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Porsche 911 Turbo S Cabrio: Zukunftsstarker Turbo-Turbo

19. Januar 2016, 10:23 Uhr
Ralf Schütze 6
6Porsche 911 Turbo S Cabrio: Zukunftsstarker Turbo-Turbo
mid Kyalami - Ende Januar kommen die modellgepflegten Porsche 911 Turbo, Targa und Carrera 4 auf den Markt. Porsche
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Nach dem jüngsten Facelift ist jeder Porsche 911 Carrera turbo-befeuert. Jetzt hat auch der klassische 911 Turbo die Modellpflege hinter sich und startet sozusagen als ''Turbo-Turbo'' mit 20 Mehr-PS im Vergleich zum Vorgänger und zukunftsstarker Technnik in die zweite Hälfte des Modellzyklus. Offenbarung im wahrsten Sinne: Das 580 PS starke Turbo S Cabrio rennt 330 km/h und sprintet in exakt 3,0 Sekunden von null auf Tempo 100.

"Leistungsstärke und Zukunftsstärke" - um beides ging es Porsche laut eigener Aussage bei der Entwicklung des neuen 911 Turbo. Über seine enorme Power lässt der Turbo der Modellreihe 991 II seine Insassen keinen Moment im Unklaren: Gerade im offenen Turbo S Cabrio mit jetzt 580 PS statt bisher 560 PS wirkt die rasante Beschleunigung in 3,0 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h überwältigend. Und 330 km/h Spitze ersticken jede Frage nach Tuning im Keim, wenn es wirklich um Performance und nicht nur um Posing geht. Die ebenfalls versprochene Zukunftsstärke erschließt sich allmählich und dann überzeugend, wie der Erstkontakt mit dem neuen Turbo im südafrikanischen Johannesburg zeigt. Prozentual gesehen hält sich die Preissteigerung sogar in Grenzen, denn mit 215.962 Euro ist das neue Supersport-Cabriolet 6.188 Euro teurer als der Vorgänger - nicht mehr als exakt jene Preissteigerung, die schon beim 911 Carrera fällig wurde.

Der Porsche 911 Turbo mit jetzt 540 PS statt bisher 520 PS ist als Coupé nach dem Facelift ab 174.669 Euro zu haben. Das Turbo S Coupé hat ebenfalls um 20 PS auf nunmehr 580 PS zugelegt. In dieser Version unterbietet der neue 911 Turbo sogar die Dreisekunden-Schallmauer beim Standard-Sprint und rast in 2,9 Sekunden auf 100 km/h. Alle Modell-Varianten heben sich optisch vom Vorgänger durch serienmäßige LED-Hauptscheinwerfer mit Vierpunkt-Tagfahrlicht in der neuen Frontschürze ab. Diesen Anblick werden andere Verkehrsteilnehmer jedoch nur kurz im Rückspiegel sehen, ehe sie das neue Heck eines davonsprintenden 911 Turbo S bewundern. Merkmale am Hinterteil: Längslamellen am Motordeckel und ein überarbeiteter Stoßfänger, der die rund sieben Zentimeter mehr Breite gegenüber dem 911 Carrera betont.

Innen fällt neben Lederausstattung und vollelektrischen Sportsitzen vor allem das neue GT-Sportlenkrad mit 360 Millimeter Durchmesser auf, das von Porsches Hybrid-Supersportler 918 Spyder abgeleitet ist - samt Schaltpaddles und einem neuen Drehschalter für die schnelle Anwahl von vier verschiedenen Fahrmodi. Fortschrittliches Infotainment soll das neu entwickelte "Porsche Communication Management" samt "Connect Plus" garantieren. Allerdings ist es vorerst nur mit Apple Car Play zu haben, nicht für Android-Smartphones. In allen Porsche 911 Turbo sollen das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe PDK und der aktive Allradantrieb "Porsche Traction Management" stets für hohe Dynamik und optimale Kraftübertragung sorgen. Extra Performance bringen auch die 20-Zoll-Turbo-Räder, eine Hinterachslenkung, das aktive Fahrwerk PASM ("Porsche Active Suspension Management) sowie eine elektronisch geregelte Quersperre.

Traditionell war den Porsche-Entwicklern auch für den neuen 911 Turbo die Alltagstauglichkeit sehr wichtig. Wie schon beim 911 Carrera gibt es zu diesem Zweck unter anderem ein Liftsystem, das vor Hindernissen die Front um 40 Millimeter anhebt. Oder: Ein flexibler Bugspoiler sorgt entweder für wenig Luftwiderstand, oder bei Bedarf für Abtrieb an der Vorderachse und somit eine verbesserte Straßenlage.

Nach den Testfahrten rund um Johannesburg und vor allem auf dem wiedereröffneten ehemaligen Formel 1-Kurs von Kyalami erweist sich das geöffnete 911 Turbo S Cabrio als Offenbarung im wörtlichen und übertragenen Sinne. Der 580 PS starke Frischluft-Bolide öffnet und schließt innerhalb von nur 13 Sekunden und bei bis zu 50 km/h Fahrt sein Stoffverdeck. Das flexible Dach ist durch Magnesium-Elemente verstärkt und hervorragend wärme- und schallgedämmt. Zu starke Fahrtwind-Zufuhr von hinten verhindert bei bis zu 140 km/h serienmäßig ein elektrisch ausfahrendes Windschott.

Doch vor allem beeindruckt die Performance des Turbo S Cabrio: Aus den enormen 700 Nm Drehmoment werden dank Overboost für bis zu 20 Sekunden unglaubliche 750 Nm. Möglich macht das unter anderem die variable Turbinengeometrie VTG, die den Porsche 911 Turbo seit 2006 auszeichnet. Das eliminiert Lastwechsel beinahe völlig und sorgt ganz nebenbei für charakteristisch röchelnden Turbo-Sound, der einen Sportauspuff überflüssig macht. Die bis zu 750 Nm Schubkraft sind immerhin das Eineinhalbfache des Porsche Carrera S und somit laut 911-Baureihenleiter August Achleitner einer der Punkte, der im Turbo-Zeitalter des facegelifteten 911 Carrera auch dem 911 Turbo weiterhin eine Daseinsberechtigung verschafft: "Da liegen nach wie vor Welten dazwischen."

Ralf Schütze/mid

Technische Daten Porsche 911 Turbo S Cabrio (Typ 991 II):
2+2-sitziges Sportcabriolet, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Metern: 4,51/1,88/1,29/2,45, Leergewicht: 1.670 kg, Zuladung: 375 kg, Gepäckraum: 115 l.
Motor: Sechszylinder-Biturbo-Boxermotor, Hubraum: 3.800 ccm, Leistung: 427 kW/580 PS bei 6.750/min, Drehmoment: 700 Nm (Oberboost mit Sport Chrono Paket: 750Nm) bei 2.100/min bis 4.250/min, Beschleunigung 0-100 km/h: 3,0 s (mit Sport Chrono Paket), Höchstgeschwindigkeit: 330 km/h; Normverbrauch: 9,3 l/100 km, CO2-Ausstoß: 216 g/km. Preis: 215.962 Euro.

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