Auto

Kia setzt den Rio unter Strom

25. Juni 2021, 11:22 Uhr
Solveig Grewe
Mit dem Rio bietet der koreanische Automobilhersteller Kia einen schicken Kleinwagen mit kompakten Abmessungen, ordentlichem Platzangebot und zeitgemäßen Assistenzsystemen an. Beim Motor-Informations-Dienst (mid) erscheint der Polo-Gegner im sportlichen schneeweißen GT Line-Outfit auf 17 Zöllern und mit einem 120 PS starken Dreizylinder-Turbo inklusive 48-Volt-Mildhybrid-System zum Test.


Mit dem Rio bietet der koreanische Automobilhersteller Kia einen schicken Kleinwagen mit kompakten Abmessungen, ordentlichem Platzangebot und zeitgemäßen Assistenzsystemen an. Beim Motor-Informations-Dienst (mid) erscheint der Polo-Gegner im sportlichen schneeweißen GT Line-Outfit auf 17 Zöllern und mit einem 120 PS starken Dreizylinder-Turbo inklusive 48-Volt-Mildhybrid-System zum Test.

Stille Wasser sind bekanntlich tief. Seit 2017 ist die aktuelle vierte Generation des Kia Rio auf dem Markt. In Deutschland sieht man den kleinen Koreaner eher selten. Dabei ist der Rio nach dem Facelift aus dem Jahr 2020 gerade mit dem GT Linie-Logo auf dem Heckdeckel eine durchaus ernst zu nehmende Alternative zu den in der gleichen Liga spielenden kleinen Wolfsburgern oder Rüsselsheimern.

Mit einer Länge von 4,07 Metern ist der Rio gar nicht mal so klein. Zugegeben, fünf Personen sind einer zu viel, auf der Rückbank ist der Platz klassentypisch begrenzt. Dafür können vier Passagiere ziemlich mühelos in die bequemen Sitze des Fünftürers gleiten. Der Beifahrer darf sich ab der Ausstattungslinie Vision sogar mit einem höhenverstellbaren Sitz passend einrichten. Das Kofferraumvolumen der sanft elektrifizierten Version ist trotz der Batterie unter dem Ladeboden mit 325 Liter bis zu 1.103 Liter noch ordentlich.

Natürlich bestimmt auch in dem Kleinwagen mit der Tigernase viel - dem Preis geschuldeter - Kunststoff das Interieur. Der fühlt sich aber in den Türverkleidungen und an der Armaturentafel gar nicht so billig an, wie er wahrscheinlich war. In der GT Line des Testwagens fallen die weißen Ziernähte auf den schwarzen Stoff/(Kunst)-Leder-Sitzen angenehm ins Auge, ebenso wie das nach unten abgeflachte Sportlenkrad, das, wie erwartet, dadurch besonders gut in der Hand liegt.

Die für fast jede Reise unerlässlichen Utensilien finden in zwei großen Fächern in der Mittelkonsole Platz, das geräumige Handschuhfach schluckt auch größere Gegenstände wie Kindle und Co. und unter die Türgriffe passen in die erfreulicherweise unten geschlossenen Fächer kleinere Gegenstände, die schnell parat sein sollten. Getränkehalter vorne wie hinten helfen allen Passagieren über den ständigen Durst während der Fahrt hinweg.

Beim Cockpit beharren die Koreaner dankenswerterweise auf einigen analogen Anzeigen. Trotzdem darf ein Infotainment-System natürlich nicht fehlen. In der GT Linie wird man intuitiv - bei Bedarf über Befehle an die stets verständnisvolle Sprachsteuerung - durch die Register eines 20,2 Zentimeter großen Touchscreens geführt. Wollen Fahrer und Beifahrer unbedingt getrennte Wege gehen, lassen sich über Bluetooth zwei Smartphones auf einem sogenannten Split-Screen mit dem System verbinden. Einer kann dann per Fernsprecheinrichtung telefonieren, der andere multimedial agieren.

Das Manövrieren währenddessen gelingt bei einem Wendekreis von 10,2 Metern auch in engen Straßen. Beim Einparken sollte man bei der GT Linie die tiefen Frontspoiler berücksichtigen und Bordsteinkanten vorsichtig anvisieren. Wertvolle Dienste beim Rückwärtsfahren aus einer Parklücke leistet der Querverkehrswarner, der nicht nur vor leicht übersehbaren Passanten warnt, sondern zur Not dann auch abbremst.

Der Top-Motorisierung des Rio, dem gefahrenen 1.0 T-GDI mit 120 PS, haben die Koreaner serienmäßig ein 48-Volt Mildhybrid-System spendiert. Beim Beschleunigen nimmt der elektrische Schub über den Startergenerator dem Verbrenner einen Teil seiner Last ab und trägt so zu Verringerung von Emissionen bei. Beim Bergabfahren oder Ausrollen entwickelt das Mildhybrid-System dann seine Talente durch Stromerzeugung und Energierückgewinnung. Mit dem Sieben-Stufen-DCT kann der Fronttriebler sogar "segeln". Bei Geschwindigkeiten bis zu 125 Stundenkilometern schaltet sich der Verbrennungsmotor aus, bis man Gas oder Bremse wieder betätigt.

Der Einliter-Dreizylinder Benziner zeigt sich während der Fahrt erfreulich kultiviert. Dank Turboaufladung ist im Zusammenspiel mit dem fein schaltenden Doppelkupplungsgetriebe flotter Vortrieb angesagt. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h lässt sich der Rio 10,2 Sekunden Zeit. In der Spitze sind - falls erlaubt - 190 km/h möglich. Für den Verbrauch gibt Kia 4,7 Liter auf 100 Kilometer an. Den Mix aus Stadtverkehr, Landstraße und ein wenig Autobahn quittiert der Bordcomputer mit knapp über fünf Litern. Ein ordentlicher Wert, bei dem sich der kleine Koreaner gar nicht (mehr) zu verstecken braucht.

Solveig Grewe / mid


Technische Daten Kia Rio 1.0 T-GDI 7 DCT 120 48 V GT Line:

- Länge / Breite / Höhe: 4,07 / 1,72 / 1,45 Meter

- Motor: Dreizylinder Benziner

- Hubraum: 998 ccm

- Leistung: 88 kW/120 PS

- max. Drehmoment: 200 Nm

- Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe

- Beschleunigung: 0 - 100 km/h in 10,2 s

- Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h

- Normverbrauch: 4,7 l/100 km

- CO2-Emissionen: 108 g/km

- Preis: ab 23.700 Euro

Der Artikel "Kia setzt den Rio unter Strom" wurde am 25.06.2021 in der Kategorie News von Solveig Grewe mit den Stichwörtern Auto, Praxistest, Test, Mildhybrid, Kleinwagen, News, veröffentlicht.