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Wird 2020 das Jahr der Elektroautos?

14. Januar 2020
Redaktion 2
2Wird 2020 das Jahr der Elektroautos?
Elektroautos werden immer beliebter - doch reicht das, um eine Trendwende im Verkehr herbeizuführen? Bildquelle: @ Vlad Tchompalov / Unsplash.com
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Nicht nur die Diskussionen rund um den Klimawandel, die Einführung von CO2-Steuern, die sichere Erhöhung der Benzin- und Dieselpreise in den nächsten Jahren und natürlich die schwelenden Krisen im Nahen Osten, die wiederum mit Erdöl verbunden sind, zeichnet das klare Bild, dass die Elektroautos weiterhin gepusht werden.

Zeitgleich wollen sich auch Fahrzeughersteller vermehrt um diese Wagen kümmern, obgleich natürlich die Zulassungszahlen im letzten Jahr massiv in die Richtung der SUV zeigen. Aber kann das Jahr 2020 das Jahr werden, in dem sich die Elektroautos durchsetzen und die Straßenmacht an sich ziehen? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Förderung für Elektroautos wird fortgesetzt

Die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs wurde bereits gefördert, allerdings sollte diese Förderung auslaufen. Mit dem Klimapaket der Regierung wurde die Förderung jedoch nicht nur verlängert, sondern auch die Beträge erhöht.

Beträge der Förderung

Das BAFA zahlt 2.000 Euro auf reine Elektrofahrzeuge, 1.500 Euro für Hybridmodelle. Dieser Betrag wird vom Kaufpreis abgezogen. Allerdings dürfen sich Interessenten von diesem Betrag nicht erschrecken lassen, zumal in den Medien höhere Beträge kommuniziert wurden. Die eigentliche Förderung von E-Fahrzeugen setzt sich aus Fördermitteln von Bund und Ländern zusammen. Die BAFA stellt dabei den Bund dar, die einzelnen Bundesländer, teils sogar zusätzlich die Kommunen, nutzen weitere Förderungsmaßnahmen, sodass die Förderungshöhe auf 5.000 bis 6.000 Euro kommt. Zusätzlich soll die Förderrichtlinie beim BAFA noch erneuert werden.

Einschränkungen beachten

Die Förderungsmaßnahmen beschränken sich auf Fahrzeuge, deren Listenpreis in einem bestimmten Rahmen liegt. So muss das Fahrzeug zu den förderfähigen Fahrzeugen zählen. Zudem setzt sich die Förderungshöhe mit dem Listenpreis auseinander. Für Fahrzeuge mit einem Listenpreis von bis zu 45.000 Euro soll sie um fünfzig Prozent ansteigen (6.000 Euro gesamt), bei Fahrzeugen mit einem Listenpreis von bis zu 65.000 Euro steigt die Prämie um 25 Prozent.

Favorisiert werden reine Elektroautos und Autos mit Brennstoffzelle. Hybridmotoren werden weniger gefördert, da hier die Benzinproblematik weiterhin erhalten bleibt. Ausnahmen würden natürlich bei Elektro-Brennstoffzelle-Kombinationen bestehen.

Können Elektroautos durch die Förderung die Kostennachteile aufholen?

Elektroautos sind im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen deutlich teurer. Die bloße Förderung ist natürlich nicht ausreichend, um den Kostennachteil für jetzige Käufer aufzuholen, doch setzt die Förderung auf ein recht simples Prinzip: Je mehr Personen auch aufgrund der Förderung nach E-Fahrzeugen fragen, desto eher sehen sich Hersteller gewillt, die Fahrzeuge vermehrt zu produzieren.

Bislang sind E-Autos bei vielen Herstellern noch die Randerscheinungen, die zwar im Katalog stehen, doch nicht die Masse der verkauften Fahrzeuge ausmachen. Und wie es immer ist, sind die Produkte, die seltener hergestellt werden, auch die teuren. Sollten jedoch immer mehr Fahrzeughalter auf die E-Wagen umsteigen, so dürfte sich die Produktion vergünstigen, was sich wiederum auf den Fahrpreis auswirkt.

