Ratgeber

Finanzierung beim Autokauf – Verbrauchertipps zum Vorbeugen unnötiger Kosten

30. April 2020
Redaktion
Zahlreiche Autos werden finanziert. Dies gilt sowohl für Neu- als auch Gebrauchtwagen. Autobanken befassen sich mit der Finanzierung der Kraftfahrzeuge und wickeln den Finanzierungsbedarf der Endverbraucher über Autohändler ab.

Der Markanteil von Autobanken im Kfz-Finanzierungsbereich ist enorm, was unter anderem auf die cleveren Verkaufsstrategien zurückzuführen ist. Verbraucher sind gut beraten sich vor dem Kauf eines Wagens mit den typischen Preistreibern zu befassen, die gern als attraktive Extras präsentiert werden.

Teure Versicherungen müssen nicht sein

Eine passende Kfz-Versicherung gehört in vielen Autohäusern zum vermeintlichen Rundum-sorglos-Paket für die Kundschaft. Dass davon jedoch nicht der Autokäufer, sondern in erster Linie der Händler profitiert, ahnen viele Verbraucher nicht. Viele Autohäuser kooperieren eng mit Versicherungsgesellschaften und kassieren hohe Provisionen für vermittelte Verträge. Versicherte zahlen gegenüber den Angeboten, die sie über Vergleichsportale erhalten könnten, meist deutlich mehr. Deshalb sind Kunden gut beraten sich im Autohaus auf die Finanzierung des Fahrzeugs zu konzentrieren und die Auswahl der Versicherung selbst zu übernehmen.

Hohes Sparpotenzial ergibt sich bei digitalen Versicherern, weil sie den Versicherungsschutz aufgrund des minimierten Verwaltungsaufwands besonders günstig gestalten. Allerdings ist die Auswahl digitaler Anbieter noch sehr beschränkt. Ein weit besseres Beitragsniveau als der Durchschnitt im Bereich Kfz-Versicherung bietet laut Finanztest 2019 die Friday Insurance S.A. Der Online-Kfz-Versicherer ist Teil der Schweizer Baloise Gruppe wozu auch die Basler Versicherungen zählt. Die Kfz Versicherung von Friday ist monatlich kündbar und lässt sich innerhalb weniger Minuten online abschließen. Wenigfahrer können sich einen Tarif mit kilometergenauer Abrechnung zunutze machen. Generell sind Verbraucher gut beraten im Internet einen Preisvergleich durchzuführen und sich bei unabhängigen Portalen über faire Konditionen zu informieren.

Teure Finanzierung durch Restschuldversicherung

Zum Kerngeschäft im Rahmen von Autofinanzierungen gehört außerdem die Restschuldversicherung. Eine überaus teure und im Kfz-Bereich unsinnige Police, die sich Verbraucher sparen können. Die Versicherung soll die Kreditnehmer beziehungsweise dessen Angehörige für den Fall absichern, dass sie während der Kreditlaufzeit sterben. Auch bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit soll sie einspringen. Ob die Police im Ernstfall tatsächlich zahlt, hängt jedoch stark von der Vertragsgestaltung ab.

Die Lücken durch Ausschlussklauseln sind erheblich. Da die Bank bei einer Kfz-Versicherung das Fahrzeug als Sicherheit hat, ist eine Restschuldversicherung nicht nötig. Teilweise werden Autos zwar vergleichsweise günstig finanziert, mit der Restschuldversicherung stocken die Autohäuser beziehungsweise Autobanken ihren Umsatz hingegen ordentlich auf. Mehrere tausend Euro Zusatzkosten allein durch eine Restschuldversicherung sind keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Da die Kosten im Effektivzins angegeben sind, lassen sie sich gut verschleiern. Eine Verdopplung der Kreditkosten ist denkbar.

Gängige Synonyme für die Police:

- Kreditschutzbrief
- Ratenschutzbrief
- Ratenschutzversicherung

Dem Bedarf treu bleiben und nicht beschwatzen lassen

Autoverkäufer müssen Vertragsabschlüsse liefern und sind entsprechend geschult. Mit clever geführten Verkaufsgesprächen werden Interessenten Angebote schmackhaft gemacht, die eigentlich nicht dem entsprechen, was sie sich zuvor ausgesucht haben. Oft kaufen Verbraucher am Ende der Verhandlungen ein neues Auto, obwohl sie eine klare Vorstellung von einem Gebrauchtwagen hatten und nicht mehr benötigen. Der Knackpunkt sind häufig scheinbar günstige Kreditangebote, die das Interesse wecken. Was zählt, sind aber nicht die monatlichen und in vielen Fällen überaus verlockend niedrigen Raten, sondern die Gesamtkosten. Wird allein wegen eines preiswerten Kredits trotz zuvor favorisiertem Gebrauchtfahrzeug für 15.000 Euro ein Neuwagen für 25.000 Euro gekauft, hat das wenig mit einer sinnvollen Kaufentscheidung zu tun. Diejenigen, die ihrem zuvor gefassten Entschluss treu bleiben und dem Händler konkret sagen, was sie brauchen und was nicht, sparen letztendlich am meisten.

Im Idealfall wird so viel wie möglich angezahlt, um die Laufzeit kurz zu halten und das finanzielle Risiko zu senken. Die Zinsen sollten dem aktuell niedrigsten Niveau entsprechen. Die beste Taktik für Sparfüchse besteht jedoch darin, das Auto möglichst günstig zu ergattern. Bestpreise lassen sich auf Autoportalen ermitteln. Ob Autohaus24.de und meinauto.de für Neuwagen oder mobile.de und autoscout24.de für Gebrauchte. Die Internetpreise stellen eine optimale Grundlage für Verhandlungen im Autohaus dar.

Tipp: Verbraucher, die sich nicht auf eine Automarke festgelegt, aber dennoch Favoriten haben, finden in den ADAC Vergleichstests womöglich wichtige Daten für eine bedarfsgerechte Kaufentscheidung. Der Automobilclub vergleicht Fahrzeuge und informiert über die jeweils bessere Option.

Der Artikel "Finanzierung beim Autokauf – Verbrauchertipps zum Vorbeugen unnötiger Kosten" wurde am 30.04.2020 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern Finanzierung beim Autokauf – Verbrauchertipps zum Vorbeugen unnötiger Kosten, Tipp & Infos, veröffentlicht.