Revolutionäre Ansätze für eine nachhaltige Ersatzteilplanung im Automobilsektor
Technologische Fortschritte in der Automobilindustrie
Die Automobilindustrie befindet sich in einem ...
Die Auswahl an Reisemobilen bis 3,5 Tonnen wächst beständig. Das zeigt ein Rundgang über die Messestände auf der CMT in Stuttgart, die als traditionell erste Branchenmesse des Jahres die Trends der kommenden Caravaning-Saison widerspiegelt. Diese Entwicklung aber hat bereits etwa zur Jahrtausendwende begonnen, nachdem 1999 das neue Führerscheinrecht mit den internationalen Führerscheinklassen A, B, C, D und E eingeführt wurde. Wer danach seinen Pkw-Führerschein Klasse B gemacht hat, darf nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse bewegen.
Doch auch diese Generation will auf die mobile Freizeit nicht verzichten und sucht entsprechend leichte Fahrzeuge. So ist es zu erklären, dass von den 2014 neu zugelassenen Reisemobilen rund 85 Prozent in der besagten Gewichtsklasse liegen. Das berichtet Holger Siebert, Präsidiumsmitglied des Caravaning Industrieverbandes CIVD und Geschäftsführer der Reisemobilmarken Eura Mobil, Karmann-Mobil und Forster.
Als Chef dieser Marken weiß er auch: "Es ist für uns als Industrie durchaus eine Herausforderung, diese Grenze einzuhalten." Schließlich wolle die Kundschaft auf Komfortausstattung nicht verzichten, weshalb speziell bei Familien-Mobilen Leichtbau unverzichtbar sei. Nur so sei ein geräumiges Reisemobil wie das neue Eura-Alkovenmodell Activa One möglich, das bis zu sechs Personen Sitz- und Schlafplätze bietet und dennoch unter der magischen Gewichtsgrenze bleibt.
"Fahrzeuglänge und -breite bringen Gewicht", sagt Markus Pangerl, Produktmanager beim Kehler Reisemobilbauer Bürstner. Daher seien auch kompakte Maße eine Möglichkeit, Gewicht zu sparen, so wie die Messeneuheit Bürstner Nexxo time t 569, ein kompakter Teilintegrierter unter sechs Meter. "Das sind Maße, mit denen auch Neulinge gut zurecht kommen", meint Pangerl.
Bei Neulingen sind auch wohnlich ausgebaute Kastenwagen durchaus beliebt, halten sie doch meist mühelos die 3,5-Tonnen-Grenze ein und können auch als Pkw-Alternative genutzt werden. Die Nachfrage nach Kastenwagen hat auch Marken auf den Plan gerufen, die sich bisher eher auf aufgebaute Reisemobile der Komfortklasse konzentrieren.
Dazu gehört beispielsweise der oberschwäbische Hersteller Carthago, der 2013 mit dem Malibu nach langer Abstinenz wieder einen Kastenwagen ins Programm genommen hat. Inzwischen ist Malibu die Zweitmarke von Carthago und Vertriebschef Bernd Wuschack räumt in Stuttgart unumwunden ein: "Der Malibu hat maßgeblich zu unserem Erfolg im vergangenen Geschäftsjahr beigetragen." Damit dies so bleibt, hat der Hersteller mit dem Modell 600 DB low den inzwischen vierten Grundriss auf Kiel gelegt. Auch die Knaus Tabbert Gruppe ist im Kastenwagen-Segment sehr aktiv und zeigt auf der CMT die neue Linie Box Life auf Basis des Fiat Ducato, deren Grundrisse sich durch ein Baukastensystem individualisieren lassen können.
Der Erfolg dieser "kleinen Klasse" bringt auch Mercedes-Benz wieder Wachstumschancen im Reisemobilmarkt und tatsächlich ist in Stuttgart festzustellen, dass die Vielfalt der Freizeitfahrzeuge mit Stern kontinuierlich wächst. Kastenwagenspezialisten wie La Strada setzen schon immer auf den Sprinter. Karmann-Mobil hat ihn mit dem Dexter 590 neu ins Programm genommen. Und durch die Kooperation mit dem Aufstelldachhersteller SCA forciert Daimler nun auch die Chancen des neuen Vito als Reisemobil-Basis.
Hier zeigt Terracamper, Spezialist für allradgetriebene Campingbusse, mit dem Tecamp das weltweit erste Reisemobil auf Basis des Vito 4x4. Der wühlt sich nicht nur durch das Gelände, sondern lässt sich durch herausnehmbare Möbelmodule auch sehr flexibel nutzen. Nicht nur aus landsmannschaftlicher Verbundenheit setzt auch die oberschwäbische Branchengröße Hymer auf Mercedes-Benz, seit 44 Jahren wie Geschäftsführer Jörg Reithmeier betont. Die Sicherheitsfeatures des Sprinter seien einzigartig, weshalb Hymer nun zwei Modelle auf Sprinter anbietet. Nach dem Teilintegrierten ML-T feiert auf der CMT der neue Integrierte ML-I Publikumspremiere. Der ist übrigens auch als 3,5-Tonner zu haben.
Martin Häußermann
Der Artikel "Caravaning-Messe CMT: Leicht hat Vorfahrt" wurde am 19.01.2015 in der Kategorie Reise von Martin Häußermann (vm) mit den Stichwörtern Caravaning, Messe, Reise-Tipp, Caravan, Wohnwagen, Wohnmobil, Camper, Bahn veröffentlicht.
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