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Tricks gegen Tacho-Trickser

22. Juni 2021, 13:21 Uhr
Rudolf Huber
Tricks gegen Tacho-Trickser
mid Groß-Gerau - Tacho manipuliert? In diesem Fall ist die Gefahr wohl eher gering... Tobias Heine / Pixabay.com
Bei wie vielen Fahrzeugen auf Deutschlands Straßen der Tachostand manipuliert wurde, kann man nur schätzen. Fest steht: Vor allem junge und hochpreisige Gebrauchtwagen sind besonders gefährdet. Denn mit jedem Kilometer weniger auf der Uhr steigt der Verkaufspreis.


Bei wie vielen Fahrzeugen auf Deutschlands Straßen der Tachostand manipuliert wurde, kann man nur schätzen. Fest steht: Vor allem junge und hochpreisige Gebrauchtwagen sind besonders gefährdet. Denn mit jedem Kilometer weniger auf der Uhr steigt der Verkaufspreis. Das Problem dabei: Gleichzeitig gibt es inzwischen bezahlbare Technik, mit der fast jeder strapazierte Langstreckenläufer zum reinen Sonntagsausflugs-Auto gemacht werden kann.

Wurde früher noch eine Bohrmaschine benötigt, um die Tacho-Walze zurückzudrehen, reicht heute ein Computer. Mit einer Software und ohne technische Vorkenntnisse kann der Kilometerstand an fast jedem Fahrzeugtyp beliebig verstellt werden. Das ist zwar seit 2005 in jedweder Art und Weise verboten, so die ARAG Experten. Aber man muss den Betrug erst einmal bemerken - und beweisen.

Was also tun? Hier ein paar relativ einfache Tipps: Zunächst den Wagen gründlich in Augenschein nehmen! Abgefahrene Reifen, ausgetretene Pedale, ein abgegriffenes Lenkrad und zerschlissene Sitze passen nicht zu einem niedrigen Kilometerstand. Zudem sollte das Serviceheft des Fahrzeugs auf Plausibilität geprüft werden. Aber Achtung: Gewitzte Gauner kaufen schlicht ein Blanko-Checkheft und lassen sich Stempel anfertigen. Zur Kontrolle sollte daher auch bei der zuständigen Werkstatt nachgefragt werden, ob die Angaben im Checkheft korrekt sind.

Ist der Verkäufer nicht der Vorbesitzer, sondern ein Händler, raten die ARAG Experten, den letzten Vorbesitzer zu kontaktieren, der im Fahrzeugbrief steht. Er kann sich vielleicht noch an die Laufleistung erinnern, mit der er den Wagen abgegeben hat. Auch in TÜV-Berichten finden sich das Datum der Untersuchung und die Laufleistung. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte den Gebrauchtwagen beim Fachmann auf Herz und Nieren prüfen zu lassen.

Für spätere Ansprüche sollte man sich im Kaufvertrag nicht mit unverbindlichen Angaben wie "Kilometerstand laut Tacho" oder "Kilometerstand abgelesen" abspeisen lassen. Korrekt ist die Angabe "tatsächliche Laufleistung".

Weil die meisten namhaften Hersteller alle wichtigen Fahrzeugdaten wie die Laufleistung auf eigenen Servern spiegeln, wird die Betrügerei schwieriger. Seit 2018 gibt es zudem eine gesetzliche Vorschrift, wonach jedes neu zugelassene Fahrzeug über ein automatisches Notrufsystem verfügen muss, den sogenannten eCall. Auch damit kann die Laufleistung nachgewiesen werden.

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