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Innovative Anreize für Unternehmen: Die THG-Quote 2024 und ihre Bedeutung für Fuhrparks

10. Mai 2024
Redaktion
Innovative Anreize für Unternehmen: Die THG-Quote 2024 und ihre Bedeutung für Fuhrparks
@ Image by Reinhard Thrainer from Pixabay (CC0-Lizenz)
Für jedes Fahrzeug im Fuhrpark eine jährliche Prämie erhalten? Für Flottenbetreiber stellt dies einen innovativen Anreiz dar – vorausgesetzt, es handelt sich bei den Fahrzeugen um vollelektrische Modelle. Doch nicht nur für Elektrofahrzeuge, sondern auch für öffentlich zugängliche Ladepunkte könnte jährlich Geld fließen. Möglich macht es die sogenannte THG-Quote.

Zur Förderung der E-Mobilität und zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes im Verkehrssektor bietet die THG-Quote Fuhrparks eine attraktive zusätzliche Einnahmequelle. Worum es sich bei der THG-Quote genau handelt, wie Flottenbetreiber vom Quotenhandel profitieren und jährliche Prämien erhalten können, erklären wir im Folgenden.

Was ist die THG-Quote?

Die Abkürzung THG-Quote steht für Treibhausgasminderungsquote und bezeichnet ein Instrument zur Verbesserung des Klimaschutzes und zur Reduzierung des Ausstoßes von CO2 und anderer klimaschädlicher Treibhausgase im Verkehrssektor. Mineralölunternehmen, die fossile Kraftstoffe in Umlauf bringen, werden über die THG-Quote dazu verpflichtet, ihren Ausstoß von Treibhausgasen jährlich um einen gewissen Prozentsatz zu verringern. Dieser Prozentsatz erhöht sich mit jedem Jahr. Die genaue Höhe der Treibhausgasminderungsquote für die kommenden Jahre ist im Bundes-Immissionsschutzgesetz festgelegt. Im Jahr 2024 liegt die THG-Quote beispielsweise bei 9,25 %, im Jahr 2025 bei 10,5 % und bis zum Jahr 2030 steigt sie auf 25 %.

Wie profitieren Fuhrparks von der THG-Quote?

Wie hängen nun Mineralölunternehmen und ihre Verpflichtung zur Treibhausgasminderung mit elektrischen Fuhrparks zusammen? Mineralölunternehmen stehen, wie oben erklärt, in der Pflicht, ihren Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 zu verringern, um die THG-Quote zu erfüllen – anderenfalls drohen Strafzahlungen. Schaffen sie dies nicht aus eigener Kraft, haben sie die Möglichkeit, über den Umweg des Quotenhandels die erforderlichen Einsparungen dennoch zu erreichen. Die betreffenden Unternehmen können im Rahmen des Quotenhandels Zertifikate einkaufen, die die Einsparung von Treibhausgasen wie CO2 an anderer Stelle bescheinigen – beispielsweise durch die Nutzung von Elektroautos und Strom zum Laden derselben.
Flottenbetreiber mit elektrischen Fahrzeugen und Betreiber von Ladeinfrastruktur können sich ihre individuellen Beiträge zur CO2-Einsparung vom Umweltbundesamt bescheinigen lassen. Die Bescheinigungen des Umweltbundesamts können dann im Rahmen des Quotenhandels an Mineralölunternehmen verkauft werden. Der Erlös aus diesem Verkauf wird auch als THG-Prämie bezeichnet – und dient für Unternehmen angesichts der für die kommenden Jahre festgelegten Treibhausminderungsquote als zusätzliche Einnahmequelle.

