrifizierung. In der vierten Generation bieten ihn die Japaner nur noch als Voll-Hybrid ohne Aufladung an. In der Version als "Crosstar" sorgen marginal veränderte Abmessungen, eine erhöhte Bodenfreiheit und einige Off-Road-Applikationen für den erfolgversprechenden Hauch von Robustheit im Kleinwagensegment. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat den ausschließlich in der Top-Ausstattungslinie Executive erhältlichen kleinen Japaner ausgiebig getestet.

Wie sie auch alle heißen, ob Crossland, GrossCountry oder im Falle des Testwagens Crosstar, die blumigen Cross-Versionen von Autos taugen selbstredend nicht für echte Offroad-Einsätze. Die sehen lediglich so aus, als könnten sie mehr. Immerhin haben die Japaner bei ihrem Jazz mit Abenteueroptik, der wie die "Normalversion" stets mit Frontantrieb vorfährt, die Bodenfreiheit auf 15 Zentimeter erhöht.

Aus seinen kugelrunden Scheinwerfern schaut der Jazz fürs Gröbere im "Surf Blue" genannten hellblauen Blechkleid ausgesprochen freundlich in die Welt. Wie es sich für ein kleines SUV gehört, behält man vom leicht erhöhten Fahrersitz über die tief verlaufenden Fenster und an der dünnen A-Säule vorbei den Überblick. Im gut aufgeräumten Cockpit wechseln sich im Kleinwagensegment nun mal üblicher Hartplastik mit haptisch ansprechenden aufgeschäumten Materialien und Stoffapplikationen ab.

Auf den Vordersitzen wie auch im Fond des etwas mehr als vier Meter langem Crosstar ist über einem Radstand von 2,52 Metern reichlich Platz. Das Kofferraum-Volumen hinter der angenehm niedrigen Ladekante ist bei voller Besetzung mit 298 Litern zwar nicht beeindruckend, wenn man die hinteren "Honda Magic Seats" aber in den Boden versenkt bzw. wegklappt, kommt man auf respektable 1.199 Liter. Richtet man die Rücksitze wie Kinostühle nach oben aus, lassen sich im Fond besonders hohe Gegenstände gut transportieren. Hundebesitzer und Wanderlustige dürfen bei Schlammspritzern aufatmen: Die Sitze sind wasserabweisend und können einfach abgewischt werden.

Das Instrumentendisplay mit seinem Neun-Zoll-Navi-Touchscreen ist übersichtlich und bedienerfreundlich. Über Apple Carplay (kabellos) oder Android Auto (USB-Kabel-gebunden) lässt sich das Smartphone problemlos koppeln. Der "Honda Personal Assistant" wird über eine Lenkradtaste aktiviert und entpuppt sich als verständnisvoller Helfer in fast allen Lebenslagen. Ein einfaches "OK Honda", ein möglichst klar ausgesprochener Wunsch wie Restaurant, Parkplatz oder Shopping Center, schon wird über das Navigationssystem ein entsprechendes Ziel angeboten.

Der Honda Jazz ist einer der wenigen Vollhybride in seiner Fahrzeugklasse. Der Antrieb besteht aus dem 1,5 Liter Vierzylinder Benzinmotor, der mit einem sehr mageren Gemisch bei der Verbrennung arbeitet und deswegen sparsam im Verbrauch ist, was geringere Emissionen erzeugt. Zusätzlich sorgt ein vom Motor angetriebener Generator für die Produktion von Strom für den kompakten 0,86-kWh-Akku. Dieser Akku speist den elektrischen Antriebsmotor. Abhängig vom Last- und Batterieladezustand wird der Jazz vollelektrisch, teilelektrisch oder vom Verbrenner autonom angetrieben, ohne dass er extern aufgeladen werden muss oder kann.

Für Vortrieb sorgt ein e-CVT Automatikgetriebe. Das Aufheulen des Verbrenners beim Beschleunigen konnte Honda der Automatik noch nicht vollständig austreiben. Dank der Elektrounterstützung kommt man flott in unter zehn Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bei 173 km/h ist Schluss. Doch regelrecht ansteckend schnell wird es zum Ziel, über den im Cockpit sichtbaren Energiefluss herauszufinden, wann die Batterie beim Bremsen oder Ausrollen vor Ampeln geladen wird.

Bei Fahrten mit etwa 100 km/h oder in der Stadt wird auch die Geräuschkulisse durch eine ruhigere ersetzt. Insgesamt genehmigt sich der Honda Jazz Crosstar dann aber doch rund fünf Liter auf moderaten Fahrten durch die Stadt und über Land, auf der Autobahn können es auch mal deutlich über sieben Liter sein.

Der Einstiegspreis für den Jazz Crosstar liegt bei mindestens 27.350 Euro. Dann sind Dachreling, Honda Connect mit Garmin-Navigation, die wasserabweisenden Sitze, das Keyless-Zugangssystem, LED-Licht vorne und hinten, Klimaautomatik, eine Rückfahrkamera, 16-Zoll-Räder, Nebelleuchten mit LED-Technik und vieles andere mehr inbegriffen. Aus wenig nachvollziehbaren Gründen fehlen allerdings der Tote-Winkel-Assistent, der Ausparkassistent sowie ein beheizbares Lenkrad an Bord.

Solveig Grewe / mid

Technische Daten, Honda Jazz Crosstar 1,5 i-MMD Hybrid:

- Länge / Breite / Höhe : 4,09 / 1,55 / 1,96 Meter
- Motor: Vierzylinder Benziner
- Hubraum: 1.498 ccm
- maximale Leistung: 72 kW/ 98 PS
- maximales Drehmoment: 131 Nm
- Elektromotor: maximale Leistung : 80 kW/109
- Drehmoment: 253 Nm
- Höchstgeschwindigkeit: 173 km/h
- 0 bis 100 km/h: 9,9 sec.
- Kraftstoffverbrauch (WLTP) : 4,8 Liter Super/100 km
- Co2 Emissionen (WLTP): 109 g CO2/km
- Preis: ab 27.350 Euro

Der Artikel "Jazz modern interpretiert - Praxistest Honda Jazz Crosstar" wurde am 12.11.2021 in der Kategorie Fahrbericht von Solveig Grewe mit den Stichwörtern Fahrbericht, Test, Hybrid-Fahrzeug, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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