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THG-Quote – Geld verdienen mit dem E-Auto

13. April 2022
Redaktion
THG-Quote – Geld verdienen mit dem E-Auto
@ Photo by Ralph Hutter on Unsplash
Mit E-Autos Geld verdienen dank THG-Quote (Treibhausgas-Minderungsquote) – Wie man mit E-Autos gesparte CO₂-Emissionen nutzt.

Der Umweltschutz und die steigende Qualität von Elektroautos sollten Grund genug sein, in die Fahrzeuge zu investieren, aber noch immer gewinnen Verbrennungsmotoren und Kraftstoffe mit hoher CO₂-Emission auf dem Markt. Die Antwort der Regierung ist es weiterhin, den Käufern E-Autos durch Prämien und Verbesserungen an der Infrastruktur für E-Autos im Alltag schmackhaft zu machen. Das Ziel ist das Erreichen der THG-Quote. Was genau ist diese Quote und wie profitieren wir ihretwegen beim Besitz von Elektroautos?

Was genau ist die THG-Quote?

Der Begriff THG-Quote ist eine Abkürzung für die Treibhausgas-Minderungsquote. Sie beschreibt den von der Regierung entschlossenen Wert der jährlichen Reduktion von Treibhausgas-Emissionen, der in deren Augen zum anhaltenden Umweltschutz notwendig ist. Mit dieser Quote gibt der Gesetzgeber Mineralölfirmen und dem Automobilmarkt vor, welche Einsparungsziele an Emissionen erreicht werden müssen und zwingt sie so dazu, vermehrt auf CO₂-emissionsarme Antriebe und Kraftstoffe umzusteigen.

Momentan liegt die THG-Quote bei einer Reduktion um 7 % im Jahr. Bis 2030 soll die Zahl auf 25 % gestiegen sein. Um die jährlich steigenden Quoten zu erreichen, müssen die Ölunternehmen also immer effektivere Wege finden, die CO₂-Emissionen ihrer Produkte zu reduzieren. Momentan arbeiten viele von ihnen noch mit einer Mischung von regulärem Benzin und Diesel mit Biokraftstoff. Das sind beispielsweise eine Beimischung von 10 Prozent Biokraftstoff bei Benzin (E10) und 7 Prozent bei Diesel (B7). Im Jahr 2030 wird diese Maßnahme schon lange nicht mehr ausreichen.

Halterinnen und Halter von Elektroautos profitieren

Diese Vorgaben haben zu einer profitablen Entwicklung für Halter von E-Autos geführt. Als THG-Prämien werden Bonuszahlungen bezeichnet, die diese seit 2022 im Quotenhandel aufgrund ihrer CO₂-Einsparung erhalten können. Die Mengen an CO₂, die sie im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor-Besitzer im Jahr einsparen, können sie „verkaufen“. Damit geben sie den Mineralölunternehmen die Chance, stattdessen diese nicht genutzte erlaubte Menge für sich zu beanspruchen und ihrer Quote anzurechnen, um die gewünschten Prozentzahlen der Regierung zu erreichen.

So wird mit CO₂ gehandelt

Energieversorger können ihre nicht ausgeschöpften CO₂-Budgets schon länger an den Verkehrssektor verkaufen. Das eingesparte Gas, das sie noch verbrauchen dürften, bis ihre CO₂-Quote erreicht wird, geben sie als Emissionszertifikat an Mineralölfirmen.

Seit Anfang 2022 dürfen auch Besitzer von vollelektrischen E-Fahrzeugen daran teilnehmen. Die Höhe der Prämie, die die Autobesitzer ausgezahlt bekommen, wird durch Berechnungen des Umweltbundesamts bestimmt. Es schätzt den durchschnittlichen Jahres-Stromverbrauch eines E-Autos und multipliziert die Höhe der so berechneten CO₂-Einsparung mit dem Faktor 3.

In der Regel sind das rund 350 kg CO₂-Einsparung, die zu 2 MWh Ladestrom umgerechnet werden. Die Anteile dieser THG-Quote von 1028,16 kg Emissionseinsparung können die Besitzer beliebig verkaufen. Wie hoch der Preis dafür ist, wird tagesaktuell vom Markt bestimmt. Meist sind es pro Elektroauto Auszahlungssummen im Bereich von 250 € bis 350 € im Jahr.

