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Autozulieferer will Stellen streichen

10. Oktober 2019
Redaktion
Autozulieferer will Stellen streichen
@ AutoPhotography (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Bis zu 20.000 Stellen will der Zulieferer Continental nun streichen.

Bis zu 20.000 Stellen will der Zulieferer Continental nun streichen. Grund hierfür ist das jahrelange Hadern der deutschen Automobilindustrie, den Umbruch hin zu Elektromobilität zu vollziehen. Nun kostet das viele Arbeitsplätze - auch in Deutschland.

Dass die Automobilbranche in der Krise steckt, ist nichts Neues. Nun jedoch muss auch der Autozulieferer Continental dem Trend Tribut zollen und will in den kommenden zehn Jahren rund 20.000 Stellen abbauen. Aktuell hat das Unternehmen weltweit mehr als 244.000 Mitarbeite. Alleine in Deutschland sind von den Änderungen, die nach der Aufsichtsratssitzung bekannt gegeben wurden, 7.000 Arbeitsplätze betroffen. In den nun folgenden drei Jahren bis 2023, sollen es bereits 5.000 Jobs sein, die gestrichen werden. Nach Denso und Bosch ist die Continental AG der drittgrößte Zulieferer der Branche. Zudem wird es neben dem Stellenabbau ebenfalls zu Umschichtungen sowie dem Verkauf von Geschäftsteilen kommen. In diesen Kontext fallen auch betriebsbedingte Kündigungen. Bisher wurde bekannt, dass von den Stellenstreichungen in der Bundesrepublik laut Unternehmensangaben die Standorte Limbach-Oberfrohna, Babenhausen und Roding betroffen sind.

Seine Milliarden investiert der börsennotierte deutsche Automobilzulieferer mit Sitz in Hannover aktuell in elektrische sowie neue Antriebe. Hintergrund sind die steigenden Klimaschutzauflagen, wie sie derzeit in Europa sowie in anderen Teilen der Welt umgesetzt werden. Hinzukommen Probleme der deutschen Autoindustrie in China. Die Zahlen sind dort zwar bereits seit Jahren rückläufig – dank Elektrowende und Imageproblemen kommt es aber zu einer echten Absatzkrise. Für die Betroffenen klingt das kaum positiv. Da hilft dann auch die Ablenkung in einem Online-Casino nicht. Selbst, wenn sich damit der eine oder andere Gewinn erwirtschaften lässt. Denn so wie die Glücksspielbranche stets dazu gezwungen wird, sich anzupassen, um ein beeindruckendes Spielerlebnis zu offerieren, muss ebenfalls die Autoindustrie den neuen Trends folgen. So kann sich auch die Continental AG diesem nicht entziehen. Zumal es für die Herstellung der elektrifizierten Antriebe deutlich weniger Teile benötigt.

Die Pläne, die auf viel Kritik gestoßen sind, werden dennoch von Vorstandschef Elmar Degenhart verteidigt. Denn das Sparprogramm sieht vor, die Krise offensiv anzugehen und die Conti gut für die Zukunft aufzustellen. Immerhin betrifft die Umsetzung nur ein Zehntel der weltweiten Arbeitsplätze des Unternehmens. Denn wie auch andere in der Autoindustrie, ist man gezwungen, das hohe Anpassungstempo mitzugehen. Ebenfalls will man den eigenen Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive auftun und die von den Plänen Betroffenen, so gut es geht, schützen. Laut Degenhart ginge es Continental darum, den demografischen Wandel ebenso wie die natürliche Fluktuation in diesem Prozess zu nutzen.

Das Ziel des Programms ist es, ab 2023, die eigenen Kosten jährlich, um eine halbe Milliarde Euro herabzusetzen. Dennoch erfordert die Ausrichtung auf das Geschäft der Zukunft, Investitionen. Daher wird gleichzeitig bis 2029 eine Summe von 1,1 Milliarden Euro fließen. Der größte Teil dieses Betrags soll jedoch bereits bis 2022 aufgewendet werden. So wie sich die Pläne aktuell darstellen, stoßen diese nicht nur auf Kritik. Dementsprechend positiv wurde der Umbau an der Börse aufgenommen. Damit setzt Conti ein Zeichen für den Einsatz und die Konzentration auf Wachstumsfelder. In einem insgesamt schwachen Umfeld stieg die Aktie der Continental AG daraufhin ins Plus.

Der Artikel "Autozulieferer will Stellen streichen" wurde am 10.10.2019 in der Kategorie News von Redaktion mit den Stichwörtern Autozulieferer will Stellen streichen, News, veröffentlicht.

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