Ratgeber

Ist der 3D Drucker ein Faktor für die Automobilindustrie?

3. Januar 2020
Redaktion
Ist der 3D Drucker ein Faktor für die Automobilindustrie?
@ Schwoaze (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
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Im Zusammenhang mit dem Begriff CNC fräsen lassen denkt man zunächst daran, dass es sich dabei um die Erstellung von Prototypen für den Werkzeugmaschinenbau handelt. Hier werden Werkstücke mit höchster Präzision rechnergesteuert hergestellt. Ähnlich verhält es sich mit der Vorstellung des 3D drucken lassen. Auch dort ist der erste Gedanke, dass aufgrund der umfangreichen Programmierung Einzelstücke oder Kleinstserien mithilfe des 3D Druckers erstellt werden. Es stellt sich somit die Frage, ob diese digitale Fertigungstechnologie in der Lage sein wird, eine größere Serienproduktion darstellen zu können. Ein gutes Beispiel dafür ist die Automobilbranche. Hier werden große Stückzahlen von Einzelteilen für die Massenproduktion gefordert.

In welchem Umfang kommt 3D drucken lassen schon bald bei BMW zum Einsatz?

Unter dem Begriff IDAM – Industrialisierung und Digitalisierung von Additive Manufacturing (AM) für automobile Serienprozesse haben sich im März 2019 insgesamt 12 Partner aus Industrie und Forschung zusammengeschlossen, um den metallischen 3D Druck bahnbrechend in die Serienproduktion von Teilen für die Automobilindustrie zu integrieren. Zwei dieser Partner sind der Automobilhersteller BMW in München und der Zulieferbetrieb GKN Powder Metallurgy in Bonn. Das Ziel dieses Projektes ist es in der Gleichteilefertigung mindestens 50.000 Bauteile pro Jahr herzustellen. Zusätzlich sollen mehr als 10.000 Individual- und Ersatzteile im Laufe eines Jahres produziert werden.

Wie erfolgt der Einstieg in die Serienproduktion mithilfe des 3D Druckers?

An den Standorten München und Bonn der beiden Unternehmen aus der Automobilbranche erfolgt die Teileherstellung in nahezu voll automatisierten Produktionslinien. Der Aufbau der Anlage ist modular, sodass einzelne Bausteine ausgetauscht werden können. So orientiert sich die Teilefertigung an den jeweiligen Produktionsanforderungen. Ein weiterer Fortschritt ist die Möglichkeit, einzelne Prozessschritte anzusteuern und flexibel auszulasten.

Mit dem Projekt verfolgen die Initiatoren aus Forschung und Praxis besonders zwei Ziele. In der ganzheitlichen Betrachtung der Automobilproduktion soll der Anteil der manuellen Fertigung von derzeit 35 Prozent auf 5 Prozent gesenkt werden. Das zweite anvisierte Ziel ist es die derzeit noch hohen Stückkosten beim 3D drucken lassen der Metallteile, um die Hälfte zu senken. Eine Vision für die Zukunft ist es den 3D Drucker direkt in die Fertigungsstraße der Fahrzeugproduktion kostensparend einzusetzen.

Auch der Autohersteller VW hat den Einsatz von 3D Druckern für die Produktion im Visier

Am Stammsitz des Unternehmens wurde vor wenigen Monaten eine 3.000 Quadratmeter große Produktionshalle für den Einsatz von metallischen 3D Druckern in Betrieb genommen. Der Einsatz von 3D Druckern ist auch hier neben dem CNC fräsen lassen deutlich im Fokus. Gemeinsam mit dem bekannten Druckerhersteller HP wurden die metallischen Drucker von VW entwickelt. Wie auch bei BMW ist der Partner aus der Automobilzulieferbranche die Firma GKN Powder Metallurgy in Bonn.

VW verfolgt mit dem Einsatz von 3D Druckern gleichfalls zwei Ziele. In erster Linie soll mithilfe der metallischen Drucker der eigene Werkzeugbau von VW forciert werden und in die Serienproduktion gehen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, um unabhängiger zu werden. Bei Erfolg des Einsatzes von 3D Druckern sollen diese auch in die Produktion von Fahrzeugteilen integriert werden.

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