E-Bikes

Eurobike 2021 - Neuheiten satt

1. September 2021, 14:12 Uhr
Mario Hommen/SP-X 2
2Eurobike 2021  - Neuheiten satt
Cargo-Bike-Pionier Urban Arrow zeigt auf der Eurobike ein Jubiläumsmodell seiner Family-Reihe Foto: Eurobike
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Mit knapp über 600 Ausstellern hat scih die Eurobike in diesem Jahr deutlich verkleinert. Dennoch zeigt die Boom-Branche sich wie in den Vorjahren selbstbewusst und innovativ.

Noch bis zum 4. September stellt die Fahrradbranche auf der Eurobike in Friedrichshafen reichlich Neues für die kommende Bike-Saison vor. Während vergangenes Jahr das traditionelle Branchen-Treffen coronabedingt ausfiel, wird sie nun in kompakter Form und vor dem Umzug nach Frankfurt zum definitiv letzten Mal am Bodensee abgehalten. Obwohl dorthin dieses Jahr vergleichsweise wenige Aussteller angereist sind und die Branche weiter unter anhaltenden Lieferschwierigkeiten ächzt, gibt sie sich mit vielen neuen Fahrradmodellen und Innovationen ausgesprochen selbstbewusst.

So freuen sich die Fahrradhersteller über unvermindert steigende Produktionszahlen von Rädern sowie das weiter sehr hohe Absatzniveau in Deutschland. Nach einer vorläufigen Halbjahresbilanz des Zweirad Industrie-Verbands ZIV werden bei den boomenden E-Bikes für 2021 ähnlich hohe Verkaufszahlen wie im Rekordjahr 2020 erwartet. Der Absatz klassischer Fahrräder ist zwar rückläufig, was laut ZIV-Geschäftsführer Burkhard Storck allerdings nicht einem Nachfrage-Rückgang, sondern den weiter anhaltenden Lieferproblemen geschuldet ist. Das Problem mit der Versorgung wichtiger Komponenten sowie den weiter steigenden Transportkosten wird laut Storck die Zweiradbranche auch in nächster Zeit begleiten. Wer ein Wunschrad will, muss sich also auf längere Wartezeiten sowie Preissteigerungen einstellen. Storck prognostiziert einen Anstieg um 5 bis 10 Prozent.

Bei den Neuheiten der Messe konzentrieren sich Zulieferer und Fahrradhersteller vor allem auf das E-Bike. Wie in den Vorjahren werden die Pedelecs smarter, vernetzter und die Akkus größer. Weiterhin stark im Kommen sind zudem Crossover-Modelle für Alltag und Gelände, sportliche E-Bikes sowie Cargo-Bikes, die auch in Hinblick auf eine mögliche Förderung derzeit im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen.

Beim Rennen um Reichweite hat Bosch mit seinen Pedelec-Antriebssystemen die Messlatte mit einem neuen 750-Wh-Intube-Akku ein Stück höher gelegt. Bulls, Centurion, Corratec, KTM, Haibike oder Ghost stellen bereits entsprechend neue E-Mountainbike-Modelle mit dem 4,4 Kilogramm schweren Riesenriegel auf der Eurobike vor. Die neuen Reichweiten-Riesen profitieren zudem von Neuerungen, die Zulieferer Bosch unter dem Begriff ,,Smart System" subsumiert. Sie umfassen neue Bedien- und Anzeigeeinheiten für den Lenker sowie eine neue Smartphone-Konnektivität, über die es dem Nutzer mit der bald verfügbaren Flow App unter anderem möglich ist, Einstellungen am Antrieb vorzunehmen.

Neben Bosch stellt der deutsche Batteriespezialist BMZ einen neuen XL-Intube-Akku vor. Alternativ zur bisher angebotenen 725-Wh-Version soll ab dem zweiten Quartal eine Batterie im 820-Wh-Format verfügbar sein. Yamaha zeigt seinen neuen Mittelmotor PW-X3, der kompakter und leichter baut und wie die Topaggregate von Bosch und Shimano künftig 85 Newtonemter Drehmoment bietet. Mit dem Autozulieferer Schaeffler und dem E-Antriebspezialisten Pendix zeigen gleich zwei Firmen kettenlose Pedelec-Antriebe mit Bike-by-Wire-Technik. Ohne mechanische Verbindung wird hier per Generator an der Pedal-Achse einen Widerstand erzeugt und ein entsprechendes ein Signal zum Antrieb übertragen. Die Lösungen sollen unter anderem bei Lastenrädern den oft hohen konstruktiven Aufwand einer mechanischen Kraftübertragung minimieren. Eine weitere Antriebsinnovation kommt von Fazua aus München mit ihrem herausnehmbaren und besonders leichten Mittelmotorantrieb in den neuen Varianten Ride 50 Tail und Ride 50 Street. Die spanische Firma Moov Technology stellt den nach eigenen Angaben mit weniger als 2,5 Kilogramm leichtesten Pedelec-Radnabenantrieb vor. Der neue Kettenantrieb Enduo Evolve von New Motion Labs soll Fahrräder, elektrische wie mit Muskelkraft getriebene, besonders effizient machen. Dank neuartigem Kettenblatt- und Ritzeldesign soll die Innovation aus England zudem die langlebigste Antriebstechnik aller Zeiten sein.

Die Eurobike ist zugleich Bühne für mehrere neue Fahrradmarken. Erstmalig erleben kann man mit Cyklaer einen Ableger von Storck Bikes und Porsche, deren vernetzte Premium-Pedelecs durch Leichtbau und schlankes Design auffallen. Ebenfalls smart und elektrisch sind die Modelle der neuen Marke Econic One, deren ordentlich ausgestattete Pedelecs für zum Teil für unter 2.000 Euro zu haben sind. Ihr Debüt feiert auch die deutsche Cargo-Bike-Marke Cluuv, deren erstes Modell mit einem in der Ladefläche integrierten Schienensystem flexibel nutzbar ist und außerdem den neuen Bosch-Antrieb mit 750-Wh-Batterie bietet. Gleich sieben Modelle präsentiert die neue italienische Fahrradschmiede Cybro, die Rahmen an die biometrischen Daten ihrer Kunden anpasst. Cybro offeriert elektrisch und mit Muskelkraft angetriebene Stadt- und Sportmodelle.

Klapprad-Fans können auf der Eurobike ebenfalls einiges Neues entdecken. So präsentiert sich Eovolt mit zwei neuen Modellen im 16- oder 20-Zoll-Format, die trotz E-Antrieb und Falttechnik preislich unter 2.000 Euro bleiben. Preise für die beiden ähnlich gestrickten Falt-E-Bikes XS und XXS des Rayvolt-Ablegers Exxite hingegen noch keine. Dafür stellt die spanische Marke ein Laden der Traktionsbatterien allein mit Muskelkraft in Aussicht. Bad Bike aus Italien zeigt zudem mit dem Bad 2022 ein vollgefedertes Faltrad mit auffälligem Design und Fat-Rädern, das wahlweise mit Heck- oder Mittelmotor erhältlich ist.

Der Artikel "Eurobike 2021 - Neuheiten satt" wurde am 01.09.2021 in der Kategorie E-Bikes von Mario Hommen/SP-X mit den Stichwörtern Eurobike 2021 , E-Bikes, veröffentlicht.

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