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Technische Veränderungen der Saison 2021 werfen Schatten voraus

10. Oktober 2019
Redaktion
Technische Veränderungen der Saison 2021 werfen Schatten voraus
@ Leslin_Liu (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Die derzeit laufende Saison in der Formel 1 bietet zwar seit Mitte des Jahres endlich aufregende Rennen, hat aber in puncto Titelrennen die Entscheidung längst vorneweg genommen. Lewis Hamilton wird sich - das Ausbleiben einer Riesenüberraschung vorausgesetzt - zum sechsten Mal zum Fahrerweltmeister krönen, während sein Mercedes-Rennstall die Konstrukteurswertung mit großem Abstand anführt. Interessanter ist dann eher der Blick auf die Zukunft. 2021 stehen große Veränderungen an, zu denen F1 und FIA nun erstmals im Detail Stellung nahmen.

Zur Saison 2021 stehen in der Formel 1 große Veränderungen an. Seit über zwei Jahren arbeiten die Verantwortlichen der Rennklasse, Liberty Media, die FIA sowie die beteiligten Teams, gemeinsam an der Zukunft ihres Sports. Nun konnten erstmals die Neuerungen an Modellen präsentiert werden. Grundsätzlich ging es bei den Veränderungen um fünf Kernpunkte: Autos, Umsatz, Kosten, Motoren sowie Governance. Die digitalen Modelle der 2021-er Autos geben nun Aufschluss darüber, was sich an den Boliden von Hamilton, Sebastian Vettel und Co. im Detail verändern soll. Basierend auf den computergestützten Modellen bauten die Ingenieure einen Prototyp, um ihn im geheimen Rahmen im Windkanal des Sauber-Rennstalls zu testen. Insbesondere die veränderte Seitenpartie und der Heckflügel stechen auf den Bildern des Tests laut Motorsport Total sofort ins Auge. Das Auto sieht noch stromlinienförmiger als bisher aus. Dazu kommen deutlich breitere Reifen. Waren sie bislang noch 305 mm (vorne) beziehungsweise 325 mm (hinten) breit, sollen sie zur Saison 2021 auf rund 457 mm ausgeweitet werden. Das aggressivere Bild der Autos soll vor allem an den TV-Geräten überzeugen.

Laut der Angaben der Formel 1 sollen die oben genannten Teile am Auto bleiben, während sich der bislang wenig veränderte Frontflügel noch in der Entwicklung befindet. Ohnehin ist die Aerodynamik eines der größten Themen, wenn es um die Veränderungen für 2021 geht. Zu groß war die Dominanz von Mercedes in den vergangenen Jahren. Selbst eigentlich härter umkämpfte Rennsportveranstaltungen wie die MotoGP hatten mit Dauerweltmeister Marc Marquez nur wenig zu bieten. In den Betway Sportwetten ist der Spanier mit einer Quote von 1,01 (Stand 3. September) schon wieder fast durch, wie es in der Königsklasse für Hamilton gilt. Wer ein Rennen einmal anführt, ist aufgrund der verwirbelten Luft hinter sich meist uneinholbar, vor allem, wenn man in einem ohnehin überlegenen Auto sitzt. Während diese „dirty air" derzeit noch einen Sog von 50 % ausmacht, wurde sie im 2021-er Modell auf 5 bis 10 % reduziert. Um eine solch merkliche Verbesserung zu erreichen, konzentrierten sich die Ingenieure auf eine Vereinfachung der Aerodynamik. So konnten kleine, für Strömungen anfällige Teile eliminiert werden.

Budget-Obergrenze soll 2021 eingeführt werden

Nach dem Test freute sich der verantwortliche Brite Pat Symonds über die überragenden Ergebnisse, die fast vollständig mit jenen der Computer-Berechnungen übereinstimmten. Um die geheimen Tests durchzuführen, nutzten F1 und FIA ein Auto-Modell im Maßstab 1:2. Auch hier ist die Einsparung von Kosten ein wichtiger Punkt, der schon seit einigen Jahren dazu führte, dass vonseiten der Teams keine 1:1 Modelle mehr genutzt werden dürfen. Auf ein zweites Auto im Windkanal wurde ganz bewusst verzichtet, da die Tests bei Sauber ohnehin nur zur Bestätigung der Berechnungen dienen sollen. Zudem sollen die realen Autos laut Formel1.de deutlich dynamischer aussehen. Die Folge sollen letztlich mehr Überholmanöver und engeres Racing auf der Strecke sein.

Abseits der technischen Neuerungen sollen noch einige weitere Veränderungen bevorstehen. Einer der wichtigsten Punkte ist dabei eine Budget-Obergrenze für die Teams. Diese liegt bei 175 Millionen $ und schließt Fahrer-Gehälter sowie Marketing-Ausgaben nicht ein. Von diesen Änderungen sollen vor allem die kleineren Teams profitieren, die bislang nicht mit Ferrari, Red Bull und Mercedes mithalten konnten, denen für die Entwicklung keine großen Grenzen gesetzt wurden. Die Umsatzverteilung soll ebenfalls umgestellt werden, um unfaire Vorteile aus vergangenen Erfolgen zu eliminieren. Stattdessen wird die Treue von Teams und Motorenherstellern zur Formel 1 finanziell belohnt. Rund um die bekannten Diskussionspunkte haben sich zuletzt weitere gesellt, die sich hauptsächlich mit dem Racing selbst befassen: Reifen und Tanken. Abseits ihrer künftig breiteren Natur haben die Fahrer bereits öfter die Pirelli-Produkte kritisiert. 2021 sollten also ebenfalls merkliche Veränderungen greifen. Zudem überlegen die Macher, das Nachtanken wieder einzuführen. Allerdings könnten laut Auto-Motor-Sport die Kritikpunkte überwiegen, da das Nachtanken den Sport wieder berechenbarer machen würde.

Bis zum Oktober 2019 sollen sämtliche Änderungen an den Regeln für 2021 feststehen, um den Teams die Entwicklung in einem vernünftigen Zeitrahmen zu ermöglichen. Der Formel 1 steht eine spannende Zukunft bevor. Ob Mercedes in zwei Jahren noch immer dominieren wird?

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