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Rallye Dakar: Geschichtsträchtiges Rennen durch die Wüste

24. Februar 2021
WM-Redaktion 2
2Rallye Dakar: Geschichtsträchtiges Rennen durch die Wüste
@ makunin (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
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Sie ist extrem, staubig und legendär: Die Rallye Dakar, ehemals Rallye Paris-Dakar. Die bedeutendste Langstreckenrallye der Welt blickt in ihrem 42-jährigen Bestehen bereits auf eine bewegte Geschichte zurück.

Erstmalig gefahren wurde dieser Wettbewerb vom 26. Dezember 1978 bis zum 14. Januar 1979. Veranstaltet wurde sie von Thierry Sabine, einem Franzosen, und seiner Veranstaltungsfirma Thierry Sabine Organisation. Als er starb wurden die Rechte von seinem Vater an die Amaury Sport Organisation (A.S.O.) verkauft, die sie bis heute hält. Das französische Sportunternehmen, das auch die Tour de France austrägt, organisiert jedes Jahr die im Schnitt rund 5.000 Kilometer lange Rallye auf herausfordernden Routen in verschiedenen Ländern.

Wechselnde Strecken halten dieser Wettbewerb lebendig

Die Rallye Dakar lebt von den Extremen, die sowohl für Mensch als auch Maschine eine Herausforderung sind. Ursprünglich fand die Rallye zwischen der französischen Hauptstadt Paris und der senegalesischen Hauptstadt Dakar statt. Mit der Zeit aber wurde die Strecke immer wieder abgewandelt und einmal sogar verlängert. So wurde im Jahr 1992 an die reguläre Fahrzeit noch eine Woche drangehängt, um von Dakar bis nach Kapstadt in Südafrika weiterzufahren. In anderen Jahren führte die Strecke jeweils von Lissabon nach Dakar oder von Barcelona nach Dakar.

Absage im Jahr 2008 und die Verlegung nach Südamerika 2009

Nachdem die Rallye bis zum Jahr 2008 immer hauptsächlich auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen wurde, wechselte sie im Jahr 2009 nach Südamerika. Der Grund für die Verlegung durch den Veranstalter waren eine instabile Sicherheitslage in einigen afrikanischen Ländern. 2008 war das erste Jahr seit Start, in dem die Rallye Dakar nicht stattgefunden hat.

Für Veranstalter und Fans kam die Absage überraschend, denn sie hatten dem Event ein Jahr lang entgegengefiebert. Auch die Buchmacher in Deutschland mussten die Situation neu bewerten, schließlich kam sie erst einen Tag vor Rennstart, als viele Fans bereits ihre Wetten auf den Sieger platziert hatten. Für solche Fälle sind Wettanbieter aber gerüstet und sehen dafür Lösungen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor. Und auch die Rennorganisatoren fanden eine Lösung: Als Ersatz führten sie die Mitteleuropa-Rallye mit 238 Teams durch, die von Ungarn nach Rumänien und zurück ging. 

Von 2009 an fand die Rallye dann 10 Jahre lang in Südamerika statt. Die Routen wechselten und führten mal durch Argentinien und Chile, mal durch Paraguay und mal durch Bolivien und Peru. Im Jahr 2020 wurde sie wieder verlegt und wird seitdem in Saudi-Arabien gefahren.

Verschiedene Fahrzeugklassen und unterschiedlich viele Teilnehmer: Das sind die Zahlen

Die Anzahl der Teilnehmer schwankt von Jahr zu Jahr. Einen Rekord gab es im Jahr 2007, als sich 525 Fahrzeuge angemeldet hatten. 2021 waren es nur 266 Fahrzeuge, die niedrigste Zahl seit 1995. An der Rallye können verschiedene Fahrzeugklassen teilnehmen:
• PKWs
• Motorräder
• Trucks
• Quads
• Side-by-Side Vehicles
Sie alle werden gesondert gewertet.

Die Extreme machen die Rallye aus: Durch Hitze, dünne Luft und über schlechte Straßen

Die Besonderheiten der Rallye Dakar sind, dass die Fahrt in vielen Teilen über schlechte Straßen und Pisten geht. Zum Teil führt die Route auch direkt durch die Wüste oder wie in Argentinien quer durch die Pampa. Weiterhin sind die klimatischen Bedingungen herausfordernd. Während die Temperaturen in der Wüste oft jenseits der 40 Grad liegen, ist die Luft in den südamerikanischen Anden kalt und dünn. Das Atmen fällt schwer und die Konzentration sinkt.

In der Mitte der Strecke gibt es bei diesem Motorsport-Event immer einen Ruhetag. An den anderen Tagen sind die Fahrer aber durchgehend unterwegs, was sehr anstrengend ist. Es nehmen auch Privatpersonen und nicht nur professionellen Rennteams an der Rallye teil. Diese Privatiers haben keine Mechaniker oder Werkzeugteams dabei und müssen Probleme mit ihrem Fahrzeug selbst beheben. Sich mit Reparaturen auszukennen, sollte daher eine wichtige Voraussetzung für die Anmeldung bei der Veranstaltung sein.

Rekorde für Mensch und Maschine

Während der Rallye wurden schon einige Rekorde gebrochen:
Der Franzose Stéphane Peterhansel gewann sechsmal auf dem Motorrad, so häufig wie niemand sonst.
• Peterhansel gewann die Rallye außerdem achtmal im Auto.
• Die Deutsche Jutta Kleinschmidt war im Jahr 2001 die erste Frau, die gewann.
• Die PKW-Marke Mitsubishi Motors ist die erfolgreichste der Rallye mit insgesamt 12 Siegen.

Wer an dem legendären Rennen teilnehmen will, muss einen hohen Betrag an den Veranstalter zahlen. So wird für die Teilnahme einer Privatperson mit dem Motorrad mindestens ein Betrag in Höhe von 40.000 Euro fällig. Außerdem müssen neben den Kosten für Flug, Visa, Übernachtung sowie Lizenzgebühren auch die Versorgung mit Ersatzteilen für die Fahrzeugreparatur geklärt werden.

Der Artikel "Rallye Dakar: Geschichtsträchtiges Rennen durch die Wüste" wurde am 24.02.2021 in der Kategorie Reise von WM-Redaktion mit den Stichwörtern Rallye Dakar: Geschichtsträchtiges Rennen durch die Wüste, Reise-Tipp, Caravan, Wohnwagen, Wohnmobil, Camper, Bahn veröffentlicht.

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