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BMW X3 M und X4 M: Kraftmaschinen

17. Juni 2019, 08:06 Uhr
Rudolf Huber 7
7BMW X3 M und X4 M: Kraftmaschinen
mid Monticello - Dynamische Angelegenheit: Der mid-Tester mit dem X4 M Competition auf dem Rennkurs von Monticello in New Jersey. BMW
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BMW macht dem X3 und seinem Coupé-Bruder X4 Beine. Und wie. Mit freundlicher Unterstützung der M GmbH verwandeln sie sich in Sports Activity Vehicles (SAV) der ganz besonders dynamischen Art. Nämlich in solche, die auch auf der Rennstrecke eine ausgezeichnete Figur machen.


BMW macht dem X3 und seinem Coupé-Bruder X4 Beine. Und wie. Mit freundlicher Unterstützung der M GmbH verwandeln sie sich in Sports Activity Vehicles (SAV) der ganz besonders dynamischen Art. Nämlich in solche, die auch auf der Rennstrecke eine ausgezeichnete Figur machen.

Von nichts kommt nichts - deshalb haben die Bayern ihrem Power-X einen ziemlich munteren Antrieb spendiert. Dazu kommen typische M-Zutaten wie die gewaltigen Lufteinlässe an der Vorderfront. Es ist der bisher stärkste in einem M-Fahrzeug eingesetzte Reihensechszylinder-Benziner. Das rundum neue Aggregat holt aus drei Litern Hubraum dank Doppelturbo und sonstiger technischer Feinheiten 480 PS und 600 Newtonmeter maximales Drehmoment. Damit nicht genug: In der Version Competition darf es auch noch etwas mehr sein, nämlich 510 PS.

Ein SUV oder SAV und eine derartig gewaltige Kraftmaschine? Bei der M GmbH war das Ziel bei der Realisierung des Projekts X3 M und X4 M, das Gefühl aus einem M3 "in den ersten Stock" zu transportieren, so M-Chef Markus Flasch. Und nach den ersten Runden über den Monticello Raceway im Gartenstaat New Jersey kann man den Damen und Herren Ingenieuren attestierten: Das ist ihnen gelungen.

Der für die Renneinlage gewählte X4 M Competition zeigt auf dem technisch anspruchsvollen Kurs, dass Renngefühle auch im Oberstübchen eine ziemlich lustvolle Angelegenheit sind. Das mit dem "am Gas hängen" kann der neue Reihensechser aus dem Effeff, und weil die M-Leute auch noch die komplette Peripherie für eine duale Verwendung auf der Straße und der Rennstrecke ausgelegt haben, passt auch sonst alles aufs Feinste zusammen.

Wie im M5 lassen sich die Achtgang-Automatik, die Lenkung und die Federung separat wie gewünscht einstellen, über die M1- und die M2-Taste am Lenkrad können zwei vorgewählte Settings per Fingertipp aktiviert werden. Das erweckt fast schon ein bisschen so etwas wie Renngefühle.

Überhaupt die Einstellungen: Um sämtliche Optionen zu beherrschen und alle dafür nötigen Tasten einigermaßen fix zu finden, sollte man ein paar Extra-Trainingseinheiten ansetzen. Schon die Betätigung des Automatik-Wählhebels ist anders als in anderen BMW, nämlich M-typisch - also etwa mit dem Rückwärtsgang vorne links. Das Getriebe ist an einen ebenfalls aus dem M5 entlehnten und deswegen stark heckbetonten Allradantrieb ausgestattet, die Kraft nach vorne lässt sich hier allerdings nicht komplett abschalten, das passe nicht zu einem SAV, findet Markus Flasch.

In verschärfter Aktion passt das Zusammenspiel der Systeme jedenfalls auf beeindruckende Weise. Der X4 M beschleunigt aus engen Kurven unter Ausnutzung all seiner Kräfte heraus, dass es eine wahre Freude ist. Er lässt sich geradezu brutal in diese Kurven reinprügeln, verzeiht generös auch mal einen kleinen Schaltwippen- oder Lenkfehler und ist insgesamt so unglaublich schnell unterwegs, dass das Bild vom höhergelegten M3 wirklich passt. Verzögert wird serienmäßig mit M Compound-Bremsen. Und zwar auf Wunsch extrem radikal.

Auf der regulären Straße, im Komfort-Modus rundum, bleibt eine ordentliche Portion Resthärte erhalten, Sport- oder Sport plus kann man Menschen mit Bandscheiben- oder ähnlichen Problemen definitiv nicht empfehlen - dann geraten auch die Zahnfüllungen in Gefahr. Platz gibt es reichlich und eine feine Ausstattung mit Spezialsitzen und diversen M-Signalen ebenso.

Im September 2019 soll das schnelle Doppel bei uns antreten, wer daran interessiert ist, kann schon mal damit beginnen, den Sparstrumpf zu füllen. Denn der X3 M kostet mindestens 84.900, der Competition ab 93.400 Euro. Und beim X4 M geht es um 87.100 und 95.600 Euro.

Feinheiten wie etwa das M Carbon-Exterieurpaket für 3.550 Euro oder die Anhängerkupplung für 1.110 Euro sind dabei noch gar nicht enthalten. Wo doch die Vorstellung eines X4 M Competition mit dahinter gespanntem Hänger voller Rasen- und Baumschnitt durchaus witzig ist: mit 510 PS auf den Recyclinghof.

Rudolf Huber / mid

Technische Daten BMW X4 M Competition
Fünftüriges, fünfsitziges SUV-Coupé, Länge/Breite (o. Spiegeln)/Höhe/Radstand in Millimeter: 4.758/1.927/1.620/2.864, Leergewicht: 2.045 kg, Zuladung: 530 kg; Anhängelast gebremst/ungebremst: 2.400/750 kg, Kofferraumvolumen: 525 - 1.430 l, Tankinhalt: 65 l, Preis: ab 95.600 Euro.

Antrieb: Reihensechszylinder-Biturbo-Benziner; Hubraum: 2.993 ccm; Leistung: 375 kW/510 PS bei 6.250 U/min; max. Drehmoment: 600 Nm bei 2.600 bis 5.950 U/min; 8-Stufen-Automatikgetriebe; 0 - 100 km/h: 4,1 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, mit Drivers Package 285 km/h; Normverbrauch (NEFZ-Norm): 10,5 l/100 km; CO2-Emission: 239 g/km; Schadstoffklasse: Euro 6d-Temp.

Der Artikel "BMW X3 M und X4 M: Kraftmaschinen" wurde am 17.06.2019 in der Kategorie Fahrbericht von Rudolf Huber mit den Stichwörtern Auto, SUV, Sportwagen, Crossover, Neuheit, Fahrbericht, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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