Bei dem Verkauf arbeiten Privatpersonen mit Zwischenhändlern, beispielsweise dem ADAC, die die Quotenanteile mehrerer E-Auto-Besitzer sammeln und gebündelt an die Ölunternehmen verkaufen. Sonst lohnt sich der Verwaltungsaufwand für die vergleichsweise geringen Quotenanteile von Privatpersonen nicht. Häufig nehmen diese im Ausgleich einen Anteil der ausgezahlten Prämie.

Dafür meldet man sich bei diesem Dienstleister an, belegt den Besitz seines E-Autos mit einer Kopie des Fahrzeugscheins und übermittelt die eigenen Verbrauchsangaben, die durch den Anbieter geprüft und entsprechend ausgezahlt werden. Wichtig ist es, dabei immer auf die AGB zu achten. Hier können Stolperfallen liegen, wie die Bemerkung, dass sich nicht an die beworbene Auszahlungshöhe gehalten werden muss.

THG-Quote auch für E-Leichtkrafträder und E-Motorräder

Die THG-Prämie ist übrigens nicht nur für Elektroautos verfügbar. Auch andere E-Fahrzeuge wie Motorräder schöpfen schließlich ihr CO₂-Emissionskontingent nicht aus und können es deshalb verkaufen. Die Ausnahme sind zulassungsfreie Kleinkrafträder und Räder mit weniger als 45 km/h.

Wie funktioniert die THG-Prämie?

Die THG-Prämie funktioniert, da die Mineralölfirmen so Strafzahlungen umgehen können, wenn sie die vereinbarte Quote nicht erreichen. Stattdessen kaufen sie bei den E-Auto-Besitzern das Recht, mehr Emissionen verursachen zu können, aber auf Papier dennoch die gesetzlichen Vorgaben zu erreichen. Ihre Logik ist es, dass es egal ist, wer genau welche Mengen an CO₂ ausstößt, solange zusammengerechnet die Quote erreicht wird. Deshalb greifen sie auf die Personen zu, die ihr CO₂-Budget selbst nicht nutzen.

THG-Prämien, die durch die E-Fahrzeug-Besitzer nicht beansprucht werden, gehen stattdessen als Einnahme in den Bundeshaushalt ein.

Muss die Prämie versteuert werden?

Unter Umständen wird die Auszahlung der THG-Prämie bei der Steuer angerechnet:

Nicht-Selbstständige mit Privat-PKW und zusätzlichen Einnahmen: Wer Rentner ist, fest angestellter Arbeitnehmer, Anleger oder Vermieter, muss die Einnahmen der Prämie unter „Sonstige Einkünfte“ in der Steuererklärung angeben. Alles, was in dieser Kategorie angegeben wird, wird miteinander verrechnet. Übersteigt der Betrag insgesamt die Freigrenze (255,99 € im April 2022), ist er steuerpflichtig.

Nicht-Selbstständige mit Privat-PKW ohne zusätzliche Einnahmen: Arbeitnehmer, die neben dem Gehalt keine sonstigen Einnahmen haben, dürfen einen höheren Betrag unversteuert lassen. Bei ihnen gibt es einen Freibetrag von 410 €.

Selbstständige mit Firmenwagen: Die Prämie gilt hier als Betriebseinnahme und muss daher auch komplett versteuert werden.

Fazit

Die THG-Quote ist ein Werkzeug, um den Klimaschutz umzusetzen. Durch den vorgegebenen Wert an erlaubten CO₂-Emissionen für Mineralölfirmen werden diese gezwungen, in alternative Treibstoffe zu investieren und ihre Umweltverschmutzung zu reduzieren.

Da es für sie noch schwer ist, die Vorgaben einzuhalten, wurde der Quotenhandel eingeführt. Stromproduzenten und inzwischen auch Privatpersonen können Prämien erhalten, indem sie den Ölfirmen ihre nicht ausgeschöpften CO₂-Budgets verkaufen. Das läuft meist über Zwischenhändler, die dafür ein kleines Entgelt nehmen. Die THG-Prämien erreichen Höhen von 250 € bis 350 € im Jahr, die unter Umständen als Zusatzeinkünfte versteuern werden müssen.

Der Artikel "THG-Quote – Geld verdienen mit dem E-Auto" wurde am 13.04.2022 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern THG-Quote – Geld verdienen mit dem E-Auto, Tipp & Infos, veröffentlicht.

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