Historie

Die mid-Zeitreise: BMW K 1100 LT - Einladung zur großen Tour

24. Juli 2020, 15:00 Uhr
Motor-Informations- Dienst (mid)
Die mid-Zeitreise: BMW K 1100 LT - Einladung zur großen Tour
mid Groß-Gerau - Infolge des günstigen Maschinenschwerpunktes und der aufrechten Sitzposition hinter dem breiten Lenker gibt sich die LT für ihr Schwergewicht von rund 300 kg sehr handlich. Motor-Informations-Dienst (mid)
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Am 14. Juni 1993 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 38. Jahrgang über die BMW K 1100 LT Supertourer.


Am 14. Juni 1993 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 38. Jahrgang über die BMW K 1100 LT Supertourer.

Die BMW K LT ist nach ihrer Aufwertung von der K 100 LT zur K 1100 LT zu einem noch besseren Supertourer geworden. Mit ihrer großen Vollverkleidung, den serienmäßigen Packtaschen und dem Topcase scheint die LT stets zur großen Tour einzuladen. Wichtigste Änderung: Ablösung des 66 kW/90 PS starken Vierzylinder-Zweiventilmotors durch den 74 kW/100 PS starken Vierventilmotor mit 100 ccm mehr Hubraum. Sitzbank und Vollverkleidung wurden neu gestaltet, wobei die Scheibe vorne sogar elektrisch verstellbar ist. Der wassergekühlte Vierzylinder-Motor ist mit seinen 1.092 ccm Hubraum und den vier Ventilen pro Brennraum ein wahres Kraftpaket. Der Grundpreis beträgt 23.850 DM.

Nach dem problemlosen Elektro-Start und der kurzen Warmlaufphase reagiert die 74 kW/100 PS oder wahlweise auch die versicherungsgünstigere 72 kW/98 PS starke BMW via Einspritzung beeindruckend auf die Gaskommandos. Zwar nicht ganz so spontan wie bei einer gut abgestimmten Vergaseranlage, aber nachhaltig. Das maximale Drehmoment von 107 Nm liegt bei 5.500 Umdrehungen in der Minute an. Bereits ab 2.000 Umdrehungen zieht die Kraft am Kardan und legt ungemein bullig los. Fast bedauert man, dass dieser von sattem Auspuffsound begleitete Beschleunigungsprozess durch den Verkleidungsschutz nicht körperlicher zu spüren ist. Infolge der hohen Elastizität erledigt der Pilot auf der BMW ab 60 km/h in wahrer Touren-Manier fast alles im fünften Gang. Unterstützend agiert dabei das Fünfgang-Getriebe mit seiner scheinbar kurzen Übersetzung. Scheinbar deshalb, weil 130 km/h mit 5.000 U/min und Tacho-Höchsttempo 220 km/h mit 8.500 U/min erreicht werden und zugleich Anfang des roten Drehzahlbereiches sind. Mitunter beschleicht den Fahrer das Gefühl, noch einen nicht vorhandenen sechsten Gang einlegen zu müssen.

Durchschnittlich fließen 6,5 Liter Super bleifrei auf 100 km durch die Einspritzdüsen. Nicht zu viel, aber nach 250 km signalisiert die Tankuhr die Inanspruchnahme der Reservemenge des 22-Liter-Tanks. Dabei lässt die LT vom Fahrkomfort her viel größere Reichweiten zu. Ober- und Unterkörper sowie die Arme sind weitestgehend wind- und auch wettergeschützt. Lediglich die Motorwärme steigt spürbar die Beine hoch - an kühlen Abenden im Gegensatz zum Sommer alles andere als zu verachten. Der Winddruck auf den behelmten Kopf kann über die höhenverstellbare Verkleidungsscheibe reguliert werden. Allerdings gehen mit einer hochgestellten Scheibe auch starke Windgeräusche und Turbulenzen einher. Die Sitzbank ist muldenartig ausgeformt, bequem gepolstert und lässt auf Langstrecke eigentlich nur etwas Länge vermissen.

Infolge des günstigen Maschinenschwerpunktes und der aufrechten Sitzposition hinter dem breiten Lenker gibt sich die LT für ihr Schwergewicht von rund 300 kg sehr handlich. Agil schwingt die Kardanmaschine durch Wechselkurven. Der Fahrspaß leidet indes an der Neigung der BMW, Bodenwellen in Schräglage nicht zu ignorieren. Zum Ausgleich vermitteln die Telegabel und das Federbein hinten direkten Straßenkontakt, ohne den Komfort zu vernachlässigen. Das Paralever-System an der Einarmschwinge hat die Lastwechselreaktionen des Kardans gut im Griff.

Der Geradeauslauf der 1100er erfährt durch ihre Sensibilität hinsichtlich Spur- und Längsrillen einige Abstriche. Die Seitenwindempfindlichkeit hält sich in Grenzen, das hochplatzierte Topcase jedoch hat keinen positiven Einfluss auf die Fahrstabilität jenseits von 180 km/h. Die Dreischeiben-Bremsanlage von Brembo, aus der K1 stammend, lässt hinsichtlich Dosierung und Verzögerung keine Wünsche offen. Das gegen Aufpreis von 2.000 DM erhältliche ABS rundet die aktive Sicherheit ab. Ohne Aufpreis gibt es unter anderem die Benzinanzeige, die Digitaluhr, die Ganganzeige und eine Leseleuchte für nächtliches Kartenlesen. Zugezahlt werden muss außer für ABS auch für den Dreiwege-Katalysator, das Stereo-Radio, die heizbaren Griffe und den Motorschutzbügel.

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