Ratgeber

Garagen aus Holz - eine Alternative zu Stein, Beton und Stahl?

21. Januar 2021
Redaktion 2
2Garagen aus Holz - eine Alternative zu Stein, Beton und Stahl?
Bild: Gartenhausfabrik GmbH
2 Bilder
Wer heute ein neuen Zuhauses für sein Auto sucht, hat mehr Auswahl als je zuvor. Neben Garagen aus Beton, Stahl und gemauerten Varianten kommen Holzgaragen und Carports aus Holz in Betracht, die mittlerweile in vielen klassischen und modernen Varianten zur Verfügung stehen.

Eine ideale Garage, die für jede Situation und jedes Bedürfnis passt, gibt es genauso wenig wie die sprichwörtliche "eierlegende Wollmilchsau". Die verschiedenen Materialien und Bauweisen haben Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt. Die Preise spielen dabei sicher eine gewichtige Rolle, doch auch Funktionalität,  Aufbauzeit, individuelle Gestaltungsmöglichkeit und vieles mehr unterscheidet die Garagentypen voneinander. Im Vergleich mit klassischen Garagen kann auch eine Holzgarage punkten, je nachdem, welche Kriterien den Ausschlag geben.

Klassische Garagen: Stein, Beton und Stahl

Die teuerste Möglichkeit, das Auto im Trockenen unterzustellen, ist die gemauerte Garage: Stein auf Stein in mehreren Wochen fachkundig errichtet, ist sie super stabil und kann nach individuellen Wünschen errichtet werden. Gefühlt wird sie "für die Ewigkeit" errichtet, ihre dicken Wände sind eine gute Dämmung, schmälern jedoch den zur Verfügung stehenden Raum. Um- und Anbauten sind sehr aufwändig.

Deutlich preiswerter sind Fertiggaragen aus Beton. Sie werden im Werk aus mit Stahl bewehrtem Beton gegossen und als fertiger Baukörper geliefert. Man hat hier eine vergleichsweise schnelle Lösung, sofern der Zugang zum Bauplatz für den Transport ausreichend groß ist. Die Wände der Betongaragen sind etwas dünner als die gemauerter Garagen. Ihre Haltbarkeit wird mit ca. 25 Jahren und mehr angegeben, gefürchtet sind allerdings Senkrisse, die durch das Herstellungsverfahren bedingt sind. Sanierungsmaßnahmen werden deshalb alle fünf bis sieben Jahre fällig. Individuelle Maße sind in der Regel nicht möglich, ebenso wenig wie nachträgliche Umbauten.

Stahlgaragen werden kaum mehr aus Wellblech, sondern aus stabilen Stahl-Fertigteilen errichtet und teilmontiert oder als Bausatz geliefert. Sie sind leichter, dünnwandiger und noch etwas günstiger als Varianten aus Beton, dabei aber korrosionsanfälliger, sofern sie nicht hochwertig gefertigt und dick verzinkt sind. Wegen der begrenzten Dachlast sind sie für schneereiche Gegenden weniger geeignet. Individuelle Veränderungen sind - abgesehen vom Anstrich - nicht möglich, jedoch können Stahlgaragen abgebaut und umgesetzt werden.

Holzgaragen mit Vor- und Nachteilen

Da Holzgaragen noch weniger bekannt sind als ihre klassischen Verwandten, lohnt es sich, hier genauer hinzusehen. Was die Vielfalt angebotener Modelle angeht, muss man schon mal keine Abstriche machen, ganz im Gegenteil: Die Formvarianten sind vielgestaltiger als bei Fertiggaragen und Stahlgaragen. Es finden sich klassische und moderne Holzgaragen mit Sattel-, Flach-, Pult- oder Stufendach, sogar Sonderformen mit Tonnendach. Garagen mit Carport, Doppel- und Dreifachgaragen, sowie Garagen mit Geräteraum sind familientauglich und bieten auch Platz für zusätzliche Nutzungen als Geräteraum oder Werkstatt.

Neben den Standardmodellen bieten Hersteller wie die Gartenhausfabrik die Anfertigung von Holzgaragen nach individuellen Vorgaben an oder ändern ein Modell auf Wunsch ab, z.B.  mit höheren Toren für den Camper. Will man später etwas ändern, aus- oder umbauen, ist das mit einer Holzgarage in Eigenarbeit gut möglich.

