Fahrbericht

Fiat Linea: Viel Platz für wenig Geld

Fiat Linea

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04.05.07 – Er ist für Fiat weit mehr als nur eine neue kompakte viertürige Stufenhecklimousine. Der Linea soll als großer Bruder des Kleinwagens Grande Punto die Rolle des Eroberers neuer Wachstumsmärkte in Osteuropa, Asien und Südamerika übernehmen.

In Deutschland feiert der elegant gezeichnete Linea am 30. Juni bei den Händlern Premiere und steht dann vor allem für Vernunft und Sparsamkeit. So soll sich der 4,56 Meter lange Viertürer mit günstigen Preisen ab rund 13 000 Euro gegen Wettbewerber wie den VW Jetta durchsetzen. Die Motorenpalette umfasst allerdings zunächst nur zwei 1,4-Liter-Benziner mit 57 KW/77 PS und 90 kW/120 PS Leistung und einen 1,3-Liter-Diesel mit 66 KW/90 PS. Erst im nächsten Jahr sollen größere 1,6-Liter- und 1,8-Liter-Benziner das Triebwerksangebot nach oben abrunden.

Lange hat es gedauert, ehe die Konzernzentrale in Turin wieder ein kompaktes Stufenheck ins Rennen schickte. Nach dem Ende des Marea hatte Fiat in Europa fünf Jahre keine derartiges Fahrzeug mehr im Programm. Dabei erfreuen sich Autos mit separatem, großem Kofferabteil nicht nur in Osteuropa anhaltender Beliebtheit. Auch in Deutschland gibt es eine zwar kleine, aber treue Fangemeinde der kleinen Limousinen. Jetzt tritt der geräumigen Linea gegen deutlich teurere Wettbewerber an. Discount-Angebote wie der Dacia Logan zählen dagegen nicht zu seinen erklärten Rivalen. In diesem Segment sind die Italiener mit der Modellreihe Palio vertreten, allerdings nur außerhalb Deutschlands. Dennoch zeigt der Fiat Linea Gemeinsamkeiten mit Palio und Logan, so wird auch er in besonders kostengünstig arbeitenden Werken produziert. Für Europa läuft die kompakte Limousine im türkischen Bursa bei Tofas vom Band, einem Joint-Venture zwischen Fiat und der türkischen Koc Holding.

Sparsamkeit bedeutet beim Linea aber nicht nur Verzicht, denn trotz des niedrigen Einstiegspreises bietet der Viertürer vorn wie hinten ausreichend Platz für vier bis fünf Passagiere, beachtliche 500 Liter Kofferraumvolumen und eine recht umfangreiche Ausstattungs- und Optionenliste mit Details wie sechs Airbags, ESP, MP3-CD-Radio, Telematiksystem, Tempomat oder Regensensor. Deutliche Abstriche gemacht werden müssen allerdings bei der Qualitätsanmutung der Interieurmaterialien. Hier verfehlt die kleine Limousine eindeutig das Niveau der teureren Wettbewerber und auch des kleineren Grande Punto.

Dies gilt auch für das manuelle Getriebe, das durch unpräzise Schaltwege auffällt. Dafür sorgen die für den Linea angebotenen Triebwerke für ausreichend flottes Vorankommen, nur der 57 kW/77 PS-Basis-Benziner ist bei voll besetztem Fahrzeug etwas überfordert. Und mit niedrigen Verbrauchswerte demonstrieren alle Motoren, dass Sparsamkeit durchaus Freude bereiten kann. Beim Fahrverhalten gibt sich der Familienfreund komfortbetont und unproblematisch, womit er zumindest auf Autobahnen und Landstraßen ähnlich viel Spaß bereitet wie etwa der sportiver abgestimmte Grande Punto.

Mit Panda und Grande Punto beendete Fiat in den vergangenen Jahren die Talfahrt der 90er-Jahr. Die größeren Modelle Bravo und besonders der Linea sollen die Marke jetzt weltweit wieder ganz nach vorne bringen. Die für Deutschland angestrebten 1 000 Linea-Zulassungen im ersten Jahr werden dazu kaum etwas beitragen, aber allein im türkischen Bursa sollen künftig jährlich 60 000 Einheiten vom Band rollen und spätestens 2012 will Fiat auf drei Kontinenten 280 000 Linea pro Jahr produzieren. Wolfram Nickel/mid

Technische Daten Fiat Linea:

Viertürige Stufenhecklimousine der Kompaktklasse, Motoren: 1,4-Liter-Ottomotor, 57 kW/77 PS, max. Drehmoment 115 Nm bei 3 000 U/min, 0-100 km/h: 14,6 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 165 km/h, Verbrauch 6,3 Liter/100 Kilometer, 148 g CO2/km, Preis ca 13 000 Euro; 1,4-Liter-Ottomotor, 88 kW/120 PS, 206 Nm/2 500 U/min, 9,0 Sekunden, 200 km/h, weitere Daten noch nicht bekannt; 1,3-Liter-Dieselmotor, 66 kW/90 PS, 200 Nm/1 750 U/min, 13,8 Sekunden, 170 km/h, 4,9 Liter Diesel, 129 g CO2/km. mid/ni



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