THG-Prämie für Elektrofahrzeuge und Ladepunkte

Die THG-Prämie können Unternehmen und Privatpersonen für jedes ihrer vollelektrischen Fahrzeuge erhalten. Dazu muss dem Umweltbundesamt eine Kopie des jeweiligen Fahrzeugscheins vorgelegt werden. Für die Berechnung der zu zertifizierenden Einsparungen von Treibhausgasen legt das Umweltbundesamt pauschale Referenzwerte fest und passt diese regelmäßig an. Somit spielt es keine Rolle, wie viel oder wenig ein einzelnes Elektrofahrzeug bewegt wird oder wie viel und welche Art von Strom es lädt. Für E-Autos, E-Nutzfahrzeuge und E-Busse gelten aufgrund ihrer Größe entsprechend unterschiedliche Werte.
Darüber hinaus fallen auch Wallboxen und Ladestationen unter die THG-Prämie, sofern sie öffentlich zugänglich und bei der Bundesnetzagentur gemeldet sind sowie die Voraussetzungen der Ladesäulenverordnung erfüllen. Die Höhe der THG-Quote für jeden öffentlich zugänglichen Ladepunkt berechnet sich anhand eines Nachweises über die Menge des jährlichen Ladestroms sowie der Quelle des Stroms (bspw. Ökostrom oder klassischer Strommix).
In den vergangenen Jahren konnten pro Elektrofahrzeug und Ladepunkt teils mehrere Hundert Euro Prämie erzielt werden. Zuletzt sind die Referenzwerte des Umweltbundesamts zwar wieder etwas gesunken, doch die Prämie kann je nach Verhandlungsgeschick und Marktlage pro E-Fahrzeug weiterhin dreistellig ausfallen. Jedes Jahr werden die Karten zudem neu gemischt und die Höhe der im Schnitt erzielten Prämien kann sich verändern.

Wie können Flottenbetreiber die THG-Quote erhalten?

Da die Beantragung der Bescheinigungen beim Umweltbundesamt sowie die anschließenden Verhandlungen mit und der Verkauf an Mineralölunternehmen für einzelne Fahrzeuge und Ladepunkte sehr aufwendig ist, lohnt es sich für Flottenbetreiber, einen Dienstleister als Zwischenhändler einzusetzen. Dieser übernimmt in der Regel die Beantragung der Zertifikate beim Umweltbundesamt und verkauft diese in großer Menge gebündelt an die Unternehmen. Die Betreiber von Elektrofahrzeugen und/oder Ladepunkten haben dabei meist die Wahl zwischen unterschiedlichen Verträgen. So können sie im Vorhinein zum Beispiel einen Festpreis für die Zertifikate vereinbaren oder die Prämie vom Verhandlungsgeschick des Dienstleisters abhängig machen. Da sich die Bedingungen am Markt schnell verändern, ist es ratsam, sich nicht zu lange an einen Anbieter zu binden und die Vertragsbedingungen im Detail zu prüfen. Wie Flottenbetreiber den richtigen Anbieter für THG-Prämien ausfindig machen können, ist hier nachzulesen.

Fazit: Die THG-Prämie für Flottenbetreiber lohnt sich

Mit vollelektrischen E-Fahrzeugen im Fuhrpark profitieren Flottenbetreiber gleich von mehreren Vorteilen: Mit der Umstellung auf E-Mobilität fördern sie den Klimaschutz, sorgen dafür, dass ihre Flotte angesichts der Verkehrswende zukunftsfähig bleibt, und positionieren sich als innovatives und klimafreundliches Unternehmen für Kunden, Mitarbeiter und Bewerber. Die THG-Prämie kommt als attraktiver Bonus noch hinzu: Jährliche Einnahmen für jedes vollelektrische Fahrzeug und jeden Ladepunkt werten die Finanzen auf und können in den Unterhalt der Flotte oder andere wichtige Projekte des Unternehmens reinvestiert werden. Nehmen E-Auto-Besitzer die THG-Quote nicht in Anspruch, verkauft die Bundesregierung diese in Eigenregie. Das Gute an der THG-Prämie ist somit: Den einzigen Fehler, den Unternehmen machen können, ist, sie nicht in Anspruch zu nehmen. Als attraktiver Bonus stellt die THG-Quote einen innovativen Anreiz zur Umstellung auf E-Mobilität und Anschaffung von Elektrofahrzeugen dar.

Der Artikel "Innovative Anreize für Unternehmen: Die THG-Quote 2024 und ihre Bedeutung für Fuhrparks" wurde am 10.05.2024 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern Innovative Anreize für Unternehmen: Die THG-Quote 2024 und ihre Bedeutung für Fuhrparks, Tipp & Infos, veröffentlicht.

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