Historie

Die mid-Zeitreise: Viel Leistung, wenig Lärm - neue Motoren für Mercedes Leicht-Lkw

19. Februar 2021, 16:00 Uhr
Motor-Informations- Dienst (mid)
Die mid-Zeitreise: Viel Leistung, wenig Lärm - neue Motoren für Mercedes Leicht-Lkw
mid Groß-Gerau - Mit einem völlig neu entwickelten Reihenvierzylinder-Motor hat Mercedes-Benz 1996 die Lkw der Leichten Klasse aufgewertet. Archiv Motor-Informations-Dienst (mid)
Am 29. Januar 1996 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 41. Jahrgang über Mercedes-Benz Lkw der Leichten Klasse.


Am 29. Januar 1996 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 41. Jahrgang über Mercedes-Benz Lkw der Leichten Klasse.

Mit einem völlig neu entwickelten Reihenvierzylinder-Motor hat Mercedes-Benz jetzt die Lkw der Leichten Klasse aufgewertet. Dabei sollen die Preise für die Fahrzeuge laut Nutzfahrzeug-Vorstand Dr. Bernd Gottschalk in etwa konstant bleiben.

Äußerlich erkennbar sind die neu motorisierten Lkw, die ab März europaweit verkauft werden, an dem grünen Schriftzug "Eco Power" auf dem jetzt breitrippigen Kühlergrill mit integriertem Stern. Der geräuscharme, 4,25-Liter-Turbodiesel mit Ladeluftkühlung ist in den drei Leistungsstufen 90 kW/122 PS, 100 kW/136 PS und 125 kW/170 PS für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 6,5 bis 15 Tonnen verfügbar. Nach ersten Kraftstoffmessungen sollen die Antriebsaggregate mit bis zu 6 Prozent weniger Kraftstoff auskommen als die bereits verbrauchsgünstigen Euro-2-Vorgänger.

Für den niedrigen Verbrauch sorgt ein elektronisch gesteuertes Pumpe-Leitung-Düse-System (PLD), das die Kraftstoffeinspritzung mit Druck bis zu 1.600 bar unter Vollast für jeden Zylinder über Steckpumpen individuell regelt. Damit wird auch ein guter Rundlauf des Motors erreicht. Über die Euro-2-Grenzwerte hinaus soll das Triebwerk auf verschärfte Vorgaben einer zukünftigen Abgasgesetzgebung für Nutzfahrzeuge eingestellt werden können, betont Klaus-Dieter Vöhringer, Leiter der Sparte "Antriebsstrang". Wirtschaftlich ist die Verlängerung der Service-Intervalle von 30.000 auf 45.000 Kilometer für den Nahverkehr, das Haupteinsatzgebiet der Leicht-Lkw.

Die Reduktion der Geräuschentwicklung auf 78 dB(A) Außengeräusch in der beschleunigten Vorbeifahrt gewährleistet nicht nur die Einstufung als Lärmarmes Fahrzeug nach EG-Richtlinien und die Erfüllung der Nachtfahr Vorschriften in Österreich, sondern auch dem Fahrer kommen die "Flüsterqualitäten" der Aggregate zugute.

Bei einem Geräuschpegel, der manchem Pkw zur Ehre gereicht, erweist sich der 136-PS-Motor bei ersten Fahreindrücken als erfreulich antrittsstark. Das 170-PS-Triebwerk löst den Sechszylinder-Motor ab und eignet sich auch für Fernfahrten. Die gute Durchzugskraft, die ein ausgesprochen schaltarmes Fahren möglich macht, wird hier durch den Abgasturbolader erreicht. Er baut im unteren und mittleren Drehzahlbereich einen hohen Ladedruck und somit ein hohes Drehmoment von 630 Nm zwischen 1.200 und 1.500 U/min auf.

In Kombination mit diesem stärksten Motor kommt in Solo-Fahrzeugen über 8,6 Tonnen und in Zügen über 13 Tonnen Gesamtgewicht ein neues 6-Gang-Getriebe von Mercedes zum Einsatz, das sich glatt und weich schalten lässt. In den leichteren Versionen übernimmt ein 5-Gang-Getriebe von ZF die Kraftübertragung. Für gutes Bremsverhalten und geringeren Bremsverschleiß sorgt eine Konstantdrossel in Verbindung mit der Motorbremse, die ab 9 Tonnen Gesamtgewicht in Deutschland zur Serienausstattung gehört.

Die neue Motorisierung der Leichten Klasse soll dazu beitragen, die Marktanteile von Mercedes-Benz bei den 6- bis 16-Tonnern zu erhalten. Sie lagen in Westeuropa 1995 bei 34,7 Prozent und in Deutschland bei 55,6 Prozent - eine Größenordnung, die laut Gottschalk erst einmal verteidigt werden will.

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