Automobil

Die mid-Zeitreise: HMC Mk IV Silverstone

20. September 2021, 19:24 Uhr
Motor-Informations- Dienst (mid)
Die mid-Zeitreise: HMC Mk IV Silverstone
mid Groß-Gerau - Mit dem Segen des Namensgebers Geoffrey Healey schuf die englische Manufaktur "HMC" im Jahr 1996 mit dem "Silverstone" eine Reinkarnation des klassischen Austin-Healey 3000. Archiv Motor-Informations-Dienst (mid)
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Am 5. August 1996 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 41. Jahrgang über die Wiedergeburt einer Sportwagen-Legende, den HMC Mk IV Silverstone.


Am 5. August 1996 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 41. Jahrgang über die Wiedergeburt einer Sportwagen-Legende, den HMC Mk IV Silverstone.

Austin Healey 3000 - ein Name, der die Augen anglophiler Sportwagenliebhaber zum Leuchten bringt. Vor einigen Jahren erfuhr das auch unter dem Kosenamen "Rennschwein" bekannte Original aus den 1960er Jahren eine Ehre, die nur den wirklichen Sportwagengrößen wie AC Cobra, Lotus Super Seven und Ford GT 40 widerfährt: eine Wiedergeburt als Neo-Klassiker. Mit dem Segen des Namensgebers Geoffrey Healey schuf die englische Manufaktur "HMC" mit dem "Silverstone" eine Reinkarnation des klassischen Austin-Healey 3000, der über den Importeur Leberfinger in Hamburg-Barsbüttel jetzt auch in Deutschland erhältlich ist.

Ein massives Chassis aus Kastenprofilen bildet das Rückgrat, während die Karosserie wahlweise aus glasfaserverstärktem Kunststoff oder aus Aluminium besteht. Während die Form bis in die liebevollen Details das Original kopiert, ist die Qualität unter großzügiger Verwendung von Edelstahl, Holz und Leder deutlich besser. Wie beim Urmodell bleibt hinten immerhin Raum für zwei Notsitze, während Fahrer und Beifahrer eine geradezu fürstliche Beinfreiheit genießen. Die urigen Smith-Instrumente und das für heutige Geschmäcker entschieden zu große serienmäßige Lederlenkrad atmen noch das Flair der 1960er, unter der aufregend geschwungenen Karosserie steckt allerdings zuverlässige Großserientechnik, die mit Gasdruckstoßdämpfern, Einzelradaufhängung und innenbelüfteten Scheibenbremsen (vorn) durchaus auf dem neuesten Stand ist.

Der von britischen Sportwagen-Bauern zu Recht heißgeliebte 3,9-Liter-Aluminium-V8 von Rover verrichtet auch im HMC Silverstone eindrucksvoll seine Arbeit. Im Stand nur gedämpft vor sich hinbrabbelnd, wiehern seine 190 Pferde bei der Beschleunigung so unüberhörbar schön, dass wohl auch der gestrenge deutsche TÜV ein Einsehen hatte. In knapp 7 Sekunden ist die 100 km/h-Marke erreicht, die Frage nach der Höchstgeschwindigkeit wird in Rolls Royce-Manier und britischem Understatement mit "ausreichend" beantwortet: konkret heißt das je nach Modell und Dachkonstruktion zirka 210 km/h. Tempo 130 im fünften Gang des leicht schaltbaren Getriebes entlockt dem V8 gerade mal 3.100 Touren, gemütliches Cruising ist angesagt. Bei entspannter Fahrweise konsumiert der im Prinzip über 20 Jahre alte Rover-Motor akzeptable 11,5 Liter Super bleifrei, eine Inspektion liegt alle 10.000 Kilometer oder einmal im Jahr an.

Mit Steckscheiben, einem ausgezeichneten Stoffverdeck und Speichenrädern kostet der HMC derzeit zirka 95.000 DM. Wer elektrische Fensterheber, eine aufwändigere Heizungsanlage und von innen verstellbare Außenspiegel braucht, kann gegen Aufpreis ebenfalls bedient werden. Servolenkung, ABS und eine "Kälteanlage für die Füße" will der rührige Hamburger General-Importeur in enger Zusammenarbeit mit der Healey Motor Company schon bald als Option anbieten.

Sportwagen-Puristen werden mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass "Healey pur" schon ab zirka 70.000 DM zu haben ist: ein leichteres Chassis, schlichteres Interieur, Windabweiser statt Scheiben und der Verzicht auf jeglichen Wetterschutz machen den Wagen zum stürmischen "Lightweight", der dank 240 Kilogramm Mindergewicht in Beschleunigung und Handlichkeit nochmals deutlich zulegt. Interessante Alternative für die nahe Zukunft: eine Art Minimaldach für den "Lightweight" ähnlich wie beim neuen Lotus Elise, auf dass im Falle eines Falles auch die ganz sportlichen Healey-Fans trockenen Hauptes in die heimatliche Garage zurückkehren können. Wahre Oldtimer-Enthusiasten mögen angesichts des Nachbaus die Nase rümpfen - für den Healey-Fan, der lieber fährt als schraubt, hat HMC jedenfalls eine Legende wiederbelebt und erschwinglich gemacht.

Der Artikel "Die mid-Zeitreise: HMC Mk IV Silverstone" wurde am 20.09.2021 in der Kategorie Neuheiten von Motor-Informations- Dienst (mid) mit den Stichwörtern Automobil, Historie, Sportwagen, Luxus, Vorstellung, veröffentlicht.

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