Für Autofahrer sollte aber etwas ganz Anderes gelten. Denn verschiedene Studien stellten heraus, dass ein E-Fahrzeug im dauerhaften Unterhalt deutlich unter den herkömmlichen Fahrzeugkosten liegt. Gewiss ist dieser Faktor nur für diejenigen interessant, die einen Wagen »bis an dessen Lebensende« oder wenigstens über eine längere Zeit behalten und nutzen.

Die Anschaffungskosten eines E-Autos lassen sich übrigens auch mit günstigen Krediten, die über einen Vergleich ermittelt werden, verringern. Auch in diesem Fall greift die Senkung der Nebenkosten, wobei es natürlich denkbar ist, die geringeren Unterhaltskosten des Fahrzeugs in die raschere Abbezahlung des Kredits zu investieren.

Infrastruktur wird ständig ausgebaut

Bislang war es so, dass E-Autofahrer ein drastisches Problem hatten: Das Auftanken. Ladestationen sind in der Straßenoptik weit weniger verbreitet als Tankstellen und nicht jeder Autofahrer hat das Glück, dass sein Arbeitgeber Ladestationen für Mitarbeiter zur Verfügung stellt. Das sollte sich nun jedoch ändern: Die Regierung hat festgelegt, dass bis 2030 eine Million neuer Ladestationen hinzukommt. Diese Errichtung dieser soll per Gesetz vereinfacht werden. Dazu könnte auch die Änderung des WEG kommen, denn bislang war es so, dass der Eigentümer einer Eigentumswohnung die Hausgemeinschaft um Erlaubnis fragen musste, wenn er in der gemeinschaftlichen, aber mit festen Stellplätzen versehenen Tiefgarage oder auf dem Parkplatz eine Station errichten wollte. Zudem wird angedacht, auch Vermieter mit in die Pflicht zu nehmen. Dies wäre vor allem für diejenigen interessant, die zwar einen Stellplatz haben, doch vom Vermieter keine Erlaubnis erhalten, dort eine Ladestation aufzubauen.

Aktuell ist die Situation jedoch noch problematisch. Hauseigentümer haben die wenigsten Probleme, da sie auf ihrem Grund und Boden natürlich eine Ladestation aufstellen können. Das führt dazu, dass die E-Autos auch gerne als »Einfamilienhausautos« bezeichnet werden. Unterwegs kommt es zudem auf die Region an: Die Situation rund um Ladestationen und andere Lademöglichkeiten ist zwar noch überschaubar, doch entwickelt sich rasch weiter.

Je nach Region muss leider gesagt werden, dass Fahrer von E-Autos auf dem Land gerade auf der Durchfahrt keine Chance haben. Die Nachfrage ist teils so gering, dass auch die Supermärkte oder größeren Geschäfte keine Ladestationen errichten. Die Hoffnung ist, dass sich daran etwas in den kommenden Jahren ändern wird.

Ein weiteres Problem ist die doch komplizierte Ladestruktur in Deutschland. Bei Benzin und Diesel weiß jeder, wie es funktioniert und wie gezahlt wird. Die Ladevorrichtungen von E-Autos sind jedoch nicht genormt, sodass Adapter notwendig werden. Zudem arbeiten die öffentlichen Stationen mit unterschiedlichen Stromanbietern zusammen. Extra Tarife eignen sich überwiegend für die eigene Heimatstadt. An dieser Stelle ist eine Vereinfachung der Situation unbedingt notwendig.

Fazit – es tut sich was

Ob 2020 bereits der Durchbruch kommt, ist fraglich. Die Infrastruktur rund um die E-Autos ist noch nicht weit genug ausgebaut, zudem sind die Preise im Vergleich zu normalen Autos hoch. Ein junger Erwachsener wird beim ersten Fahrzeug weiterhin zum üblichen Kleinwagen von rund 15.-20.000 Euro greifen, nicht aber zum E-Fahrzeug, welches bei einer vergleichbaren Reichweite um die 30.000 Euro kostet. Dennoch wird die Elektroflotte weiter an Fahrt gewinnen, was sich für die auszahlt, die später ein solches Auto erwerben möchten. Voraussetzung ist jedoch, dass sich das Ladenetz deutlich verbessert und dieses nicht nur in Großstädten oder Metropolregionen ausgebaut wird.

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