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Formel 1 – zieht sich die Königsklasse aus Europa zurück?

4. Juli 2022
Redaktion
Formel 1 – zieht sich die Königsklasse aus Europa zurück?
@ randomwinner (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
In den vergangenen Jahren ist der Rennkalender der Formel 1 stückweise angewachsen. Für 2022 ist eine Rekordzahl von 23 Rennen geplant. Langfristig soll die Zahl sogar noch weiter ansteigen, was nicht überall auf Gegenliebe trifft. Doch obwohl in der Formel 1 immer mehr Rennen ausgetragen werden, macht sich vielerorts die Sorge breit, dass traditionelle Strecken in Europa verschwinden könnten.

Formel 1 will neue Märkte erschließen

Fest steht, dass die Formel 1 expandieren möchte. Im Fokus stehen aktuell vor allem der nordamerikanische Markt und Asien. Allein 2022 wird es mit Austin und Miami 2 Rennen in den USA geben. Im nächsten Jahr soll sogar ein weiteres Rennen in Las Vegas hinzukommen. Seit Liberty Media die Vermarktung der Formel 1 übernommen hat, liegt der Fokus bei der Auswahl der Veranstaltungsorte ganz deutlich in der finanziellen Lukrativität. Dabei wird vor allem geschaut, welche Märkte ein großes Wachstumspotenzial haben. Aktuell sind das die USA und Asien – insbesondere China.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Formel 1 dort zukünftig mehr Rennen austragen möchte. Ein Problem ist hier aber die Concorde-Vereinbarung. Sie begrenzt die maximale Anzahl an Rennen, die pro Saison gefahren werden, auf 25. Wenn es mehr Rennen in Asien und den USA gibt, bedeutet das logischerweise, dass andere Rennen wegfallen. Davon betroffen sind vor allem traditionelle und geschichtsträchtige Strecken in Europa. Hinzu kommt, dass die Formel 1 langfristig sogar über weitere Rennen in Afrika nachdenkt.

Europa bleibt

Die Formel 1 hat ihren Ursprung in Europa. Das erste Rennen der Geschichte fand in Silverstone in England statt und seit jeher spielen europäische Strecken, aber auch europäische Teams die wichtigste Rolle in der Königsklasse des Motorsports. Deshalb wird es nach Angaben der Verantwortlichen auch weiterhin zahlreiche Rennen in Europa geben. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass sich die Zahl verringern wird. So gab es zum Beispiel schon länger keinen deutschen Grand Prix mehr und auch für die Zukunft ist nicht absehbar, dass Deutschland Gastgeber sein wird.

Für europäische Fans der Formel 1 wird es damit immer schwieriger, live bei einem Rennwochenende dabei zu sein. Schließlich fallen manche Standorte weg, sodass man weit fahren muss, um an einen Veranstaltungsort zu gelangen. Hinzu kommt, dass bei einem geringeren Angebot die Nachfrage gleich bleibt, wodurch es schwieriger wird, an Tickets zu gelangen. Wer also bei einem Rennen in Frankreich, Belgien oder den Niederlanden live dabei sein möchte, sollte sich rechtzeitig um den Ticketkauf kümmern.

Schwierige Situation in Deutschland

Dass es in Deutschland aktuell keinen Grand Prix gibt, hängt jedoch nicht mit den Expansionsplänen der Formel 1 zusammen. Vielmehr haben die Veranstalter des Hockenheimrings und des Nürburgrings mit anderen Problemen zu kämpfen. Eine bedeutende Rolle spielt hierbei die Wirtschaftlichkeit einer Austragung. Denn Rennstrecken müssen hohe Antrittsgelder an die Formel 1 zahlen, um ein Rennen austragen zu dürfen. Anders als in vielen anderen Ländern, wird die Austragung eines Formel-1-Rennens in Deutschland nicht staatlich gefördert, weshalb sich eine Austragung für die Veranstalter oft nicht lohnt. Hinzu kommt, dass es zu Terminproblemen kommt, da beide Strecken auch Gastgeber für andere Meisterschaften sind, wie der DTM.

Der Artikel "Formel 1 – zieht sich die Königsklasse aus Europa zurück?" wurde am 04.07.2022 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern Formel 1 – zieht sich die Königsklasse aus Europa zurück?, Tipp & Infos, veröffentlicht.

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