Geliefert werden Holzgaragen üblicherweise als Bausatz zur Selbstmontage, doch bieten die Verkäufer auf Wunsch auch einen Montageservice an, der den Aufbau meist in einem Tag schafft. Man hat also keine lange Aufbauzeit, muss die Garage jedoch selbst streichen, um sie wetterfest zu machen.

Neben Formenvielfalt und kurzer Bauzeit gibt es weitere gute Gründe für Holzgaragen:

- Holz ist ein Naturmaterial, das "atmet". Es gleicht Temperaturen aus und reguliert Feuchtigkeit. Im Fall von Garagen ist das ein Vorteil, denn ein abends regennass abgestelltes Fahrzeug führt nicht zu Kondenswasser und extremer Luftfeuchtigkeit. Die "schwitzenden Wände" anderer Garagentypen treten gar nicht erst auf, am nächsten Morgen ist die Holzgarage angenehm trocken.
- Holz ist ein umweltfreundliches Material, hat eine gute CO²-Bilanz und ist ebenso umweltfreundlich zu entsorgen. Der Abriss ist vergleichsweise einfach und mit Eigenmitteln zu bewerkstelligen.
- Als Bausatz zur Selbstmontage sind Holzgaragen preisgünstig und liegen deutlich unter den Preisen für Fertiggaragen und gemauerten Varianten. Qualitativ hochwertig gefertigte Modelle verfügen über Dachkonstruktionen, die auch für höhere Schneelasten geeignet sind.
- Haltbarkeit und Langlebigkeit von Holzgaragen kann mit Fertiggaragen und Stahlgaragen gut mithalten. Umfangreiche Sanierungen sind nicht erforderlich, bei guter Pflege werden sie locker mehrere Jahrzehnte alt.
- Keine Senkrisse bei hoher Stabilität: Holzgaragen mit Wandstärken von 40/44 bis 70 Millimetern in Blockbohlenbauweise werden im praktischen Nut- und Federsystem gefertigt sind. Dabei greifen die einzelnen Bohlen ein Stück weit ineinander, ohne dass Nägel und Schrauben gebraucht werden. Dadurch bleibt den Hölzern genug Dehnungsbereich, damit sich das Holz im Lauf der Zeit ein wenig "bewegen" kann.

Was als positive Eigenschaft von Holz von Vorteil ist, bringt andrerseits auch Nachteile mit sich, die ebenfalls bedacht werden sollten:

- Holzgaragen müssen immer mal wieder frisch gestrichen werden, um ihre Witterungsbeständigkeit zu erhalten. Wie oft das nötig wird, ist abhängig vom Standort und lokalen Klima. Verblasst die Farbe oder splittert gar stellenweise ab, ist der neue Anstrich mit Lasur oder Farblack fällig.
- Da das Holz nicht nur atmet, sondern auch arbeitet, muss es jährlich auf Dichtigkeit geprüft werden, wozu schon genaues Hinsehen genügt.
- Im Sommer heizen sich Holzgaragen auf, sofern sie nicht im Schatten oder Halbschatten stehen. Wer das verhindern will, muss das Dach dämmen.

Die Holzgarage mit ihren vielen Varianten hat sich zu Recht ihren Platz auf dem Garagenmarkt erobert. Für alle Freunde einer natürlichen Optik ist sie eine gute Wahl und muss Vergleiche nicht scheuen. Wer allerdings absolute Wartungsfreiheit erwartet, fährt mit einer gemauerten Garage oder einer hochwertigen Stahlgarage besser.

Der Artikel "Garagen aus Holz - eine Alternative zu Stein, Beton und Stahl?" wurde am 21.01.2021 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern Garagen aus Holz - eine Alternative zu Stein, Beton und Stahl?, Tipp & Infos, veröffentlicht.

Garagen aus Holz - eine Alternative zu Stein, Beton und Stahl?

Weitere Meldungen

3. März 2021

Revolution aus Ingolstadt: Audi e-tron GT quattro und Audi RS e-tron GT

Audi elektrifiziert und bleibt auf der Überholspur: Der e-tron GT ist ein Gran Turismo und ein Audi, wie es noch ...