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Ade TT - Praxistest Audi TTS Coupe

22. September 2021, 17:15 Uhr
Solveig Grewe 7
7Ade TT - Praxistest Audi TTS Coupe
mid Groß-Gerau - Dem vor allem bei Freunden sportlicher kleiner Flitzer beliebten Audi TT droht das Aus. Solveig Grewe / mid
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2025 wird Audi sein letztes neues Modell mit Verbrennermotor auf den Markt bringen. Danach wollen die Bayern ausschließlich rein elektrische Autos präsentieren und den letzten Verbrenner je nach Marktlage bis spätestens 2033 auslaufen lassen. Die Tage des Audi TT in seiner jetzigen Form dürften damit gezählt sein.


2025 wird Audi sein letztes neues Modell mit Verbrennermotor auf den Markt bringen. Danach wollen die Bayern ausschließlich rein elektrische Autos präsentieren und den letzten Verbrenner je nach Marktlage bis spätestens 2033 auslaufen lassen. Die Tage des Audi TT in seiner jetzigen Form dürften damit gezählt sein. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat die Ingolstädter Ikone mit vier Zylindern in ihrer dritten Generation mit einigem Wehmut im Herzen bewegt.

Elektrifizierung, Digitalisierung und Konnektivität sorgen für die wohl einschneidendste Veränderung, die das Auto je erlebt hat. In naher Zukunft wird es als ökologisch sauberes, autonom fahrendes und rundum vernetztes Fortbewegungsmittel Menschen vermutlich auf eine eher langweilige Art transportieren. Ein Sportwagen mit Verbrennungsmotor wird dann zur genussvollen Ausnahmeerscheinung werden.

Mit einem Audi TT Coupe TFSI mit 320 PS unter der Haube macht man spontan Dinge, die man sonst nicht tun würde. Zum Beispiel in zivilem Ungehorsam in aller Herrgottsfrühe den Ankömmlingen zuliebe zum Flughafen zu jagen, anstatt sie auf den öffentlichen Nahverkehr zu verweisen. Der Sonnenaufgang kommt schneller als erwartet, gerät aber schnell in Wettstreit mit der grell glutorangenen Schminke des Ingolstädter Kompaktsportlers.

Seit 1998 kennt man die Grundform des zweitürigen Coupes, das schon jetzt die Züge einer automobilen Ikone trägt. Die vier Audi-Ringe sitzen beim aktuellen TT nicht auf dem Single-Frame-Kühlergrill, sondern vorne auf der Motorhaube. Eine Auszeichnung, die die Ingolstädter ausschließlich ihren sportlichen Modellen wie zum Beispiel dem R8 verleihen.

Über jeden Zweifel an ausreichendem Vortrieb bleibt der TTS erhaben. Die Kombination aus kleinvolumiger und doch überaus druckvoller Zwei-Liter-Maschine mit Direkteinspritzung und Turboaufladung und dem in Sekundenschnelle schaltenden Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ist ein Garant für athletische Leistungen. Maximal 400 Newtonmeter bearbeiten zwischen 2.000 und 5.600 U/min die Kurbelwelle. Von 0 auf 100 km/h katapultiert sich der TTS in 4,5 Sekunden, bei 250 km/h findet der Sprint ein abgeregeltes Ende.

Die pünktlich in Empfang genommenen Fluggäste werden jetzt zu Fahrgästen im 4,19 Meter langen TT. Immerhin finden ihre zwei Trolleys Platz in dem mit 305 Litern nicht gerade üppig bemessenen Kofferraum. Nicht nur der Zugang zu dem Platz hinter dem Beifahrer gestaltet sich jedoch als schwierig. Auch das Sitzen erfordert dort bei einer Größe von 1,85 Metern ein gehöriges Maß an Gelenkigkeit, um sich in der nach hinten abfallenden Kabine zusammenfalten zu können.

Kein wirklicher Trost für den Gast im Fond: Die Vordersitze sind bequem, bieten auch in zügig gefahrenen Kurven guten Seitenhalt. Verarbeitung und Materialauswahl sind auch im Innenraum des kleinen Sportcoupes Audi-typisch hochklassig. Das nach unten abgeflachte Lenkrad liegt gut in der Hand und erfordert beim Rangieren und im Stadtverkehr infolge der Progressivlenkung spürbar weniger Lenkarbeit.

Ein virtuelles Cockpit ersetzt im TT den bei den meisten Autos üblichen zentralen Bildschirm in der Mitte des Armaturenbetts. Auf dem 12,3 Zoll großen Screen direkt vor dem Fahrer erscheinen individuell in ihrer Wichtigkeit und Größe einstellbare Informationen wie Drehzahl, Geschwindigkeit, Navigation oder Medien. Gesteuert wird diese Projektionsfläche über den gut funktionierenden MMI-Drehknopf, über Tasten am Lenkrad oder über Sprachsteuerung. Angenehmer Nebeneffekt dieser Bedienung: Das Fehlen unschöner Fingerabdrücke auf dem Screen.

Die von TomTom unterstützten Stauwarnungen in Echtzeit via Audi Connect bringen es jetzt an den Tag: Der Rückweg wird über Landstraßen führen müssen. Das Herz des Fahrers hüpft: Ein Druck auf das Gaspedal und 320 PS schieben den rund 1.400 Kilogramm schweren TTS mächtig nach vorne. Mit seiner Fahrdynamik ist der Ingolstädter ein zielgenauer Primus auf der mit Kurven gesegneten Strecke durch das Sauerland. Das erfreut zumindest die Passagiere in der ersten Reihe. Auch wenn die akustische Untermalung des Vierzylinders im meistverkauften S-Modell der Ingolstädter ebenso das Ergebnis künstlerischer Gestaltung ist wie das an einen Herzschlag erinnernde "Dudum, dudum", mit dem sich der TTS nach Abstellen des Motors verabschiedet.

Solveig Grewe / mid

Technische Daten Audi TTS Coupe quattro S tronic:

- Länge / Breite / Höhe: 4.19 / 1,83 / 1.36 Meter

- Motor: Vierzylinder Benziner

- Hubraum: 1.984 ccm

- Leistung: 235 kW / 320 PS

- max. Drehmoment: 400 Nm

- Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe

- Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 4,5 s.

- Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (abgeregelt)

- Kraftstoffverbrauch: 7,4 l /100 km

- C02-Emissionen: 169 g/km

- Preis: ab 56.700 Euro

- Testwagenpreis: 68.590,01 Euro

Der Artikel "Ade TT - Praxistest Audi TTS Coupe" wurde am 22.09.2021 in der Kategorie Fahrbericht von Solveig Grewe mit den Stichwörtern Auto, Test, Praxistest, Coupé, Sportwagen, Fahrbericht, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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