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Hyundai Ioniq: In vier Jahren autonom unterwegs

18. November 2016, 14:43 Uhr
Michael Kirchberger 3
3Hyundai Ioniq: In vier Jahren autonom unterwegs
mid Los Angeles - Dieser Hyundai soll auch in der Stadt autonom fahren: der Ioniq Autonomous Concept mit LIDAR-Sensorik. Hyundai
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Mit dem Ioniq hat Hyundai Großes vor. Auf der Auto Show in Los Angeles zeigte die koreanische Marke einen Prototypen des jüngst eingeführten Modells, das sich auch im Stadtverkehr autonom bewegen kann.


Mit dem Ioniq hat Hyundai Großes vor. Auf der Auto Show in Los Angeles zeigte die koreanische Marke einen Prototypen des jüngst eingeführten Modells, das sich auch im Stadtverkehr autonom bewegen kann. Vor allem kostengünstig soll die erforderliche "Light Detecting and Ranging"-Sensorik (LIDAR) sein, durch die sich nicht nur Autos in Zukunft mithilfe von Laserstrahlen in fremder Umgebung orientieren sollen.

Ganz fremd ist das Umfeld aber nicht. Denn ausgefeiltes und hochpräzises Kartenmaterial ist die Grundlage für die Orientierungsfähigkeit, mit dem sich meist auch militärische genutzte Flugzeuge oder auch Schiffe in Häfen sicher und ohne Anzuecken bewegen können. Die Laser-Sensorik gibt Auskunft über etwaige Hindernisse, erkennt, ob diese sich bewegen und gibt so dem Zentral-Computer die Möglichkeit, die Fahrtroute entsprechend anzupassen. Oder im Zweifelsfall zu stoppen.

Der Ioniq Autonomous Concept ist nicht als Selbstfahrer zu erkennen. Eher fallen die Symbole für Hybrid- oder elektrische Antriebstechnik auf, die viertürige Schrägheck-Limousine wird gar nicht mehr mit konventionellem Antrieb angeboten. Das LIDAR-System ist im vorderen Stoßfänger integriert und überwacht die Verkehrsfläche vor dem Fahrzeug im Winkel von 130 Grad. Zwei weitere LIDAR-Einheiten detektieren den Fern- und den mittleren Bereich. Ein weiteres Radarsystem ist am Heck positioniert und blickt nach hinten. Zusätzlich liefern drei Stereokameras Daten über Verkehrszeichen, Fahrbahnmarkierungen, Ampelsignale und Fußgänger in direkter Nähe. Das hochauflösende Kartenmaterial informiert unter anderem über Fahrbahnbreite, Gefälle oder Steigungen und Kurvenradien.

Ein spezielles, von Hyundai selbst entwickeltes Betriebssystem reduziert dabei den Rechenaufwand und beschleunigt die Entscheidungsfindung des Rechners. Vor allem dieser Baustein soll die Kosten reduzieren und autonom fahrende Autos erschwinglich machen. Große Teile dieser Forschungs- und Entwicklungsarbeit wurden im nördlich von Los Angeles gelegenen Silicon Valley geleistet. Dort stehen die Wiegen von Microsoft, Apple, Google und allen anderen namhaften IT-Unternehmen. Mittlerweile haben sich dort auch fast alle Automobilhersteller angesiedelt, um vom kreativen Potenzial der findigen Programmierer zu profitieren.

Getestet werden die selbstfahrenden Hyundai-Autos jedoch im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Namyang in Südkorea. Seit Anfang 2016 hat die koreanische Marke die staatliche Erlaubnis, ihre autonomen Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen in der Stadt zu erproben. Mit einem Serienstart sei jedoch nicht vor 2020 zu rechnen, heißt es in Los Angeles.

Michael Kirchberger

Der Artikel "Hyundai Ioniq: In vier Jahren autonom unterwegs" wurde am 18.11.2016 in der Kategorie News von Michael Kirchberger mit den Stichwörtern Messe, Autonomes Fahren, Elektroauto, Elektromobilität, News, veröffentlicht.

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