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Range Rover: Mobile Burg mit Luxus-Überschuss

27. Oktober 2021, 09:15 Uhr
Klaus Brieter 8
8Range Rover: Mobile Burg mit Luxus-Überschuss
mid München - Geglättet: Schnörkel oder Sicken in der Außenhaut sucht man beim neuen Range Rover vergeblich. Jaguar Land Rover
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In London wurde der neue Range Rover feierlich enthüllt. Das puristische Design verzichtet auf jedweden Schnörkel und versprüht den Charme einer glatten Schrankwand. Im Inneren ist reichlich Luxus zu entdecken. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat sich den 'Range' schon vorab in München genau angeschaut.


In London wurde der neue Range Rover feierlich enthüllt. Das puristische Design verzichtet auf jedweden Schnörkel und versprüht den Charme einer glatten Schrankwand. Im Inneren ist reichlich Luxus zu entdecken. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat sich den "Range" schon vorab in München genau angeschaut.

Da Gelassenheit zu den auffälligen Tugenden des Range Rover gehört wundert es nicht, wenn dem Inbegriff des luxuriösen SUV hastige Modellwechsel fremd sind. So rollt nach über 50 Jahren seit seinem Erscheinen jetzt erst die fünfte Generation an den Start. Und die orientiert sich in ihrem Erscheinungsbild am Konzept des Urahns von 1970: Kurzer Karosserie-Überhang vorn, hinten dafür mehr, schwarze Fenstersäulen und die von der Motorhaube ausgehende Linie, die sich über die gesamte Seite des Gehäuses zieht.

Sie und das verchromte Designelement im U-Format an der Vorderkante der Tür sind so ziemlich die einzigen markanten Punkte, an denen sich das Auge festhalten kann. Ansonsten wirkt der glatte, burgartige Wagenkörper durch das radikale Weglassen von Sicken, Kanten und Türklinken wie ein im Windkanal optimiertes Stück Seife. Kein schräger Vergleich: Immerhin teilt der Edelbrite den Fahrtwind mit einem niedrigen Luftwiderstandsbeiwert von cw=30,0.

Wenigstens an der Vorderfront gönnt sich der Range Rover eine silberne Querleiste im unteren Bereich und etwas Chrom für den markanten Grill, neben dem die Scheinwerferaugen eher zierlich wirken. Am Heck spielen die Leuchten ein scheues Versteckspiel: Man sieht sie erst, wenn sie angeschaltet werden.

Dieser Purismus setzt sich im Inneren des noblen Engländers fort. In der aufgeräumten Stube haben nur wenige Hebel und Schalter den Generationswechsel überlebt. Die meisten Funktionselemente zogen sich in ein riesig anmutendes Tablet zurück, sodass im kargen Raum der Mittelkonsole Automatikwählhebel, Anlasserknopf, Radiodrehregler und die beiden griffgünstig erreichbaren und großen Klima-Heizungs-Einsteller schon fast wie störende Fremdköper auf sich aufmerksam machen.

Das schnörkellose Sitz-Mobiliar wirkt ebenfalls schlicht, macht aber wegen der akkuraten Verarbeitung und der Materialwahl durchaus einen luxuriösen Eindruck. Selbst baumlange Hinterbänkler können sich - speziell in der Langversion - über üppigste Beinfreiheit freuen. Je nach Ausstattungswunsch stehen zwei große Bildschirme bereit, die unabhängig voneinander nutzbar sind: Das ist ganz großes Kino im Fond!

Wie auf den vorderen Plätzen versteckt sich der Luxus selbstverständlich auch im Fond. Großzügig dimensionierte Ablagefächer, der optional erhältliche Kühlschrank und Bedienelemente für das farbige Raumlicht oder die Sitzverstellung werden erst sichtbar, wenn die lautlos gleitenden Abdeckklappen geöffnet werden. Sozusagen die Tapetentüren in der mobilen Burg.

Natürlich haben die Techniker alles darangesetzt, das Geräuschniveau im Innenraum noch einmal spürbar zu dämpfen. Trotz der Stille im Raum implantierten die Auto-Akustiker die Lautsprecher in die Kopfstützen, um den Wohlklang des gewählten Musikprogramms nahe an den Gehörgang zu bringen. Die Verwindungssteifigkeit der zu 80 Prozent aus Aluminium gefertigten Akustik-Karosserie wurde um 50 Prozent erhöht.

In Sachen Technik hat Range Rover alles aufgeboten, was der Baukasten hergibt: Allradantrieb samt Luftfederung, lenkbare 5-Lenker-Hinterachse, LED-Licht vom feinsten, Ein- und Ausparken per Fernbedienung und ein dickes "Connectivity-Paket" mit zahlreichen Steckdosen zum Laden der mobilen Geräte. Eine Weltneuheit ist die Brake-by-Wire-Bremse, die aktiv gekühlt wird.

Beim Motorenprogramm versucht Range Rover einen Spagat zwischen "Full Power" und "Low Emmissions". Für den Land- oder Geldadel, der nicht darben soll, steht der Twin-Turbo 4,4-Liter-V8 mit 530 PS bereit. Wer mit weniger zufrieden ist, hat eine reiche Auswahl: ein MHEV-Benziner mit 400 PS, zwei Plug-In-Hybride mit 440 und 510 PS und drei Diesel mit 249, 300 und 350 PS (allesamt 3-Liter-Motoren mit sechs Zylindern). Die Hybrid-Modelle sollen rein elektrisch bis zu 100 Kilometer weit kommen. Die rein elektrisch fahrende Variante wird für 2024 erwartet.

Der burgartige Charakter des Range Rover, der gegenüber dem Vorgänger in der Länge um fünf Zentimeter gewachsen ist (5,05 Meter; Langeversion: 5,25 Meter), wird durch die wuchtigen 23-Zoll-Räder unterstützt. Als Alternative zur Lederausstattung gibt es edle Stoffe, die als Premium-Textil eine gediegene Wirkung erzielen. Englisches Augenzwinkern verraten die beiden Picknick-Sitze, die aus der zweiteiligen Heckklappe herausgefaltet werden können. Man möchte sich schließlich nicht nur in der Burg aufhalten - außerdem droht außenbords nicht die Gefahr, dass sich der Tee über das wertvolle Ambiente ergießt.

Klaus Brieter / mid

Der Artikel "Range Rover: Mobile Burg mit Luxus-Überschuss" wurde am 27.10.2021 in der Kategorie Neuheiten von Klaus Brieter mit den Stichwörtern Auto, Weltpremiere, SUV, Premiumfahrzeug, Vorstellung, veröffentlicht.

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