Umwelt

Deutsche Städte überschreiten die Stickoxid-Grenzwerte

10. Juli 2019
Redaktion
Deutsche Städte überschreiten die Stickoxid-Grenzwerte
@ webandi (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Vor allem die Anwohner in den Innenstädten sind betroffen. Die Stickoxidbelastung war auch vergangenes Jahr höher als erlaubt, berichtet aktuell das Umweltbundesamt (UBA). 35 deutsche Städte haben den EU-Grenzwert überschritten. 

Stuttgart hat die größte Belastung

Die neusten Daten sprechen eine eindeutige Sprache. Auch vergangenes Jahr haben viele Städte die erlaubten Grenzwerte nicht eingehalten. Stuttgart ist dabei trauriger Spitzenreiter. Gleich dahinter liegt die bayrische Landeshauptstadt München. Zwar hat die Feinstaubbelastung durch Abgase aus Dieselfahrzeugen leicht abgenommen, dennoch haben die Messstationen insgesamt zu hohe Werte festgestellt. Die Belastung spielt vor allem in Ballungsgebieten eine größere Rolle. Abgase und Abriebpartikel von Reifen und Bremsen verunreinigen die Luft.

Hohe Stickstoffdioxidwerte sind gesundheitsgefährdend 

Stickoxid ist eine chemische Verbindung. Die Gase entstehen beim Verbrennungsprozess. Dieselmotoren gelten dabei als die größten Luftverschmutzer, Sie arbeiten mit höheren Temperaturen als Benzinmotoren und bilden dadurch eine Vielzahl an Stickoxidgasen. Stickoxid gilt als gesundheitsgefährdend. Die unsichtbaren Partikel werden durch die Atemwege aufgenommen. Die Stickoxidgase entstehen immer zusammen mit krebserregendem Kohlenwasserstoff, giftigen Metallen und Feinstaub aus dem Dieselauspuff. Besonders schädlich ist Stickstoffdioxid. Er gilt als ätzendes Reizgas und greift bei zu hohen Werten die Schleimhäute an. Deutschland hat hier die schlechtesten Werte der ganzen EU.

Tempolimits und neue Technologien verringern die Abgasbelastung

Den leichten Rückgang der Belastung durch Dieselfahrzeuge begründet das Umweltbundesamt mit den Tempolimits, Fahrverboten sowie den aktuellen Software-Updates zur Abgasreinigung. Zudem sind deutlich mehr neue Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs. Moderne Technologien garantieren eine bessere Filterung der schädlichen Partikel und minimieren so die Luftverschmutzung.

Deutsche Umwelthilfe hat Fahrverbote gerichtlich erzwungen

Die Fahrverbote für Diesel-PKW mussten gerichtlich erzwungen werden. Die Deutsche Umwelthilfe hat sich für die Einschränkungen stark gemacht. Hamburg sperrte vereinzelte Straßenabschnitte für Dieselfahrzeuge. Stuttgart hat sie sogar aus der gesamten Stadt verbannt. Frankfurt, Köln und Berlin werden dieses Jahr folgen. 

Förderprogramm der Bundesregierung

Die Bundesregierung fördert gezielt die Hardware-Nachrüstung von älteren Dieselmodellen. Moderne Katalysatoren können so schnell eingesetzt werden. Autobesitzer erhalten zudem Prämien beim Kauf von umweltfreundlichen Fahrzeugen. Moderne Technologien schützen vor Fahrverboten. Allerdings gestaltet sich die Nachrüstung aktuell als langwierig. Es wird laut UBA noch einige Zeit dauern bis die Maßnahmen greifen und die Luftverschmutzung deutlich zurückgehen wird.

Nur vier Städte haben Grenzwert eingehalten

65 Städten werden bei den amtlichen Messungen untersucht. Entscheidend für das Ergebnis ist dabei der durchschnittlich höchste Jahreswert. Nur vier Städte haben den EU-Grenzwert vergangenes Jahr eingehalten: Halle (Saale), Regensburg, Solingen und Ludwigshafen am Rhein. Die Zahlen kommen von der Umweltbehörde des jeweiligen Bundeslandes. Das Ergebnis wird aus den Daten der einzelnen Messstationen gewonnen. Diese liefern stündlich neue Werte. 

Feinstaub-Grenzwerte wurden eingehalten

Die Belastung mit Feinstaub (PM10) ist allerdings rückläufig. Laut UBA hat erstmals seit dem Jahr 2005 kein Ballungszentrum die Grenzwerte mehr überschritten. Besorgniserregend angestiegen ist jedoch die Ozonbelastung. In den Sommermonaten wurde vergangenes Jahr wiederholt eine viel zu hohe Konzentration gemessen. 

Die Luftverschmutzung in deutschen Städten ist ein Dauerthema. Die Anwohner leiden unter der Belastung. Fahrverbote treffen Autobesitzer. Moderne Technologien versprechen eine Reduzierung der gesundheitsschädlichen Partikel. Die Umrüstung alter Modelle ist langwierig und ändert auch nur wenig an der insgesamt zu hohen Verkehrsbelastung der deutschen Innenstädte.

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